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Handball-WM: Modell mit Zukunft?

Gemeinsam mit Dänemark richtete Deutschland vom 10. bis 27. Januar die Handball-Weltmeisterschaft der Männer aus, auch Köln war als Spielort mit von der Partie. Zwei Gastgeber für ein Turnier – ein Modell mit Zukunft?
Handball-WM

Mit Leidenschaft und Teamgeist begeisterte das DHB-Team bei der in zwei Ländern ausgetragenen Handball-WM. (Foto: imago/Sven Simon)

Es war das erste Mal, dass eine WM im Handball gleichzeitig in zwei Ländern organisiert wurde. Sowohl die dänischen Städte Herning und Kopenhagen sowie Berlin, München, Hamburg und natürlich Köln machten bei der Ausrichtung der Spiele einen tollen Job. Dieses sogenannte Co-Hosting ist eine Entwicklung, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat, auch in den nächsten Jahren wird die Anzahl von co-hosted Sportevents weiter steigen. Aus diesem Grund wurden im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts während der Handball-WM 2019 die Zuschauerinnen und Zuschauer der Hauptrundenspiele in Herning und Köln befragt. Erste Ergebnisse einer Teilauswertung liefern interessante Einsichten zum Phänomen Co-Hosting von Sportevents. 

Die Befragten in beiden Ländern nehmen es als besonders passend wahr, dass Dänemark und Deutschland die WM zusammen ausrichten. Einem Teil der Befragten in beiden Ländern war jedoch gar nicht bewusst, dass die Handball WM durch zwei Länder ausgetragen wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahrnehmung als ein gemeinsames Sportevent in Dänemark (63%) deutlich stärker ausgeprägt ist als in Deutschland (45%). In einer vorherigen Studie wurde die Wahrnehmung als eine Sportgroßveranstaltung als wichtige Voraussetzung für den Erfolg von co-hosted Sportevents und daraus resultierender gesellschaftlicher Wirkungen identifiziert.

„Infrastruktur sinnvoll genutzt“

Eine zweite wesentliche Voraussetzung ist der sportliche Erfolg der ausrichtenden Nationen. In beiden Ländern wird das sportliche Abschneiden der eigenen Nationalmannschaft als erfolgreich und das sportliche Abschneiden des anderen Ausrichters positiv bewertet. Deutlich differenzierter werden die Wirkungen des sportlichen Erfolgs in beiden Ländern gesehen.  

„Die Handball WM 2019 ist ohne Zweifel ein gutes Beispiel dafür, dass Sportgroßveranstaltungen als Co-Hosting nachhaltig und mit hoher gesellschaftlichen Akzeptanz umgesetzt werden können“, sagt Projektleiter Dr. Stefan Walzel. „Die Kosten und die Risiken für die Ausrichtung werden zwischen den Ausrichtern verteilt, die bestehende Sportinfrastruktur in beiden Ländern wurde sinnvoll genutzt, und durch zwei Heimmannschaften sind die Arenen bei fast allen Spielen gut gefüllt. Dies spiegelt sich u.a. auch in den Zuschauerrekorden und Ticketeinnahmen wider. Das Co-Hosting entwickelt sich somit immer mehr zu einer sinnvollen und nachhaltigen Alternative im Vergleich zur Alleinausrichtung von Sportgroßveranstaltungen. Zukünftige Ausrichter von co-hosted Sportevents sollten jedoch das Potential für gesellschaftliche Wirkungen über Ländergrenzen hinweg nutzen und proaktiv gemeinsame Maßnahmen planen und umsetzen.“

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