Köln.Sport

Keine Chance

Wolfgang Bosbach wird nicht FC-Präsident. Weil der Mitgliederrat Dr. Werner Wolf und sein Team favorisiert. Das kann man nachvollziehen. Dass Bosbach vor und nach dieser Entscheidung keine echte Chance hat, eher nicht. Der Köln.Sport-Kommentar.
Bosbach

Wolfgang Bosbach wird nicht Präsident des 1. FC Köln (Foto: imago images / Eduard Bopp)

Der Mitgliederrat des 1. FC Köln hat seinen Vorschlag für ein neues Vorstandsteam zur Wahl bei der kommenden Mitgliederversammlung an die Wahlkommission gerichtet – deutlich vor der Frist! Gut so, weil sich die Mitglieder nun in Ruhe Gedanken machen können, ob sie den Kurs ihres gewählten Gremiums mitgehen wollen.

Das vorgeschlagene Team besteht – es hatte sich abgezeichnet – aus Dr. Werner Wolf als Präsident sowie Eckhard Sauren und Dr. Jürgen Sieger als Vizepräsidenten. Warum es gerade diese drei geworden sind, begründet der MR vor allem damit, dass das Trio ihr aufgestelltes Anforderungsprofil erfüllt. Persönlichkeit wie Integrität, Urteilsvermögen, Entscheidungskompetenz, eine hohe Leidenschaft für den 1. FC Köln, soziale Kompetenz, die Fähigkeit und Bereitschaft, mit allen Vereinsgremien zusammenzuarbeiten und so weiter.

Das Trio um Dr. Werner Wolf wirkt (bis auf die fehlende Fußball-Expertise) kompetent, konnte in allen Bereichen punkten. Im Gegensatz zu Wolfgang Bosbach. Zwar erfüllt der langjährige Politiker auf den ersten Blick zwar auch viele im Anforderungsprofil genannte Punkte, den MR konnte er aber für sein Team mit Toni Schumacher und Markus Ritterbach zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass er nie eine richtige Chance hatte.

„Die Herren der Findungskommission haben mir in beiden Gesprächen mit erfrischender Offenheit zu verstehen gegeben, dass Schumacher, Ritterbach und Bosbach nicht ihre Favoriten wären. Und das ist eine sehr zurückhaltende Formulierung“, wird Bosbach in der „Bild“ zitiert. Einen Kampf um das Präsidenten-Amt, das hatte er bereits im Vorfeld klar gemacht, will er nicht forcieren – um den Klub nicht zu spalten.

Vernünftig. Und dennoch schade! Denn Bosbach stand bei vielen Mitgliedern hoch im Kurs. Zwar wäre ein offen geführter Wahlkampf sicher nicht das gewesen, was der 1. FC Köln in diesen Tagen braucht. Bei der Mitgliederwahl am 8. September allerdings von vorn herein zwei Vorstandtrios zur Wahl zu stellen, und die 106.000 Mitglieder darüber entscheiden zu lassen, welchem sie ihr Vertrauen schenken – das wäre nach dem Empfinden so manchen Anhängers die demokratischere Lösung.

Zumal es womöglich doch zu einer Kampfkandidatur kommt, dann allerdings ohne den CDU-Politiker. Dem Vernehmen nach will Toni Schumacher die rund 3000 Mitglieder-Unterschriften sammeln, um doch mit einem eigenen Trio um den Vorstandsposten zu kämpfen.

Ob sein Vorhaben gelingt, bleibt abzuwarten. Sicher ist hingegen, das derzeitige Verfahren ist absolut satzungskonform. Ob es wirklich das Beste ist, ist hingegen eine andere Frage. Dieser widmet sich auch Chefredakteur Fred Wipperfürth in seinem Editorial in der neuen Köln.Sport-Ausgabe. Ab Donnerstag (16.5.)  erhältlich!

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