Hat man auch nicht so oft, dass platte Bilder und Sprüch besser passen als jede schlaue Zeile: Chaostage am Rhein!!!
Oder machen plötzlich beide Vereine das Richtige?
LEVERKUSEN: Wirft Trainer raus, setzt ein Übergangsteam auf den Stuhl (Hyypiä, Lewandowski) – und betet.
Betet, dass die Mannschaft nun trotzig beweisen will, es war nicht alles schlecht, nur der Trainer.
Dass die Fans wieder glücklich sind.
Dass die Dauerkartenbesitzer und VIPs ihre Saisontickets wieder verlängern (Interessantes Argument! Kündigungen von Dauerkarten werden mit herangezogen für die Entscheidung, die zur Entlassung eines Trainers führt!!)
Dass die EL gesichert wird.
Dass man Ralf Rangnick zu einem Engagement ab nächster Saison überreden kann.
Dass dann alles wieder besser wird.
KÖLN: Wirft den Trainer nicht raus, aber Spieler – und betet auch.
Verständlich!
Denn, es verändert sich ja nichts, offensichtlich jedenfalls. Der Coach zumindest nicht, und das soll hier gesagt werden: Gut so!
Nur, was soll jetzt tatsächlich wirken? Frische Luft, wenn der Mief einiger Stinkstiefel nicht mehr durch die Kabine zieht? Andere Taktik, wenn plötzlich "Berater" hineinreden ins Trainerkonzept? Neu motivierte Spieler? Poldis Lust an der FC-Rettung?
Alles keine richtigen Argumente?
Stimmt, also bleiben wir rheinsich-katholisch und … beten wir!
Da les ich heute ne Meldung: Bayer 04 Leverkusen macht vom 9. bis 13. Mai ein Regenerationstrainingslager auf Norderney!!!!!!
Was soll das denn?
Entweder heißt Regenerationstrainingslager im Slang der Profifußballer "Mannschaftstour"?
Oder Bayer hat bereits heimlich "Inselfreund und Strandkorbsitzer" Volker Finke als Trainer ab der Saison 2012/2013 verpflichtet.
Oder der Klub will seinen Trainern und Spielern schlichtweg drohen mit nem Camp an der Küste, nach dem Motto: Ohne einen Platz im internationalen Geschäft 2012/2013 werden wir, statt euch die Ferien zu gönnen, noch ein paar Tage für Besinnung, Demut und Selbstkritik dranhängen.
Wer mag sich das vorstellen? Trainer vor der Entlassung, ausgeliehene oder abwanderungswillige Spieler mit Null-Bock-Mentalität, frustrierte Spieler ohne Perspektive im Verein, gestandene Bayer-Profis mit echt dickem Hals nach verpasster EL-Quali und ein paar nervöse Jungprofis – alle zusammen mit Rudi Völler und Wolgfang Holzhäuser auf einer stillen Nordsee-Insel zur Einkehr, Wahnsinn!
Wer hat sich so was ausgedacht.
Volker Finke ist weg!
Zugegeben, ich hatte anders gerechnet. Nämlich: Der Klub um GF Claus Horstmann schaut sich das weiter an, gerät der FC richtig in den Abstiegskampf, muss Coach Stale Solbaken gehen, bleibt der FC drin, verabschiedet man am Ende der Saison Sportdirektor Voker Finke ins Privatleben.
Falsch gedacht!
Der Klub hat reagiert und Finke nach dem 1:0 gegen Hertha BSC entlassen. Eine plötzliche, eine sensationelle Entwicklung.
Gut gemacht!
Denn es war Finke, der sich zuletzt fast schmerzhaft fürs Umfeld als Querulant, Besserwisser und Trainer-Judas inszenierte und damit mehr Unruhe verbreitete als jede Niederlage. Er wirkt unbelehrbar bei eigenen Fehlern, beleidigt bei Entscheidungen, die er nicht mitgetragen hat. Und er tat dies alles ohne sichtbares Ziel, weil er weder dem Team noch dem Klub eine Perspektive offerierte.
Vermutlich wird ihm der Abschied von Lukas Podolski den Job gekostet haben. Denn es drängt sich die Vermutung auf, dass eine pragmatische Linie zur Causa Lukas vor eine paar Monaten bedeutet hätte: Topspieler, auslaufender Vertrag, satte Angebote, verkaufen – damals stand die Zahl noch auf 20+. Jetzt für etwa 13 den Deal machen zu müssen, eine schlichte Abfindung zu kassieren für einen 26-jährigen Nationalspieler ist ein bestenfalls durchschnittliches Geschäft und dem Macher Finke anzulasten.
Finke ist weg!
Es wird nun ruhiger werden am Geisbockheim, und der FC bleibt drin! Jetzt muss ein neuer Kreis gebildet werden: Präsident, GFs, Sportdirektor, Trainer! Eine Aufgabe für den wahren Strippenzieher, für Claus Horstmann. Wenn er den Job abgeschlossen hat, beginnt endgültig auch für ihn die Uhr zu ticken. Dann gibt es nur noch: eurer Erfolg, mein Erfolg, euer Scheitern, mein Scheitern, mein Aus!
Es gibt nur noch eine Chance!
Wer nach ein paar Tagen befindlichen Schweigens den Überfall Kölner Hooligans auf Fans aus Mönchengladbach in einen verständlichen und klaren Aufruf überführen will, der kann nur sagen: Diese Typen müssen ausgegrenzt werden.
Gefragt ist hier jede Seite, nur eine gemeinsame Aktion hat die Kraft, diesem ausufernden und immer gewalttätigeren Phänomen Einhalt zu gebieten.
Zuerst, und das sei hier ganz bewußt gesetzt, müssen die Fans und Ultras ran. Sie dürfen nicht nur über "Distanzierung zu den Vorfällen und Akteuren" fabulieren, sondern sichtbar auf Distanz gehen. Verbal durch eine klare Kommunikation, und nicht nur durch ebensolche dünnen Verlautbarungen und trotzige Stille dem Establishment gegenüber. Öffentlich durch Ausgrenzung, Ablehnung, friedlichen Protest.
Auch der 1. FC Köln muss klarer reagieren; Stadionverbote sind das eine, aber es muss auch Schluß sein mit jeglichen Vergünstigungen, Privilegien und den unsäglichen Zugeständnissen, die das Hereinschmuggeln von gefährlichem Zeugs ins Stadion erst möglich machen.
Heisst auch: Aussperrung wirklich wörtlich nehmen!
Denn ist nicht speziell das "gesamte Kölner Stadion" verantwortlich für die fantastische kölsche Stimmung – da kann auch der Ausschluß einer endlich mal beträchtlichen Zahl von gewaltbereiten und gefährlichen "Fans" nichts dran ändern. Also Verein, klar handeln und auch mal auf ein paar Euro Einnahmen verzichten!
Und allen FClern sei gesagt: Nicht unterkriegen lassen! Auch wenn der Ärger still ist und keine laute Stimme hat, wenn der Protest nicht organisiert und kleingliedrig sein wird, ein Zeichen kann jeder setzen: weiter ins Stadion gehen, keine Angst haben, nicht rausdrücken lassen, weiter den FC unterstützen.
Bayer gegen Barca. Was für ein Erlebnis, diesem Barcelona beim Fußballspielen zuzusehen.
1:3. Und trotzdem kann ein solches Spiel interessant, spannend, emotional sein. Und eine Lehrstunde, wie ein Weltklasseteam eine andere Profimannschaft an der Leine führt. Mal an der langen, mal an der kurzen. Aber man lernt auch, dass ein Team wie Barca den Gegner besser machen kann.
Gut gemacht, Bayer!
Mit großem Respekt aber war zu registrieren, was der so gescholtene und eher distanziert auftretende Trainer Robin Dutt kurz vor Spielende bewies: nämlich Sensibilität, Nähe zu seinen Spielern und eine entspannte, fast spielerische Interpretation seines Berufes.
Er wechselte nämlich noch aus. Karim Bellarabi, 22, für Schürrle, Nationalspieler. Und Danny da Costa, 19, für Corluca, Nationalspieler.
Robin Dutt bescherte damit zwei jungen Profis den Einsatz in einem Champions-League-Heimspiel gegen den Titelverteidiger FC Barcelona. Sie spielten gegen Messi, Puyol, Busquets, Abidal, Dani Alves, …
Möglicherweise wird es die einzige Möglichkeit in ihrem Fußballerleben gewesen sein.
Robin Dutt hat in diesem Moment Fußball tatsächlich als ein Spiel verstanden. Er hat bewiesen, dass er scheinbar doch Gespür dafür hat, wie Fußballer ticken.
Für mich war es die Geste, der magische Moment des Spiels.
Chapeau, Coach!
Gestern haben wir mit zehn Freunden und Bekannten zu Abend gegessen, alles Fans von Bayer 04. Auch C-Blocker waren dabei, der Rest F-Tribüner. Eines der Hauptthemen des Abends: Michael Ballack.
Punkt 1: Niemand fühlte sich letzten Sonntag durch die Auswechslung von Michael B. geärgert, auch nicht provoziert durch dessen Körpersprache. Ballack spielte schlecht, musste raus. Basta!
Punkt 2: Geärgert hatte eher das Versteckspiel von Robin Dutt, der sich beim Wechsel ins Dunkel der Ersatzbank verdrückte und so eigentlich B. den Handschlag verweigerte.
Punkt 3: Gepfiffen hat nach dem Spiel von denen niemand, auch drumherum sei es ruhig gewesen. Ob die Pfiffe dann nicht doch aus den Reihen der Hardcore-Fans den Spielern um die Ohren flogen? Oder besser: dem Spiel und Coach D. galten …
Punkt 4: Niemand in der Runde konnte die Ballack-Hetze durch Bayer-Chef Wolfgang Holzhäuser verstehen. Und wollte die Kritik auch ebensowenig teilen.
Punkt 5: Die Ballack-Verpflichtung sei ein Risiko gewesen, und natürlich in großen Teilen gescheitert. Verursacht durch die schlimmen Verletzungen von B., durch langwierige Reha, auch durch einen nur überschaubar positiven Einfluß auf Spiel, Mannschaft und Erfolg; sicher sei der Frust auch provoziert durch den sperrigen Charakter des in die Jahre gekommenden Weltstars B., vielleicht ist alles aber auch nur eine Zeichen, dass kühle, auf Distanz bedachte und vom persönlichen Ehrgeiz getriebene Superstars und Bayer 04 keine gute Kombination ergeben können.
Punkt 6: Das Experiment ist gescheitert, leider!
Punkt 7: Dahinter jetzt die Probleme des Trainers D. zu verstecken, ist auf breiter Fläche von den Fans durchschaut.
Punkt 8: Michael Ballack zu demontieren und ihm allein die Schuld zu geben, findet keinen Zuspruch!
Ein Hammer? Sicher!
Irgendwie fast aus dem Nichts? Marco Reus nicht zu Bayern, sondern zu Borussia Dortmund, das erstaunt schon!
Gut für den FC? Wahrscheinlich, denn aus der Liste der Bewerber um den zukünftigen Arbeitgeber von Lukas Podolski kann man den BVB nun sicher streichen!
Aber …
Was wirklich überzeugt, ist die Ruhe um den Deal. Getönt haben die Bayern, spekuliert wurde lautstark von Experten rund um Real Madrid und Co,. nur zuweilen hörte man etwas vom BVB, weil Jungstar Reus seinerseits in deren B-Jugend gespielt hat, weil Dortmund für ihn Heimat ist. Aber geredet wurde von den Verantwortlichen der Borussia nicht viel, öffentlich jedenfalls.
Intern scheinbar schon!
Soll heißen: Wer mit Plan, mit verständlichen und guten Argumenten, verbindlich und ruhig und unter Ausschluß der Öffentlichkeit Vertragsgespräche führt, der gilt sicher für jedermann als professioneller und auch angenehmer Verhandlungspartner. Als einer, der natürlich im Sinne des Vereins um einen neuen Vertrag auch mal feilschen will, der das aber so tut, dass alle Beteiligten am Ende ihr Geschicht wahren.
In Köln ist das leider nicht so!
Deshalb macht das den Reus-Deal der Borussia zur Blaupause für die Art und Weise, wie mit der "Lage Lukas Podolski" umzugehen ist. Wenngleich auch trotzdem mit weiterhin offenem Ausgang. Und wohl nur geringen Chancen …
Scheinbar sind Medienmenschen ein Volk von Dauerläufern. Jedenfalls sind heute die Seiten der Tageszeitungen voll mit Hinweisen, Tipps und guten Ratschlägen rund ums Thema: Laufen.
Und trotzdem, in und um Köln scheint das Jahr 2012 zum Jahr des Laufens zu werden: Einfach so laufen, Waldlaufen, Halbmarathon-Laufen, Marathonlaufen.
Selbst einen Lauf nur für Frauen gibt es: Woman‘s Run!
Da bleibt einem die Luft weg!
Egal, nach den Silvesterläufen durch den Dünnwalder Busch und in der Merheimer Heide stehen allein im Januar in und um Köln vier weitere Dauerlauf-Veranstaltungen an (mehr auf www.laufen-in-koeln.de), und dann kommen Monat für Monate neue hinzu. Populäre wie der GAG-Halbmarathon oder ganz große wie der Köln-Marathon am 14. Oktober.
Da sind wir mal ganz mutig und verleihen schon am 2. Januar voller Vorschußlorbeeren den ersten großen Preis des Jahres 2012: Köln, Laufstadt des Jahres!
Und um dafür auch reichlich Kilometer zu sammeln, versprechen wir regelmäßige Waldläufe im Januar, Februar, März, … sowie bei schlechten Bedingungen Kilometer auf dem Laufband im Keller!
Laufband, geht gar nicht?!
Naja, ich gestehe: Ich bin ein Laufbandjunkie und Sie werden mich draußen nur selten treffen. Aber, Laufen find ich schon okay!
Und, zu dumm, mein Laufband steht auch daheim in Bergisch Gladbach, da zählen die Kilometer eigentlich nicht für Köln.
Egal. ich fühl mich einfach Köln und stifte so meinen Anteil Kilometer an: Sportstadt, Laufstadt, Köln!
Frohes Neues! Und für 2012 immer gute Schuhe an den Füßen …
Einfach nur auf der Zunge zergehen lassen!
Bayer 04 bezahlt 85.000 Euro für 46 Lampen, die den vielzahlenden Gästen bei Heimspielen den Weg unter "der Stelze", ein Parkplatz nah an der BayArena, angenehmer machen sollen.
Frage: Wie viele Spiele pro Saison finden während der Dunkelheit statt?
Der Bayer-Konzern streicht 21 kleinen Bayer-Sportvereinen die finanzielle Unterstützung, ab 2012 in drei Schritten.
Frage: Was bedeutet das?
Bei einem Verein mit 1.000 Mitgliedern sind das zum Beispiel rund 30.000 Euro.
Die Faustballer haben 75 Mitglieder, wieviel Euro mögen die bekommen? Zumindest nicht viele. Was dann die Frage aufwirft: Wie lange wären die Fausballer mit 85.000 Euro über die Runden gekommen?
Ein Vergleich von Äpfeln und Birnen?
Stimmt, und auch ungerecht den Fußballern gegenüber, für die ist das ja Dienst am Kunden. Und es wird auch keine Konzernknete ausgegeben, zumindest nicht direkt.
Frage: Also, Konzernentscheidung – müssen die das denn tun?
Ein Zitat aus dem "Handelsblatt" von dieser Woche: "Deutschlands Großunternehmen verwöhnen die Anleger mit hohen Dividenden."
Hier landet sie also, die Unterstützung für die Faustballer!
Das macht den Abschied des Bayern-Konzerns als verantwortunsvoller lokaler Sportsponsor und Unterstützer des Breitensports endgültig!
Schauen wir mal, ob dadurch der Aktienkurs steigt!
Seine Unschuld hat der Fußball nicht heutzutage erst verloren. Er ist schon längst nicht mehr nur Sport, eine Nebensache, wenn auch die vermeintlich schönste. Der Fußball ist mehr geworden in unserer Welt, in unserem Leben. Und für Profis ist er ein Beruf.
Sind Schiedsrichter Profis?
Ja, irgendwie schon. Natürlich haben sie einen anderen Beruf, sollen und wollen nicht ausschließlich vom Schiedsrichter sein leben.
Wobei, Zeitaufwand und Entschädigung lassen darauf schließen, dass Spiele zu pfeifen mehr ist als Zeitvertreib. Wissen Sie, was Schiedsrichter sein einbringt?
Bundesligaschiedsrichter sind Profis, weil sie mit Profis umgehen. Weil sie diese führen und über die Art und Weise, wie die ihren Job ausüben, entscheiden. Sie sind Profis, weil sie in einem Geschäft von Profis mitmachen. In einen Geschäft, mit dem Millionen bewegt werden.
Genau deshalb haben sie auch Druck. Unterliegen einem Druck, wie ihn Profis aushalten müssen.
Und dabei machen sie Fehler, davon ist derzeit auch wieder vermehrt die Rede. Oder zu Lesen.
An diesen Fehlern berauschen sich die Medien, TV und Print. Wir auch. Wegen dieser Fehler beschimpfen sie Trainer, Funktionäre und Fans. Und wenn sie auch Fehler außerhalb des Spielfeldes machen, drängeln sich noch die Moralisten dazu.
Wer kann so etwas aushalten?
Manche können das, andere nicht.
Babak Rafati, 41, schaffte es nicht, man fand ihn nach einem Suizid-Versuch in einem Hotel bei uns in Köln. Vor einem Spiel des FC.
Deshalb fühlen wir die Situation so intensiv, spüren wir stärker – Mitschuld?
Wir sollten darüber nachdenken. Und uns bemühen, daraus zu lernen.
Gute Besserung, Babak Rafati!
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Frank Schwantes
Der Köln.Sport-Redaktionsleiter bloggt zu allen Themen des Kölner Amateur- und Profisports. Schwerpunkte: Fußball und Boxen.Neueste Blogs
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Der Köln.Sport-Redakteur bloggt zum aktuellen Sportgeschehen in Köln.Neueste Blogs




