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Kölsche WM-Helden: Lukas Podolski

Teil neun unserer Serie: Lukas Podolski ist der jüngste unserer Kölschen WM-Helden. Mit der Nationalelf nahm Poldi an drei Welt- und vier Europameisterschaften teil. 2006 wurde er zum besten jungen Spieler der WM gewählt, 2014 wurde er Weltmeister.

2006 gelang Poldi der große WM-Durchbruch: Mit seinem Doppelpack gegen Schweden schoss er Deutschland ins Achtelfinale. Foto: imago/Laci Perenyi

Doch der Reihe nach: Alles begann im Jahr 2004. Poldi war gerade 18 Jahre alt und schaffte den Sprung in die erste Mannschaft des 1. FC Köln, die sich mal wieder im Abstiegskampf befand und letztlich den Gang in die zweite Liga antreten musste. Podolski traf jedoch keine Schuld, in seiner Debüt-Saison als Profi schoss er zehn Tore, empfahl sich damit für die EM in Portugal – und kam 45 Minuten zum Einsatz.

Seine große Zeit sollte aber noch kommen. Mit dem FC ging er damals in die zweite Liga, trug mit 25 Toren entscheidend zum Wiederaufstieg bei. Das überzeugte auch den neuen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der ihn für den Confed Cup nominierte. Bei der „Mini-WM“ schoss Poldi drei Tore in vier Spielen. Fortan war er aus der Nationalelf nicht mehr wegzudenken. Auch bei der WM im eigenen Land spielte Poldi groß auf. Im letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador (3:0) schoss er sein erstes WM-Tor.

Bester junger Spieler vor Messi und Ronaldo

Im Achtelfinale gegen Schweden (2:0) sollten zwei weitere folgen. In der Runde der letzten Acht gegen Argentinien kam es zum Elfmeterschießen, bei dem Poldi sicher vom Punkt verwandelte und Jens Lehmann zwei Elfmeter hielt. Zwar fand das Sommermärchen im Halbfinale gegen Italien (0:2 n. V.) sein Ende, doch Lukas Podolski wurde von der FIFA als bester junger Spieler des Turniers ausgezeichnet – vor Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Der Kölner Publikumsliebling war auch in den folgenden Jahren eine feste Größe im DFB-Team. Im Auftaktspiel der EM 2008 schoss er beide Tore zum 2:0-Endstand gegen sein Geburtsland Polen. Auch im zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien (1:2) traf Poldi. Er wurde in das Allstar-Team der EM gewählt, auch wenn Deutschland im Finale gegen Spanien mit 0:1 unterlag.

Die WM 2010 begann für die deutsche Mannschaft mit einem furiosen 4:0-Sieg gegen Australien, bei dem Poldi mit seinem Treffer zum 1:0 den Torreigen eröffnete. Das zweite Spiel der Gruppe D lief aus deutscher Sicht jedoch alles andere als ideal: Nachdem Miro Klose vom Platz geflogen war, trafen die Serben zur 1:0-Halbzeitführung. Poldi hatte die beste Chance, diesen Rückstand wettzumachen, doch in der 60. Minute scheiterte er mit einem Strafstoß am serbischen Keeper Stojkovic.

Italien und Spanien als Angstgegner

Im Achtelfinale kam es zum Klassiker gegen England, bei dem sich die DFB-Auswahl mit 4:1 durchsetzen konnte. Klose und Podolski brachten die Deutschen früh mit 2:0 in Führung. Die Engländer kamen zwar noch mal ran und wurden um ein klares Tor betrogen, doch Thomas Müller entschied letztlich per Doppelpack das Spiel.

Im Viertelfinale traf Deutschland, wie schon vier Jahre zuvor, auf Argentinien. Diesmal war die Partie jedoch eine klare Angelegenheit: Mit 4:0 wurde die von Diego Maradona trainierte Albiceleste nach Hause geschickt. Im Halbfinale erlebten Jogis Jungs dann ein Déjà-vu: Wie bei der EM 2008 scheiterten sie auch bei diesem Turnier an Spanien (0:1).

Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine konnte man sich als Gruppensieger souverän für das Viertelfinale qualifizieren. Podolski traf beim Sieg im Gruppenspiel gegen Dänemark und wurde von der UEFA als „Player of the Match“ ausgezeichnet. Dann kam das Halbfinale gegen Italien – und der Doppelpack von Mario Balotelli. Wie schon 2006 war es die Squadra Azzurra, die Deutschland aus dem Turnier warf. Bereits zum vierten Mal hintereinander hatte die DFB-Elf das Halbfinale eines großen Turniers erreicht, und jedes Mal scheiterte sie an Spanien oder Italien.

In Brasilien zum Titel

Der lang ersehnte Triumph gelang ihr bekanntlich erst 2014. Poldi war mittlerweile nur noch Reservist und kam in Brasilien nur zwei Mal zum Einsatz. Dennoch gibt es nur wenige Spieler, die „die Mannschaft“, die in Rio Weltmeister wurde, so geprägt haben wie das kölsche Idol.

Lukas Podolski absolvierte 130 Länderspiele, in denen er 49 Tore erzielte. Für den FC schoss er in 169 Spielen 79 Tore. Er brachte als erster und bisher einziger Spieler das Kunststück fertig, zehn Tore des Monats zu schießen. Die Bilder, wie Poldi mit der Kölschen Fahne den WM-Titel feiert, werden wohl jedem FC-Fan für immer im Gedächtnis bleiben.

Lesen sie hier Teil 1 (Bodo Illgner) und 2 (Bernd Cullmann)3 (Karl-Heinz Schnellinger)4 (Wolfgang Weber)5 (Wolfgang Overath) und 6 (Pierre Littbarski), 7 (Heinz Flohe), 8 (Hans Schäfer) unserer Reihe zu den Kölschen WM-Helden.

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