Köln.Sport

Hector beim DFB: Auf Bewährung

Bundestrainer Joachim Löw hat FC-Kapitän Jonas Hector wieder zur Nationalmannschaft eingeladen. Dabei spielt der 29-Jährige zunächst auf Bewährung. Der Köln.Sport-Kommentar
Hector

Jonas Hector ist zurück im DFB-Team. (Foto: imago images/DeFodi)

Es war keine einfache Saison für Jonas Hector. Der Linksverteidiger, der sich vor der Spielzeit medienwirksam zum FC bekannt und damit auch ein Stück weit seine Nationalmannschaftskarriere aufs Spiel gesetzt hatte, brachte in der Hinrunde selten Konstanz in sein Spiel. Obwohl dies wohl eher auf die vielen Positionswechsel unter Markus Anfang zurückzuführen ist, entfernte sich Hector weiter und weiter von dem Standard, der ihm bereits 42 A-Länderspiele für Deutschland sowie einen Stammplatz auf der linken Abwehrseite einbrachte. BVB-Neuzugang Nico Schulz und sogar Marcel Halstenberg von RB Leipzig zogen an ihm vorbei, leistungstechnisch und im Ansehen des Bundestrainers. So ließ nach der völlig verkorksten WM zunächst nichts darauf schließen, dass Hector im angestrebten Neuaufbau der Nationalmannschaft eingeplant sein sollte.

Es kam die Rückrunde, in der Hector auf dem Platz lauter wurde und Konstanz in seine Leistungen brachte. Dass er dabei vermehrt wieder als Linksverteidiger auflief, stärkte seine Position auf eine Rückkehr. Seit der Entlassung von Markus Anfang war Hector in den letzten drei Saisonspielen der wohl beste Mann, führte die Mannschaft an und zeigte gegen Regensburg gar seinen Torinstinkt. So kam der Anruf von Jogi Löw, der traditionell lange an seinen „Lieblingsspielern“, zu denen Hector zweifellos zählt, festhält, nicht sonderlich überraschend – auszugehen war davon allerdings nicht. Auch Jonas Hector selbst hätte es wohl verstanden, wenn er erst nach einigen guten Leistungen in der Bundesliga wieder eingeladen worden wäre.

So oder so: Mit Schulz, Halstenberg und eben Hector hat der Bundestrainer nun drei Linksverteidiger nominiert, ein Zeichen, dass der Konkurrenzkampf um die Stammposition eröffnet ist. Hector, der zunächst abgehängt schien, darf sich nun also doch noch einmal beweisen. So spielt der kölsche Kapitän sozusagen auf Bewährung, da nicht davon auszugehen ist, dass Löw durch den Aufstieg die DFB-interne Hackordnung hinten links auf den Kopf stellen wird. Und für Hector ist es ein schönes Zeichen, dass seine Leistungssprünge der vergangenen Wochen trotz Liga zwei nicht unbemerkt blieben. Und führt er diese in Liga eins weiter fort, dürfte es mit der Bewährung auch bald wieder vorbei sein.

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