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Gomez schockt den FC

44 Minuten spielt der 1. FC Köln gegen Stuttgart richtig guten Fußball, dann allerdings kommt es knüppeldick für die Geißböcke. Durch die 2:3-Heimniederlage bleibt der Abstand auf den Relegationsplatz bei acht Punkten.
Stuttgart jubelt

Vielleicht die spielentscheidende Szene: Timo Horn patzt beim 1:2, Daniel Ginczek (Nummer 33) jubelt (Foto: imago/DeFodi)

Mit dem Selbstvertrauen eines wichtigen Auswärtssieges ging der 1. FC Köln in das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart, in dem ein weiterer „Dreier“ folgen sollte. Trainer Stefan Ruthenbeck wartete mit einer Überraschung auf und brachte Claudio Pizarro für Jannes Horn, der beim Sieg in Leipzig nicht überzeugen konnte. Taktisch bedeutete dies die Umstellung auf eine Dreierkette, die in Stuttgarter Ballbesitz durch Risse rechts und Hector links zu einer Fünferkette wurde. Vorne sollten Yuya Osako, Simon Terodde und der 39-jährige Pizarro für Gefahr sorgen.

Und tatsächlich, der Peruaner zeigte früh, dass er den Torriecher auch im Herbst seiner Karriere nicht verloren hat. Ganze sieben Minuten brauchte der technisch starke Stürmer, um das in ihn gesetzte Vertrauen zurückzuzahlen. Nach einem Ballgewinn von Marco Höger und einem feinen Pass von Osako fackelte „Pizza“ nicht lange und vollendete mit linkem Fuß per Flachschuss eiskalt zur FC-Führung.

FC stark – und dilettantisch

Die Führung verdienten sich die Hausherren in der Folge durch einen selbstbewussten und couragierten Auftritt. Nach erstklassigen Chancen durch Hector (19.), Terodde (30.) und einem aberkannten Tor durch Osako (37.) mussten sich die FC-Profis sogar ärgern, dass sie die Führung nicht schon auf 2:0 oder 3:0 ausgebaut hatten. Die Bestrafung folgte, wie so oft im Fußball, auf dem Fuß: Denn die bis dato komplett indisponierten Gästen drehten kurz vor der Pause dann spät doch noch auf – mit maximalem Ertrag.

Zunächst verwertete Mario Gomez in der 45. Minute eine Thommy-Flanke per Direktabnahme zum Ausgleich, zwei Minuten später kullerte ein weiterer, vermeintlich harmloser Gomez-Schuss am sonst so sicheren Timo Horn vorbei ins Tor. So ging die Ruthenbeck-Elf trotz starker Leistung mit 1:2 in die Kabine.

Da der Kölner Coach seiner Mannschaft außer mangelnder Kaltschnäuzigkeit und zwei Blackouts nichts vorwerfen konnte, schickte er zur zweiten Hälfte personell die gleiche Elf aufs Feld. Diese zeigte sich jedoch auch nach dem Pausentee noch geschockt und konnte nicht an die Leistung der ersten 45 Minuten anknüpfen. Die Verunsicherung nutzten die effektiven Schwaben sofort aus: Rechtsverteidiger Andreas Beck erhöhte per Flachschuss auf 3:1 aus Gästesicht (57.).

In Bremen zum Siegen verdammt

Von diesem Rückschlag konnten sich die Geißböcke nicht mehr erholen. Koziello (59.) und der eingewechselte Leo Bittencourt (80.) scheiterten vor dem Gästetor, der Anschlusstreffer durch Joker Milos Jojic per sehenswerten Freistoß kam zu spät (86.). Durch die 2:3-Heimniederlage rückt das Wunder vom Klassenerhalt in weite Ferne. Sollte nächste Woche in Bremen kein „Dreier“ rausspringen, müssen Veh und Co. Wohl für die zweite Liga planen.

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