Köln.Sport

Hut ab, Herr Veh!

Der 1. FC Köln hat sich in der Winterpause mit Johannes Geis namhaft verstärkt, auch ein anderer Bundesliga-Profi soll kurz vor der Unterschrift sehen. Dafür gebührt Armin Veh Respekt. Der Köln.Sport-Kommentar.
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Johannes Geis soll dem FC sofort weiterhelfen – und in der ersten Liga dann eine entscheidende Rolle spielen. (Foto: imago/RHR-Foto)

Seit Armin Veh am Geißbockheim als Geschäftsführer Sport das Ruder übernommen hat, hat er bereits einige Veränderungen angestoßen, vor allem personeller Natur. Er wolle eine Mannschaft, die nicht nur erfolgreich, sondern auch schönen Fußball spielt, hatte er bei seinem Amtsantritt gesagt, und dass er alles dafür tun werde, das passende Personal ans Geißbockheim zu holen. Am Sonntagabend verkündete der 1. FC Köln die Verpflichtung von Johannes Geis, und glaubt man dem „kicker“, soll auch Bremens Florian Kainz kurz vor einer Unterschrift beim Effzeh stehen.

Zwei Transfers, die zeigen, dass Armin Veh die Hinrunde genau verfolgt hat – und die offensichtlichen Probleme quasi mit einem Schlag angegangen ist. Auf der Sechs fehlte seit jeher eine zuverlässige Alternative zu Marco Höger, im Idealfall ein sogenannter „Box-to-Box“-Spieler, der defensiv aufräumen und offensiv ankurbeln kann. Ob mit Johannes Geis dieser Spieler verpflichtet wurde, darf durchaus angezweifelt werden – dennoch gehen die Kölner beim Mittelfeldspieler, der bereits für Greuter Fürth, Mainz 05, Schalke 04 und leihweise mit überschaubarem Erfolg für den FC Sevilla auflief, kaum ein Risiko ein, sein Vertrag gilt erstmal nur bis Saisonende und verlängert sich erst im Aufstiegsfall.

Geis tritt gute Standards und besitzt eine starke Übersicht, wenn er auch im athletischen Bereich seit jeher das ein oder andere Defizit aufweist. Er ist kein klassischer Abräumer oder Kämpfer, verleiht den Kölnern jedoch auf der Sechs eine spielerische Dimension, die keiner der anderen FC-Profis auf dieser Position aufweisen kann. „Das Ziel für die verbleibende Saison ist klar: Wir wollen aufsteigen. Auf diese Herausforderung habe ich richtig Lust und möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir das erreichen“, sagt die neue Nummer Acht.

Ein anderer Transfer ist noch nicht offiziell, könnte dies aber bereits im Laufe des Tages werden: Mit Florian Kainz schließt der FC wohl seine andere neuralgische Position auf dem Flügel, auf den ersten Blick gibt es bei den Fähigkeiten Kainz‘ keinen Grund, warum er mit seinem Tempo nicht auch perfekt in das System von Markus Anfang passen sollte. Und eine Verpflichtung des Österreichers würde auch den Konkurrenzkampf neu anheizen, da mit Marcel Risse, Christian Clemens und eben Kainz drei praktisch gleichwertige Flügelspieler zur Verfügung stehen.

Der FC setzt die Segel ganz klar Richtung Angriff, das tat man vor der Saison bereits, und unterstrich dies durch die neuerliche(n) Verpflichtung(en) noch einmal. Armin Veh gebührt dabei Respekt, da er sich in Liga Zwei nicht zurücklehnt, sondern weiter an einem Kader bastelt, der den Aufstieg – klopf auf Holz – wahrscheinlich auch so perfekt gemacht hätte. So verstärkt sich der Effzeh für die Gegenwart mit Blick auf die Zukunft, ohne dabei ein großes Risiko einzugehen. Hut ab, Herr Veh!

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