Köln.Sport

Gelungener Einstand

Schon länger stand fest, dass Achim Beierlorzer neuer Trainer des 1. FC Köln wird. Heute wurde der 51-Jährige vorgestellt – und hinterließ dabei einen guten Eindruck.
Beierlorzer

Achim Beierlorzer hat in Köln einen Vertrag bis 2021 (Foto: imago images / Eduard Bopp)

Wer ist dieser Achim Beierlorzer? Welche Ideen bringt er mit nach Köln, welche Pläne hat er für die Bundesliga in Petto? Diese und viele weitere Fragen standen heute im Raum, bevor der 51-Jährige bei seiner offiziellen Vorstellung am Geißbockheim Licht ins Dunkel brachte. Bevor es allerdings los ging, begrüßte Beierlorzer jeden Einzelnen im Saal, ob Reporter oder Fotograf, per Handschlag.

Nicht mehr als eine Geste, und doch stellte sich gleich das Gefühl ein: Hier hat einer genau hingeschaut, scheiterte Vorgänger Markus Anfang in Köln doch nicht ausschließlich aufgrund sportlicher Krisen, sondern auch, weil er nie so richtig warm wurde mit dem Effzeh, Lockerheit und Nahbarkeit vermissen ließ. Diesen Eindruck wollte Beierlorzer wohl vermeiden. Und das gelang ihm.

Scherben bringen Glück

Spätestens als bei der Begrüßung eines der anwesenden Journalisten auch noch eine Tasse zu Bruch ging, hatte man den Eindruck, dass heute nichts mehr schief gehen kann.

Zunächst ergriff Armin Veh das Wort: „Ich bin davon überzeugt, dass er absolut zum FC passt“, begründete der Geschäftsführer seine Entscheidung pro Beierlorzer. In der kommenden halben Stunde wurde dann klar, wie Veh zu dieser Überzeugung gelangte.

Gut aufgelegt präsentierte sich der gebürtige Erlangener und versprühte bei der Beantwortung der vielen Fragen Souveränität und Elan. „Ich freue mich auf die Mannschaft, auf den Verein, die Stadt und die Menschen – auf die rheinischen Frohnaturen“, erklärte der ehemalige Gymnasial- und jetzige Fußball-Lehrer. Ein Satz, den man so oder so ähnlich bei jeder Trainervorstellungen am GBH hört. Beierlorzer allerdings gelang es, den Worten Leben einzuhauchen.

„Aktiven Fußball“ will Beierlorzer spielen lassen, und „den FC wieder in der Bundesliga etablieren.“ Taktische Details ließ er weitestgehend offen, klar ist aber: Seine Führungsqualitäten will der Franke einbringen. „Menschen zu führen ist das Entscheidende“, machte der Übungsleiter seine Hauptaufgabe aus. Zugute kommt ihm dabei seine alter Job als Mathematik- und Sport-Lehrer. Ein offenes Ohr für die Befindlichkeiten und Probleme seiner „Schüler“ zu haben, hat für Beierlorzer oberste Priorität.

Punktuelle Verstärkungen

Forderungen stellte der neue FC-Trainer indes nicht. „Punktuelle Verstärkungen“ solle es geben, mehr aber nicht. Denn mit dem vorhandenen Spielermaterial ist Beierlorzer sehr zufrieden. Sein Ziel: Den FC in der Liga etablieren. Realismus statt Träumerei – Versprechungen ließ sich Beierlorzer nicht entlocken. Knapp 35 Minuten nahm sich der Ex-Regensburg-Coach Zeit, dann waren alle Fragen beantwortet.

Ob Achim Beierlorzer, der als Cheftrainer noch keine Erstligaerfahrung aufweisen kann, den FC in der ersten Liga zu sportlichen Erfolgen führt, ist ungewiss. Fest steht hingegen: Sein Einstand beim Effzeh kann als gelungen bezeichnet werden.

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