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Köln.Sport

Jörg Jakobs verlässt den FC

Bye bye, Effzeh: Jörg Jakobs arbeitet seit fast sechs Jahren am Geißbockheim.
Foto: imago

Als Jörg Jakobs im Sommer 2012 seine Arbeit am Geißbockheim aufnahm, standen die Kölner vor dem größten Scherbenhaufen der jüngeren Vereinsgeschichte. Die Bilder der schwarzen Rauchwolke über der Südkurve, den Abgang von Idol Lukas Podolski und den fünften Abstieg des Vereins in die Zweitklassigkeit noch nicht verdaut, machte sich Jakobs ans Werk. Seine Mission: Den Traditionsverein aus der Domstadt in möglichst kurzer Zeit wieder in die höchste deutsche Spielklasse zu führen.

Und Jakobs machte gleich Nägel mit Köpfen, zog einen gewissen Jonas Hector zu den Profis hoch, lieh Anthony Ujah aus Mainz aus und verpflichtete den erfahrenen Matthias Lehmann sowie ein österreichisches Talent namens Kevin Wimmer. Und dünnte zudem noch den gesamten Kader aus, wurde teure Altlasten wie Milivoje Novakovic, Geromel, Mikael Ishak und Martin Lanig los. Der mittlerweile 47-jährige Trierer wurde zum starken Mann, leitete den Neueinfang ein.

Von 2010 bis 2012 hatte er als Chefscout bei Hannover 96 bereits mit Jörg Schmadtke zusammengearbeitet, war dessen rechte Hand und maßgeblich an den Transferentscheidungen der Niedersachsen beteiligt. Als Schmadtke 2014 ebenfalls nach Köln kam und die sportliche Leitung übernahm, wurde Jakobs nach weiteren Stationen im Scouting des FC schließlich als Sportdirektor eingesetzt, wo er das Nachwuchsleistungszentrum und den Übergang zwischen Nachwuchs- und Profibereich strukturierte und Schmadtke zuarbeitete.

Die sportliche Krise in dieser Saison ging jedoch auch an ihm nicht schadlos vorbei. Schmadtke ist bereits weg, mit Veh ein neuer Sportchef da. Und der hat anscheinend keine Verwendung mehr für Jakobs, der dem Vernehmen nach auch in den letzten Monaten immer wieder mit seinem ehemaligen Mentor Schmadtke angeeckt war.

Jetzt hat der 1. FC Köln bekannt gegeben, den eigentlich noch bis zum Sommer gültigen Vertrag von Jakobs bereits zum Ende dieses Monats aufzulösen – auf den Wunsch des bisherigen Sportdirektor hin. „Jörg Jakobs hat mitgeholfen, einen neuen, positiven Geist im Club zu etablieren. Wir sind daher bis heute sehr froh, dass wir ihn damals für den 1. FC Köln begeistern konnten und wünschen ihm viel Glück und Erfolg auf seinem weiteren Weg,“ bedankte sich Präsident Werner Spinner beim 47-Jährigen. Der selbst sagt: „Aus persönlichen Gründen wollte ich nicht über den Sommer hinaus beim FC planen. Dennoch ist mir diese Entscheidung nicht leichtgefallen, denn in den vergangenen fast sechs Jahren ist mir dieser Club sehr ans Herz gewachsen“. Er wünsche der Mannschaft natürlich vor allem den Klassenerhalt – an dem er selbst jetzt nicht mehr mitwirken kann.

Armin Veh dankte Jakobs zudem für die Strukturen, die er in der für den FC dunklen Zeit geschaffen habe. „Es ist alles andere als selbstverständlich, dass man in einem Bundesligaclub in einer so schwierigen Situation ein ganzes Trainerteam aus dem Nachwuchs in den Profibereich übernehmen kann, das dort sofort funktioniert – und dass zugleich im Nachwuchsleistungszentrum nahtlos weitergearbeitet werden kann. Dies war beim 1. FC Köln aktuell möglich und spricht für funktionierende Strukturen und eine gute Personalauswahl. Beides ist ein Verdienst von Jörg Jakobs.“

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