Köln.Sport

Kölsches Tandem

Der Frühsommer wird heiß auf Kölns Straßen. Mit den Traditionsrennen „Rund um Köln“ und „Cologne Classics“ warten auch in diesem Jahr zwei hochkarätige Radsport-Highlights auf die rheinische Metropole.
Rund um Köln

Die Severinsbrücke in der Südstadt wird im Finale von „Rund um Köln“ gleich mehrfach befahren (Foto: pa/ Roth & Augenblick)

Jan Ullrich, Erik Zabel oder Tom Boonen – allein in den letzten 20 Jahren standen schon äußerst klangvolle Namen in den Siegerlisten von „Rund um Köln“. Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Top-Fahrer des internationalen Rennzirkus um den begehrten Sieg des seit 1908 ausgetragenen Radklassikers kämpfen. Das rheinische Eintagesrennen geht bereits in seine 102. Auflage und will am 9. sowie 10. Juni wieder die Massen begeistern.

Den Startschuss geben verschiedene Amateur- und Juniorenrennen. Die echten Highlights des Wochenendes sind aber traditionell am Sonntag, an dem das Jedermann-Rennen „Skoda Velodom“ und das Profirennen über mehr als 200 Kilometer mit Start im Kölner Rheinauhafen stattfinden. „,Rund um Köln‘ ist auch im internationalen Profikalender ein Highlight“, bestätigt Ex-Sprintstar Marcel Wüst im Köln.Sport-Interview. „Es nehmen nicht umsonst um die 5.000 Fahrer beim Jedermann-Rennen teil. Auch der Zuschauerzuspruch ist sehr hoch. Bei gutem Wetter stehen schon mal eine knappe Million Menschen an der Strecke“, sagt der gebürtige Kölner.

Superstars am Rhein

Auch dieses Mal dürfen sich die Fans am Straßenrand wieder auf einige seltene Hochkaräter freuen. Denn wie „Mister Rund um Köln“ Artur Tabat gegenüber Köln.Sport bestätigte, haben sich der Weltklasse-Sprinter Marcel Kittel und der Klassikerspezialist Nils Politt (beide aus dem World-Tour-Team Katusha-Alpecin) für die diesjährige Austragung gemeldet. Für beide ist das Traditionsrennen im Rheinland ein wichtiger Schritt zu ihrem Saison-Highlight, der Tour de France im Juli.

Auch Vorjahressieger Gregor Mühlberger vom Team Bora-Hansgrohe soll bei der 102. Austragung an den Start gehen und wird wieder alles daran setzen wollen, ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen. Kein leichtes Unterfangen, schließlich gewann er das schwere Rennen im vergangenen Jahr sensationell durch einen späten Angriff aus einer Ausreißergruppe. Ein Umstand, der nur schwer zu wiederholen sein dürfte.

Zumindest werden die Teams der Sprintstars alles daran setzen, dies zu verhindern. „Wir freuen uns auf einige der besten Sprinter der Welt und genügend Teams, die ihnen das Leben richtig schwer machen sowie ein offenes und spannendes Rennen garantieren“, versprach der Organisationsleiter Alexander Donike in der „Westdeutschen Zeitung“. Besonders spektakulär dürften wieder die Streckenabschnitte im Bergischen Land werden, gekrönt vom gefürchteten Anstieg hinauf zum Bensberger Schloss, ehe das Rennen in der Kölner Südstadt zum großen Finale ansetzt. Entweder mit dem Sieg eines wagemutigen Angreifers der Sorte Gregor Mühlberger, vielleicht aber auch in einem Massensprint mit Superstars wie Marcel Kittel.

Echte Veedels-Atmosphäre

Nicht weniger Action versprechen knapp drei Wochen zuvor am Pfingstwochenende die 66. „Cologne Classics“. Das Rennen in Longerich, dass auch als „Volksbank Giro“ bekannt ist und vom 19 bis zum 21. Mai stattfinden wird, besticht nicht nur durch seine Veedels-Atmosphäre, sondern auch durch die große Vielseitigkeit an verschiedenen Wettkämpfen in zahlreichen Alters- und Rennklassen für Herren, Damen und Kinder. Ergänzt werden die Radrennen außerdem durch den Westdeutschen Speedskating Cup der Inliner.

Auch die Inklusion spielt in diesem Jahr wieder eine große Rolle. Denn der Europacup und die Deutschen Meisterschaften der Paracycler finden wieder im Rahmen des Volksbank Giro statt. „Ein wichtiger Vergleichswettkampf im Hinblick auf die WM in Maniago im Spätsommer und nicht nur für die deutschen Athleten die letzte Möglichkeit, sich für die WM zu empfehlen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Cologne Classics.

Der Pfingstsamstag steht dabei ganz im Zeichen der Einzelzeitfahren. Vom Schüler bis zu den Senioren findet der Kampf gegen die Uhr in Elsdorf im Gebiet des Tagebaus Hambach statt. Am Nachmittag zeigen die Paracycler ihr Können (Zweirad, Dreirad, Handbike und Tandem). Am Sonntag und Montag kehrt der Rennzirkus dann in Köln-Longerich auf der gewohnten Rennstrecke zu den klassischen Straßenwettkämpfen ein.

Auf dem 2,2 Kilometer langen Rundkurs durchs Veedel messen sich Radsportler aller Alters- und Rennklassen sowie Paracycler und Inlineskater auf verschiedenen Distanzen. Das Finale steigt am Pfingstmontag um 15.30 Uhr mit dem Profirennen über 46 Runden. Über eine Distanz von insgesamt 101,2 Kilometern wird um die Platzierungen und den prestigeträchtigen Sieg in Longerich gekämpft.

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