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Nacktscanner für die Kurve?

Gestern Abend musste ich an das Filmepos "Ben Hur" denken. Hatte die opulente Seeschlacht vor Augen, bei der am Ende alles in einem riesigen Feuerinferno im Meer versinkt.

So sah es gestern auch zeitweise beim Relegationsspiel in Düsseldorf aus. Hertha-Chaoten feuerten während des Spiels wie wild Pyrotechnik aufs Feld. Eine Feuerrakete nach der anderen flog heran, gefährdete Zuschauer, Spieler und Schiedsrichter. Zeitgleich zündeten auch Fortuna-Rowdys völlig sinnfrei immer wieder Bengalos.

Leider sind es solche Bilder, die nach einer tollen Fußballsaison 2011/12 in den Köpfen bleiben. Die Krawalle in Köln, Karlsruhe, Düsseldorf. Mit Feuer, Platzstürmen und Verletzten.

Den Chaoten ist nicht beizukommen. Sie nutzen die Bühne des Fußballs für ihre Zwecke, die längst nichts mehr mit dem Sport zu tun haben. Auch nichts mit der Ultra-Idee vom bedingungslosen Support. Da frage ich: Brauchen wir bald Nacktscanner für die Fankurven, um der Lage endlich Herr zu werden? Um die Schmuggelei von illegaler Pyrotechnik in den Fanblöcken zu unterbinden?

Ich frage auch die Krawallmacher: Warum tut ihr das? Was wollt ihr überhaupt in einem Stadion? So, wie ihr euch verhaltet, seid ihr eine Schande für den Fußball. Bleibt am besten zu Hause.

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Einigkeit fürs kölsche Hätz

So viel Einigkeit herrschte zuletzt selten beim 1. FC Köln: Mit überwältigender Mehrheit, nämlich 91,4 Prozent der Stimmen, wählten die anwesenden Mitglieder auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung Werner Spinner zum neuen FC-Präsidenten, dazu Markus Ritterbach und Toni Schumacher zu dessen Vizepräsidenten.

Ein Teil dieses Erfolges liegt im Vorfeld der Wahl begründet, als sich Spinner, Ritterbach und Schumacher medienwirksam mit Fans, Mitgliedern und Sponsoren des Vereins zeigten, zudem offen den Dialog mit den Medien suchten. Strategien, auf die der potenzielle Gegenkandidat Karl-Heinz Thielen bewusst verzichtete. Und was sein Vorhaben wohl scheitern ließ.

Auch auf der Mitgliederversammlung selbst arbeitete die PR-Maschinerie des Spinner-Trios auf Hochtouren. Unterstützt durch eine emotionale Rede von Cheftrainer Frank Schaefer (Standing Ovations!) und die launige Moderation eines Dr. Werner Wolf. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates verstand es bestens, mit Wortwitz und Appellen ans kölsche Hätz durch den Abend zu führen und so weitere Sympathiepunkte für die Kandidaten seines Gremiums zu sammeln.

Doch wofür steht die neue FC-Führung inhaltlich?

Der ehemalige Bayer-Vorstand Werner Spinner wird als Präsident repräsentieren und entscheiden, ist nach außen der starke Mann im Verein. Markus Ritterbach, seit Jahren Präsident im Festkomitee Kölner Karneval, übernimmt als Netzwerker die Aufgaben Marketing und Sponsorenbetreuung. Ihm muss es gelingen, neue Unternehmen für den Verein zu gewinnen, um die drückende Schuldenlast von 30 Millionen Euro zu reduzieren.

Und Toni Schumacher, wie Ritterbach neuer Vizepräsident des Vereins, soll sein sportliches Know-how sowie seine Kontakte zur Fußballszene einbringen. Konkret heißt das: Die FC-Legende muss schleunigst einen Cheftrainer für die kommende Saison sowie einen Sportdirektor finden. Zudem wird es Aufgabe des Ex-Nationaltorhüters sein, die Nachwuchsarbeit voranzutreiben. „Den Kern der FC-Mannschaft müssen Kölner bilden", forderte Präsident Werner Spinner bereits.

Des Weiteren hat sich der neue Vorstand auf die FC-Fahne geschrieben, die Außendarstellung des Klubs (Spinner: „Wir haben uns in ganz Deutschland lächerlich gemacht") zu verbessern und die Professionalität zu erhöhen. Dazu gehört zweifelsfrei auch eine moderne Satzung. So ist Werner Spinner vor allem die Allgewalt des Präsidentenamtes („So viel Macht gibt es sonst nur beim Diktator 
einer Bananenrepublik") ein Dorn im Auge. Weshalb er eine Änderung der Vereinssatzung auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung herbeiführen will. Auch daran wird sich der neue Vorstandschef messen lassen müssen. Womöglich steht dann auch die ehrenamtliche Arbeit des Vorstandes, die im modernen Profifußball für Vergangenheit statt Zukunft steht, zur Diskussion.

In diesem Zusammenhang forderte ein Mitglied das neue Präsidium auf, den Begriff Ehrenamt mit Leben zu füllen, statt sich – wenn es unbequem wird – dahinter zu verstecken. Eine kluge Anmerkung, denn bei all der neu gewonnenen Einigkeit darf nicht vergessen werden: Diesbezüglich ist der FC ein gebranntes Kind.

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Geisterbeschwörung

Beim Studieren der kölschen Presse heute war ich ehrlich gesagt enttäuscht. Keine Meldung, wonach der 1. FC Köln einen weiteren altgedienten Recken in sein Rettungsboot "1. Liga" holt.

Gestern noch ließ der Schachzug um Rolf Herings auf mehr hoffen. Der neue Assi von Trainer Frank Schaefer soll ab sofort die schlappen Profis fürs Saisonfinale auf Trab bringen. Könnte sogar klappen, schließlich erwarb sich der rüstige 71-Jährige beim FC einst als Konditions- und Torwarttrainer den Ruf eines gnadenlosen Schleifers.

Also, wen zaubert der FC noch aus dem Hut?

Ist jetzt nicht die Zeit, um Christoph Daum endlich als neuen Sportdirektor zu präsentieren? Oder für Toni Polster eine Sonder-Spielgenehmigung zu beantragen? Außerdem sollte der Club Frank Schaefer zügig zum Tragen von Udo Latteks blauen Glückspullover verdonnern.

Man weiß, ist die Not am größten, ist keine Idee abwegig genug, um das Glück doch noch zu erzwingen. Und schon der Volksmund sagt: Neue Besen kehren gut. Aber die alten wissen am besten, wo der Dreck sitzt.

In diesem Sinne: Es bleibt zu hoffen, dass die Geisterbeschwörung a lá FC zum  Erfolg führt. Irgendwie.

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Pest oder Cholera?

Der FC kommt auch nach dem 28. Spieltag nicht zur Ruhe, ganz im Gegenteil: Die Pleite in Augsburg, die leistungstechnisch an die zweite Halbzeit vom Debakel gegen Dortmund erinnerte, verschärft die Krise am Geißbockheim zunehmend.

Was also tun – Trainer feuern oder die Mannschaft? Pest oder Cholera wählen?

In gestrigen Krisengesprächen hat sich die Clubführung wie folgt entschieden: Man nimmt ein wenig Cholera, indem man öffentlich einige "Leistungsträger" des Teams degradiert. Entscheidet sich aber auch für ein bisschen Pest, denn der Trainer darf bleiben, auf Bewährung. Jedoch diktieren die Verantwortlichen (zu denen der Coach offensichtlich nicht mehr zählt), welche Spieler im nächsten Match gegen Bremen für den Erfolg sorgen sollen. Was das Standing des Trainers in der Mannschaft nicht gerade verbessert.

Hoffnungen, dass etwa ein Chong Tese statt eines Milivoje Novakovic bei Anpfiff auf dem Platz steht oder ein Talent wie Mitchell Weiser (der allerdings gerade in der A-Junioren-BL vom Platz flog) in die Startelf rückt, sind berechtigt.

Ansonsten bleibt für den Rest der Saison zu hoffen, dass beim FC keine der beiden Krankheiten mehr so richtig schlimm ausbricht. Und man sich noch irgendwie zum Klassenerhalt wurschtelt.

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Ein Tag zum Vergessen

Der heutige 29. Februar taucht bekanntlich nur alle vier Jahre auf. Doch beim Aufschlagen der morgendlichen Zeitungslektüre wird sich so mancher FC-Fan gewünscht haben, dass es diesen 29. Februar 2012 nie gegeben hätte.

Erst meldete die kölsche Presse, FC-Ikone Lukas Podolski sei sich mit dem FC Arsenal einig. Und dann noch, Manfred Hell stehe nicht zur Verfügung als Präsidentschaftskandidat. Bad News gleich im Doppelpack.

Klar, der frühere Boss von "Jack Wolfskin" galt als Top-Kandidat aufs Präsidentenamt beim FC. Hatte bei Fans wie Journalisten für viel Fantasie gesorgt. Hell, der erfolgreiche, vermögende Ex-Unternehmer – mit einem Kontaktbuch zu Sponsoren und Entscheidern, mindestens so dick ist wie Kölns Gelbe Seiten.

Dazu die unkonventionelle Art Hells, der dem Verein gleich mal eine ganz neue Attitüde hätte verpassen können. Vorbei.

Helfen? Kann dem FC nur noch Beistand von ganz oben, wie Hannes Löhr in der aktuellen Köln.Sport anmerkt. Und schlägt Joachim Kardinal Meisner als FC-Boss vor.

Aber auch Bill Gates wäre ein toller Kandidat. Denn Geld ist das zweite, was dem Geißbock-Club fehlt. Mit den Millionen, die aktuell Arsenal dem kölschen Stürmerstar bieten soll, kann der FC nicht mithalten, erklärt die BILD-Zeitung, es gehe nur noch um die Ablöse.

Wie die Schreiber darauf kommen? Fakten sind gleich Fehlanzeige. Und surft man im Netz die Seiten der englischen Presse ab, steht auch dort: nichts. Weder ein O-Ton von Poldi, dessen Berater Kon Schramm noch von Arsenal-Manager Arsene Wenger. Lediglich der Verweis auf den BILD-Artikel.

Mag ja sein, dass Poldis Wechsel für alle FC-Fans schon bald traurige Gewissheit wird. Aber belanglose Gerüchte nerven. Und machen den Fans nur noch mehr Kummer, als sie mit ihrem Herzens-Club derzeit ohnehin schon haben.

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FC: Ohrfeige reloaded

Die Retourkutsche ließ auf sich warten. So lange, dass manch einer schon die schallende Ohrfeige vergessen hatte, die Franz-Josef Wernze noch im August letzten Jahres Claus Horstmann verpasste.

Der FC-Investor – Wernze ist an Top-Spielern wie Podolski und Geromel beteiligt – kritisierte damals, dass die sportliche Leitung des Vereins belastet sei durch Verträge, und zwar aus der Ära Michael Meier und Claus Horstmann, "die viel Geld kosten. Horstmann kann jetzt nicht sagen, dass er da nicht verantwortlich war. Die Verträge haben damals beide unterzeichnet. Es zählt die Gesamtverantwortung".

Ein böses Foul von Wernze. Rot-verdächtig geradezu. Aber die Verbalattacke des Unternehmers blieb seitens des FC ungeahndet. Worauf der Eindruck entstand, der Verein höre lieber weg. Weil er nicht die Hand beißt, die ihn füttert.

Offensichtlich hatte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann diese Ohrfeige nicht vergessen. Und nutzte nun die Gelegenheit, es Herrn Wernze gleich zu tun: Für den Transfer des Spielers Sascha Riether, der im letzten Jahr nach Köln kam, verzichtet der FC bekanntlich auf finanzielle Hilfe des Investors.

Claus Horstmann hat zugebissen, nur eben später.

Wie sehr die Aktion Ohrfeige reloaded das Verhältnis zwischen dem FC und Franz-Josef Wernze belastet, ist derzeit unklar. Rein menschlich gesehen aber, zeigt es: Im Leben lohnt es sich, manchmal etwas länger zu warten.

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