Vor wenigen Wochen wurde im Kölner Süden die neue Bezirkssportanlage "Sürther Feld" feierlich durch Oberbürgermeister Roters eröffnet. Beim Sürther Feld handelt es sich um zwei Kunstrasenplätze, die den zahlreichen Mannschaften verschiedener Vereine, insbesondere denen des FC Rheinsüd, zur Verfügung stehen. Auch die 1. Seniorenmannschaft des SC Rondorf hat mittlerweile ihren hemischen Aschenplatz, der häufig genug bei Regen (zu) schnell unter Wasser stand, an der Pastoratsstraße verlassen, um seine Heimspiele in der Bezirksliga hier auszutragen. Grundsätzlich also eine sinnvolle städtische Investition. Gleichwohl macht die Anlage einen sehr lieblosen und langweiligen Eindruck. Zwischen den beiden Plätzen zwei Betonstufen in beide Richtungen, dazu seitwärts eine Art Unterstellmöglichkeit, die den Charme eines Carports hat, für den Aufbau eines Verpflegungsstandes inkl. Toiletten. Das wars. Keine Überdachung für Zuschauer und Kabinen für Spieler und Schiedsrichter weit nebenan außerhalb der Anlage. Warum hat sich die Stadt nicht mehr Mühe bei der Gestaltung gegeben? So jedenfalls wirkt das Sürther Feld wie hingeworfen und nicht zu Ende gebaut. Schade drum.
Eigentlich sollte es heute nur mal eben zu einer kurzen Stippvisite der umgebauten Sportanlage von Deutz 05 an der Dr. Simons-Straße gehen. Mal schauen, ob die Stadt Köln wenigstens diesmal unsere aller Steuergelder gut angelegt hat. Und fürwahr, das hat sie: Neben einem herrlichen neuen Sportplatz, der seit wenigen Wochen aus Kunstrasen besteht, gibt es noch zwei kleinere Kunstrasen-Trainingspätze respektive Sportplätze für Jugendspiele. Der neu betonierte Stehplatzbereich auf einer Längsgeraden scheint zwar noch nicht vollendet zu sein, aber das wird bestimmt wohl noch. Ein wirklich gelungener Umbau! Dagegen hat das Vereinsheim trotz Umbau seinen Charme nicht verloren, und das Kölsch für 1,20 € wird einem weiterhin freundschaftlich-kameradschaftlich serviert.
Das heutige Spiel der 3. Mannschaft gegen den RSV Rath-Heumar schien zunächst nur nebenbei zu laufen. Doch schnell wurde es dann doch höchst interessant: Nach 25 Minuten führte Deutz´ Dritte bereits 4:0 - ohne große Gegenwehr aus Rath-Heumar. Nachdem in der 50. Minute noch das 5:0 fiel, war eigentlich der Käse gegessen. Doch als der RSV kurz darauf sein vermeintliches Ehrentor erzielte, schien durch die Mannschaft der "Schweden-Geist" zu gehen. Wie vor kurzem die blau-gelben Skandinavier beim Länderspiel gegen Jogis Jungs in Berlin glaubte der RSV plötzlich an seine Chance. Und was keiner für möglich hielt: Binnen weiterer 8 Minuten verkürzte der RSV auf 5:4! Sollte sich Geschichte wiederholen - just hier auf dem Sportplatz zwischen Deutzer FRiedhof und Aurora-Werke? Leider nein, denn während die Zuschauer auf das Unfaßbare, den 5:5-Ausgleich, warteten, legte Deutz wieder einen Gang zu und stellte den alten 4-Tore-Abstand der 1. Halbzeit wieder her. Mit dem Schlusspfiff dann noch ein weiterer Ehrentreffer für den RSV - Endstand: Ein unglaubliches 8:5!
Wer braucht schon die zeitgleich spielende "Champions" (?)-League (Frage am Rande: In welchem Wettbewerb wurde Bayern letzte Saison eigentlich Champion??), wenn man solche abwechslungsreichen und höchst spannende Spiele in der Kreisliga verfolgen kann? Ich jedenfalls nicht.
Es war angerichtet. Der Tabellenführer der Regionalliga West spielte beim Viertplazierten. Eigentlich eine gute Ausgangslage für ein spannendes Viertligaspiel auf gehobenem Niveau. Zudem noch das Duell einer Traditionsmannschaft, die in den 70er Jahren noch in der 1. Bundesliga zuhause war, gegen die mit Zweit- und Drittligaspielern gespickte Mannschaft des FC Junkersdorf, die bekanntlich seit etwas mehr als einem Jahr als FC Viktoria Köln aufläuft.
Doch die Erwartungen wurden leider schnell enttäuscht. Viktoria reichte eine einzige Torchance, um in der ersten Halbzeit in Führung zu gehen und die Fanschar von annähernd 40 Fans, die die weite Anreise von 37 km nicht gescheut hatten, in der Gästekurve glücklich zu stimmen. Wuppertal bekam trotz spielerischer Überlegenheit aber auch kaum etwas zusammen und kam nur dank eines Torwartfehlers zum Ausgleich. Doch Geschenke waren noch nicht genug verteilt: Selbst ein Eigentor in der 89. Minute des WSV reichte nicht zum Sieg des Aufstiegsfavoriten aus Köln, da in der Nachspielzeit noch der Ausgleich hingenommen werden mußte. Insgesamt ein sehr schwaches Spiel zweier Mannschaften, die gerne in Liga 3 möchten, dort aber aktuell (noch) nicht hingehören.
Es sieht zunächst also nicht danach aus, als würde der Traum der wenigen getreuen rechtsrheinischen Fans vom Durchmarsch wahr werden. Erst einmal müssen die Junkersdorfer, ach nee, die Höhenberger, ihre Hausaufgaben in der Regionalliga erledigen. Spannend wäre es jedenfalls, wenn am Saisonende Aufstiegsspiele gegen die Söldner-Truppe aus Leipzig anstehen würden. Dann würde sich zeigen, wessen Viertliga-Millionen besser angelegt waren. Ob Red Bull dann Flügel zum Aufstieg verleiht, würden Mäzen Wernze und sein Team dann erfahren. Und vielleicht reisen dann auch mehr Fans mit.
Mittwochabend, Ende August, sommerliche Temperaturen. Ein idealer Zeitpunkt, um mal wieder ein Spiel des Kreispokals zu besuchen - dieses wunderbaren Wettbewerbs, der leider noch viel zu oft zu wenig Beachtung, auch in den Medien, findet.
Einzige Paarung an diesem Abend war die letzte Begegnung des Achtelfinals zwischen C-Ligist Türkgücü Rodenkirchen und Landesligist SV Bergfried aus Leverkusen. Eigentlich eine klare Angelegenheit bei vier Ligen Unterschied. Etwa drei Dutzend Besucher hatten sich auf dem Sportplatz auf der Konrad-Adenauer-Straße gleich unterhalb der A4 eingefunden und erwarteten eine ganze Menge Tore, überwiegend natürlich vom Gast von der „Schäl Sick“.
Die überraschenden ersten Türkgücü-Chancen wurden mit leichtem Erstaunen registriert, doch rechneten alle weiterhin mit dem erwarteten Spielverlauf. Doch nix da. Türkgücü ging nach toller Kombination in Führung und musste vor der Pause lediglich den Ausgleich hinnehmen. Auch in der 2. Halbzeit zeigte Bergfried nicht unbedingt den Willen, den Vier-Klassen-Unterschied in Tore umzuwandeln. Selbst ein Elfer wurde ziemlich jämmerlich vergeben. Als Türkgücü nach 70 Minuten erneut in Führung ging, schwenkten auch die wenigen neutralen Zuschauer allmählich ins rote Lager über. Als die Riesen-Sensation eigentlich schon perfekt war, war es erst ein Verlegenheitsschuss in der 92. (!) Minute (obwohl der Schiedsrichter lediglich eine Minute Nachspielzeit anzeigte), der Bergfried so gerade eben noch in die Verlängerung rettete.
Sollten jetzt nun aber wie erwartet alle Dämme über den tapferen Türken einbrechen? Nee, wieder nicht. Mit Glück (zweimal mussten Pfosten und Latte retten) und Geschick wurde auch die Verlängerung unbeschadet überstanden. Doch auch nun spielte der Schiri wieder Schicksal und ließ, erneut nicht nachvollziehbar, sieben Minuten nachspielen. In der 123. Minute war es dann passiert –die letztlich einzige Unaufmerksamkeit nutzte der Landesligist zur Entscheidung. Schade – ein Elferschießen wäre bestimmt auch noch hochinteressant geworden.
Großes Lob jedenfalls an Türkgücü für diese außerordentliche Leistung! So unglücklich ist in letzter Zeit wohl kaum ein Verein ausgeschieden. Sollte diese Leistung auch im weiteren Saisonverlauf häufiger abgerufen werden können, ist ein Durchmarsch in die B-Liga absolut realisierbar. Im Schatten der Autobahn scheint ein neuer Stern am Kölner Fußballhimmel aufzugehen.
.NEWSLETTER




