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Kevin Vogt: Der Balancegeber

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Kevin Vogt: Alter: 23 Größe: 1,94 m Position: defensives Mittelfeld Rückennummer: 6 im Verein seit: 2014 bisherige Vereine: FC Augsburg, VfL Bochum

Kevin Vogt:
Alter: 23
Größe: 1,94 m
Position: defensives Mittelfeld
Rückennummer: 6
im Verein seit: 2014
bisherige Vereine: FC Augsburg, VfL Bochum Foto: Ben Horn

 

„Let success make the noise“
Dies gelang. Nicht nur in Stuttgart, sondern auch im folgenden Heimspiel gegen Wolfsburg. Gegen den Vize-Meister und Pokalsieger bot Vogt im Zentrum eine bärenstarke Leistung und beackerte den Raum zwischen beiden Strafräumen in bester Box-to-Box-Player-Manier. Insgesamt 12,5 Kilometer legte der 1,94 Meter Hüne auf dem Müngersdorfer Rasen zurück und lief damit mehr als alle anderen Feldspieler. „Wenn man, wie gegen Wolfsburg, viel gegen den Ball arbeiten muss, dann ist es klar, dass man auch mehr läuft. Da wir offensiver agieren, sind die Wege nach hinten natürlich weiter“, erklärt Vogt, der ob seiner Performance gegen die Niedersachsen vom Fachmagazin Kicker in die Elf des Spieltags berufen wurde. Auch nach der Partie auf Schalke, wo Vogt nach seiner in Berlin erlittenen Kopfverletzung von der Bank ins Spiel kam, gab es viel Applaus. Beim 3:0 gegen die Königsblauen leitete Vogt immer wieder gefährliche Konter ein und brachte so auch die Treffer von Yannick Gerhardt und Simon Zoller auf den Weg.

Die Gefahr, dass der in Witten am Rande des Ruhrgebiets geborene Vogt angesichts solch medialer Lobeshymnen abhebt, besteht jedoch nicht: „Man registriert natürlich, was geschrieben wird, viel darauf geben tue ich aber nicht.“ Viel lieber als große Reden zu schwingen, arbeitet er im Training hart an sich. Getreu dem Motto, das er nach dem Sieg über Hamburg über den Online-Dienst Instagram veröffentlichte – Work hard in silence, let success make the noise…

Im Stillen arbeiten und den Erfolg den Lärm machen lassen. So beschreibt nicht nur Kevin Vogt seine Arbeitsweise, sondern lässt sich auch der Saisonstart des 1. FC Köln zusammenfassen. Mit 14 Punkten aus den ersten acht Spielen erwischte der FC einen echten Traumstart und löste damit reichlich Euphorie beim rot-weißen Anhang aus. „Es ist schön, dass wir unseren Teil dazu beitragen konnten, dass die Euphorie im Umfeld entstanden ist. Die Mannschaft kann das Ganze aber sehr gesund einschätzen. Wir sind geerdet und formulieren unsere Ziele intern klar“, so Vogt, der das Wort mit K gleich hinterherschiebt: „Für den FC ist es wichtig, sich in der Bundesliga zu etablieren. Der Klassenerhalt ist das oberste Ziel und das ist jedem bewusst.“

Und dass bei den Kölnern längst noch nicht alles Gold ist, was glänzt, wurde in den ersten Spielen auch deutlich. Trotz aller guten Leistungen darf durchaus daran erinnert werden, dass Stuttgart den FC in der ersten Halbzeit von einer Verlegenheit in die nächste spielte, Wolfsburg dank einer Vielzahl zuvor ausgelassener FC-Chancen in der Nachspielzeit fast noch als Sieger vom Platz gegangen wäre und beim Erfolg über den HSV zwei diskussionswürdige Schiedsrichterentscheidungen vorlagen. Das Spiel in Frankfurt einmal gänzlich ausgeklammert.

Auch Kevin Vogt hat, trotz der insgesamt guten Leistungen, gezeigt, dass durchaus noch Luft nach oben besteht. So führte einer seiner insgesamt zehn Fehlpässe gegen den HSV nach eigenem Einwurf zum 0:1 durch Lewis Holtby. Der Balancegeber im FC-Mittelfeld weiß: „Wir können uns auf dem schönen Start nicht ausruhen.“ Sätze, die Peter Stöger gerne hören wird. Immerhin arbeitet der Österreicher doch nach dem Credo: Qualität zeigt sich über Konstanz.

Stefan Kühlborn

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