Köln.Sport

Hector oder Plattenhardt?

Die WM steht vor der Tür und damit auch die Frage, welcher Elf Jogi Löw in Russland vertraut. Auf der Linksverteidiger-Position scheint Hector gesetzt, aber ist er wirklich unantastbar?
Hector Plattenhardt

Hat Jonas Hector gegen Marvin Plattenhardt am Ende die Nase vorne? (Foto: imago/Schüler)

Zwar gilt Kölns Hector – nicht zuletzt aufgrund mangelnder Konkurrenz auf seiner Position – als gesetzt, doch restlos überzeugen konnte der 28-Jährige in den Testspielen vor der WM nicht. Dass sich unter Joachim Löw niemand auf seinen Lorbeeren ausruhen darf, hat der Bundestrainer mit der Nicht-Nominierung von Leroy Sané eindrucksvoll bewiesen. Köln.Sport macht den Check: Muss Jonas Hector wirklich Angst vor Marvin Plattenhardt haben, oder ist sein Stammplatz in Stein gemeißelt? Wir vergleichen beide Akteuere in fünf Kategorien:

Zweikampfstärke

Plattenhardts Zweikampfquote (58,4 Prozent) ist zwar ein wenig besser als die von Hector (54,1 Prozent), allerdings muss bei ihm bemängelt werden, dass er  deutlich weniger Zweikämpfe pro Spiel führt, als sein Kontrahent. Ähnlich sieht es in der Luft aus: Plattenhardt gewann 64,6 Prozent seiner Kopfballduelle, Hector nur 53,4 – allerdings hat der Berliner auch deutlich weniger Luftkämpfe (48) geführt als Hector (88), und das, obwohl er fast doppelt so viele Spiele absolviert hat.

Ergebnis: Unentschieden (Hector 1 : 1 Plattenhardt)

Flanken

Flanken sind die große Stärke von Marvin Plattenhardt. Während Hector, der beim FC teilweise auch im Mittelfeld eingesetzt wurde, lediglich 0,5 Flanken pro Spiel schlägt, sind es bei Plattenhardt drei mal so viele. Seine präzise geschlagenen Hereingaben finden auch häufiger die eigenen Mitspielern. Sieben Torvorlagen in 33 Spielen sind für einen Außenverteidiger ein starker Wert.

Ergebnis: Punkt für Plattenhardt (Hector 1 : 2 Plattenhardt)

Tempo und Ausdauer

Hertha-Trainer Pal Dardai spricht bei Marvin Plattenhardt häufig von „internationaler Schnelligkeit“. Doch auch Hector muss sich in dieser Kategorie nicht verstecken: Er war der mit einer Geschwindigkeit von 34,78 Km/h der schnellste Verteidiger der Bundesliga-Saison 2015/16. Auch über die nötige Laufbereitschaft und Ausdauer verfügt der gebürtige Saarländer. Setzt man die Laufweite der beiden in Relation zu ihrer Spielzeit, hat Hector die Nase vorne. Er legt 11,65 Km pro Spiel zurück, Plattenhardt lediglich 9,96 Km.

Ergebnis: Punkt für Hector (Hector 2 : 2 Plattenhardt)

Erfahrung

Gerade bei einem so großen Turnier wie der Weltmeisterschaft kann die internationale Erfahrung ausschlaggebend sein. Dieser Punkt geht ohne Zweifel an den „Geißbock“. Während sowohl Hector als auch Plattenhardt in dieser Saison zum ersten Mal in der Europa League auflaufen durften, kommt dem Kölner zugute, dass er in der Nationalmannschaft schon seit Jahren eine feste Größe ist. Bei der EM 2016 und beim Confed Cup hat als Stammspieler bewiesen, dass Löw sich bei großen Turnieren auf ihn verlassen kann. Insgesamt hat der 28-Jährige schon 38 Länderspiele absolviert.

Ergebnis: Punkt für Hector (Hector 3 : 2 Plattenhardt)

Form

Gegen Wolfsburg schoss Hector am letzten Spieltag das Tor der Saison und stellte dabei eindrucksvoll seine technischen Fähigkeiten unter Beweis. Insgesamt war es allerdings – auch aufgrund einer langwierigen Verletzung in der Hinserie – sicher nicht seine beste Saison. Plattenhardt hat 2017/18 nur ein Spiel verpasst und landete mit Hertha auf dem 10. Platz. Seine Leistungen waren dabei auf einem konstanten Niveau. Sport 1 bewertet beide Spieler gleich, sowohl Hector als auch Plattenhardt erzielten in ihren Partien einen Notenschnitt von 3,5. In der Nationalelf ist Hector normalerweise ein zuverlässiger Leistungsträger, in den Testspielen gegen Österreich und Saudi Arabien konnte er allerdings nicht überzeugen. Da Plattenhardt gar nicht zum Einsatz kam, kann sich der Berliner in Puncto Form allerdings auch nicht auszeichnen.

Ergebnis: Unentschieden (Hector 4 : 3 Plattenhardt)

Fazit

Unter Löw wird Jonas Hector auch in Russland gesetzt sein, und das zurecht. Zwar ist die Analyse knapper ausgefallen als erwartet, doch vor allem Hectors Allround-Fähigkeiten sowie sein Standing in der Nationalelf macht den Unterschied. Im DFB-Dress steht der Kölner Linksverteidiger für Konstanz und Jogi Löw weiß, dass er sich stets auf seinen Musterschüler verlassen kann. Plattenhardt steht als solider Backup bereit, wenn Hector sich verletzen sollte.

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