Köln.Sport

KEC: Dünnes Eis

Die Kölnarena 2 auf der Gummersbacher Straße in Deutz ist nicht nur die zweite Heimat der Haie-Profis – auch die Frauen- und Nachwuchsteams des KEC sind dort zu Hause. Wenn es nach Präsident Rainer Maedge geht, soll dies jedoch bald Geschichte sein
Haie

Sowohl die Profis der Kölner Haie als auch der Nachwuchs des KEC nutzen die Trainingshalle an der Gummersbacher Straße. (Foto: imago/Jan Huebner)

Die Identität der meisten Kölner Sportvereine ist untrennbar mit ihrem Standort verknüpft. Der 1. FC Köln, da sind sich auch über die Grenzen der Südkurve hinaus fast alle Fans einig, gehört nach Müngersdorf, Fortuna Köln ist der Südstadtklub, die Viktoria der Verein rechts vom Rhein. Der ASV passt perfekt in den Stadtwald – und die Kölner Haie sowie dessen Stammverein KEC haben seit Jahren ihr Zuhause in Deutz. Wenn es jedoch nach dessen Präsident Rainer Maedge geht, könnte diese Situation zumindest im Frauen- und Nachwuchsbereich des KEC bald ein Ende haben.

Denn die vor etwa 20 Jahren erbaute Kölnarena 2 an der Gummersbacher Straße, wo sowohl die Haie-Profis als auch die anderen KEC-Mannschaften ihre Trainingseinheiten absolvieren, sieht Maedge für die Zukunft alles andere als gut gerüstet. „Man merkt auch als Baulaie, dass die Halle, als sie vor fast 20 Jahren gebaut wurde, nicht als Eishalle konzipiert war, sondern als Aufwärmhalle für die Arena“, sagt er im Gespräch mit Köln.Sport.

„Es gibt Baufachleute, die sagen, dass die Halle spätestens in fünf Jahren generalüberholt werden muss, wenn sich an der Situation nichts ändert.“ Das würde dann auch die Profis vor Probleme stellen – diese könnten dann plötzlich ihre Trainingsstätte unweit des Bundesliga-Spielortes verlieren. Doch was genau sind die Probleme, mit denen der KEC dort zu kämpfen hat? „Was die Dämmung, die Durchlüftung und auch die Anzahl der Kabinen angeht, sind die Verhältnisse in der Halle unzulänglich“, sagt Maedge. Doch vor allem sind es Platzprobleme, die dem KEC dort zu schaffen machen. „Wir haben zehn Jugendmannschaften, drei Frauenmannschaften, mehrere Laufschulen und mussten die Amateurmannschaft, die recht erfolgreich war, sogar abmelden, weil wir keine Eiszeiten haben.“

Einziger Ausweg Neubau?

Die gemeinsame Nutzung mit den Profis ist dabei kein Problem. „Da kommen wir uns nicht ins Gehege mit den Zeiten, weil sie fast ausschließlich vormittags trainieren. Wir gehen morgens vor der Schule in die Halle und nutzen sie am Nachmittag, wie es uns der Ganztagsschulbetrieb ermöglicht“, sagt er. Dass sich aufgrund der teilweise überschneidenden Eiszeiten jedoch viele der Jugendteams auf dem Gang zur Halle umziehen müssen, ist für den KEC-Präsidenten ein größeres Problem. Beim Nachwuchs, den Frauenmannschaften und den Trainern des KEC sorgt dies jedoch nicht für negative Stimmung. „Sie müssen sich mit der Situation abfinden, weil sie aktuell nichts anderes machen können“, sagt er, führt aber auch gleichzeitig an: „Eishockeyspielerinnen und -spieler sind aber auch hart im Nehmen und gucken nicht schräg, wenn die Halle mal schlecht klimatisiert ist oder die Umkleideräume nicht modernen Anforderungen entsprechen.“ Dennoch schmerzt auch sie der Blick in andere Städte, wo es in dieser Angelegenheit deutlich schneller geht als in Köln. „Wir sehen, dass in Düsseldorf wahrscheinlich noch mal eine neue Eishalle gebaut wird, obwohl die DEG dort schon jetzt entspannt auf zwei Eisflächen an der Brehmstraße trainieren kann. Auch in Krefeld ist gerade erst eine Halle saniert worden“, sagt der Präsident.

Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es also? Eine könnte es ja theoretisch sein, das Training einiger Mannschaften in den Lentpark zu verlegen – „aber das, was im Lentpark an Preisen aufgerufen wird, können wir auf Dauer nicht bezahlen“, so Maedge. Bleibt also als einzige Möglichkeit ein Umbau der bisherigen Trainingsarena, die von der Kölner Eishockeyfamilie nur „K2“ genannt wird? „Darüber habe ich mich schon öfter mit Experten unterhalten, da die K2 ja zu diesem ganzen Komplex in Deutz gehört. Ich habe gefragt, ob es die Möglichkeit zum Bau einer zweiten Halle gibt – aber wie soll das umgesetzt werden? Den Parkplatz nutzen? Oder eine neue Halle obendrauf setzen? Das funktioniert nicht“, sagt Maedge, der zwar betont, man sei noch immer sehr gern am Deutzer Standort, dieser sei für den KEC-Stammverein räumlich jedoch ohne Zukunftsperspektive. „Echte Standortalternativen gibt es in unserer schnell wachsenden Stadt nur wenige, die Zahl der verfügbaren Flächen für solche Zwecke ist gering“.

So läuft es auf einen Neubau hinaus– den der KEC wohl gemeinsam mit den Rollstuhlbasketballern der Köln 99ers angehen will. „Ich bin überzeugt, dass wir in der Angelegenheit auf dem richtigen Weg sind“, sagt Maedge, der dem Neubau, der aller Voraussicht nach in Stammheim errichtet werden soll, sehr positiv entgegenblickt. „Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: Eine ernsthafte Alternative zu dem Standort in Stammheim gibt es praktisch nicht.“ Dort könnten auch die Profis trainieren, schließlich haben sie, abgesehen von den Nutzungszeiten, mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die Frauen- und Nachwuchsteams des KEC. Und auch wenn die Haie niemals komplett aus Deutz wegzudenken sind – für den KEC ist ein dauerhafter Verbleib an der Gummersbacher Straße, Stand heute, wohl nicht möglich.

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