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Im Schatten der Moschee

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Im zweiten Teil unserer Serie zu den „Kultplätzen der Stadt“ geht es diesmal um den Ascheplatz neben der Zentralmoschee in Ehrenfeld. Dort herrscht an jedem Tag der Woche Hochbetrieb.
Moschee

Aus den Räumen des Gebetshauses, das im vergangenen Jahr offiziell eröffnet wurde, besitzt man den besten Blick auf den Platz (Foto: Thomas Berger)

Im Schatten der imposanten Zentralmoschee an der Venloer Straße fällt der anliegende Fußballplatz zunächst gar nicht auf. Wobei: Im Schatten liegt er wenn überhaupt nur im übertragenen Sinne – Lichtschutz bietet das islamische Gotteshaus auch zur Mittagszeit nicht wirklich. Das mag im dieses Jahr eher kühlen Februar und März noch eine angenehme Sache sein, bei Temperaturen deutlich über dem Nullpunkt kann es aber schon mal extrem heiß werden auf dem Aschenplatz im Stadtteil Ehrenfeld. Schatten bekommen höchstens die Trainer und Ersatzspieler ab, zumindest einige wenige, denn Platz ist auf den beiden überdachten Trainerbänken an der Seitenlinie jeweils maximal für drei Leute. Da die Überdachung durchsichtig ist, ist ein Platz auf einer der Sitzschalen aus rotem Plastik jedoch auch nicht unbedingt erstrebenswert. Es sei denn, es regnet.

„Vorgarten“ des Gebetshauses

Neben jeder Trainerbank stehen große Plastiktonnen, bis zum Rand gefüllt mit ausgetrunkenen Wasserflaschen. Auch im Winter bei Minusgraden – in der prallen Sonne muss man nun mal viel trinken. Bei der hohen Anzahl von Kickern, die sich täglich auf dem Platz an der Inneren Kanalstraße verausgaben, müssen die Tonnen wahrscheinlich mehrmals am Tag geleert werden. Man denkt an das Pfandgeld, das dabei zusammenkommt – davon werden im nebenan liegenden Supermarkt bestimmt neue, volle Flaschen gekauft. Doch nicht nur auf Sommerhitze, sondern auch auf andere Naturphänomene ist der Ehrenfelder Bolzplatz bestens vorbereitet. An den Flutlichtmasten prangen Schilder, die empfehlen, „bei Gewitter mindestens 10 Meter Abstand“ zu halten.

Diese alten Stadionmasten scheinen fast zu verschwinden hinter den beiden aufragenden Türmen der Moschee – es wirkt beinahe, als wäre der Platz eine Art Vorgarten des Gebetshauses. Die beste Sicht auf das Treiben gibt es sicherlich von den Fenstern des Schmuckstücks aus. Wahrscheinlich könnte diese Sicht nur durch den Ausblick vom Colonius getoppt werden. Der Kölner Fernsehturm rahmt den Aschenplatz gemeinsam mit der Moschee und einem alten Siemens-Gebäude ein, weshalb der Blick beim Betreten des Platzes automatisch umherschweift. Der Colonius scheint geradezu über den Platz zu wachen.

Von dessen Spitze aus hätte man mit Sicherheit einen atemberaubenden Blick auf Ehrenfeld, die Venloer Straße, den Grüngürtel, die Moschee und ihren eigenen „Garten“. Der ist zwar nicht besonders grün, lädt jedoch gerade an einem sonnigen Wochenende zweifelsohne zum Verweilen ein. Und im Schatten der Moschee ist reges Treiben garantiert. Das liegt vor allem am DSK Köln, dem Sportverein, der 2011 durch eine Fusion der Türkischen Union Ditib und Germania Nippes entstanden ist. „Wir haben den Verein damals für türkische Jugendliche gegründet, um den Sport- und Fußballbedarf abzudecken“, erinnert sich Präsident Ertugrul Güleryüz. „Wir sind ein funktionierender Sportverein, der die integrative Arbeit in den Vordergrund stellt. Wir wollen die Gesellschaft vereinen und ein Klub für jedermann sein.“

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