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FVM-Pokal: Fortuna siegt am Tivoli

Kristoffer Andersen (l.) zählte im Pokalspiel bei Alemannia Aachen zu den Aktivposten bei Fortuna Köln Bild: Ben Horn

Kristoffer Andersen (l.) zählte im Pokalspiel bei Alemannia Aachen zu den Aktivposten bei Fortuna Köln
Bild: Ben Horn

Fortuna Köln kann doch noch gewinnen. Die Südstädter schlagen Alemannia Aachen mit 2:0 (1:0) und ziehen in die zweite Runde des FVM-Pokals ein.

Dank Toren von Ozan Yilmaz (45.) und Markus Pazurek (86.) schlägt Fortuna den Regionalligisten Alemannia Aachen mit 2:0 (1:0) und darf weiter vom Einzug in den DFB-Pokal träumen. In der Neuauflage des Verbandspokal-Endspiels von 2013 gelang der Elf von Trainer Uwe Koschinat am Aachener Tivoli der erhoffte Befreiungsschlag.

Aufstellungstechnisch sorgte Fortuna-Trainer Uwe Koschinat für eine Überraschung, indem er Kristoffer Andersen von Beginn an aufbot. Der Mittelfeldspieler, vor seiner Verletzung der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Südstädter, hatte die Woche über mit der Mannschaft trainiert und sollte gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber wieder eine Führungsrolle auf dem Rasen übernehmen. Den besseren Start am Tivoli erwischten aber die Hausherren, die immer wieder über die Außenpositionen den Weg hinter Fortunas Abwehr suchten.

Einen Schuss von Timo Staffeldt, der bis zum Sommer noch bei Viktoria Köln gespielt hatte, blockte Boné Uaferro ab, bevor es für Keeper Tim Boss hätte gefährlich werden können (7.). Und auch bei einem Versuch von Bastian Müller brachte Uaferro seinen Kopf noch dazwischen (19.). Bei der anschließenden Ecke war dann aber Boss gefordert: Kopfballspezialist Jannik Löhden, ebenfalls bis vor kurzem noch im Viktoria-Dress unterwegs, war in bekannter Manier zur Stelle, doch Fortunas Schlussmann flog und bewahrte die Gäste mit einer sehenswerten Parade vor dem Rückstand (20.). Dieser wäre Mitte der ersten Halbzeit allerdings gar nicht mal unverdient gewesen.

Die Alemannia kontrollierte das Geschehen und die Südstädter waren lediglich in der Lage zu reagieren. Das taten sie oftmals zu langsam. Wie Markus Pazurek, der sich nur mit einem taktischen Foul behelfen konnte und zu Recht die Gelbe Karte sah (23.). Kurze Zeit später musste dann Tobias Fink aufgrund von Adduktorenproblemen den Platz verlassen. Für ihn kam Ozan Yilmaz, der sich gleich auf die rechte Abwehrseite orientierte. Kusi Kwame nahm dafür Finks Platz links hinten ein (26.).

Während die Koschinat-Elf in dieser Phase kaum für Entlastung sorgen konnte, kamen die Hausherren der Führung immer näher. Ein abgefälschter Schuss von Dominik Ernst landete am Außenpfosten (32.). Boss war schon auf dem Weg in die andere Ecke und konnte das Spielgerät lediglich noch vorbei gucken. Zudem sorgte jede Standardsituation, die in den Kölner Strafraum segelte, für Gefahr.

Ein erstes offensives Lebenszeichen der Fortuna dann kurz vor der Pause: Nach Foul am schnellen Julius Biada zirkelte Marco Königs den Freistoß aus 18 Metern knapp über die Latte des Aachener Gehäuses (40.). Besser machte es mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit Ozan Yilmaz: Nach einem erneuten Foul an Biada wurde Lars Benders Freistoß zunächst abgewehrt, doch im Rückraum stand Yilmaz richtig, nahm den Ball mit der Brust an und nagelte ihn trocken und unhaltbar aus 18 Metern ins lange Eck (45.). Eine glückliche Pausenführung für die Fortuna, die sich zu keinem Zeitpunkt angebahnt hatte.

Fast wäre die Fortuna-Führung direkt nach der Pause auch schon wieder Geschichte gewesen. Yilmaz fing den Ball vor dem eigenen Strafraum im Liegen mit der Hand ab. Den fälligen Freistoß knallte Staffeldt an die Latte (47.). Insgesamt kamen die Südstädter aber besser aus der Kabine, als noch im ersten Durchgang. Insbesondere Andersen überzeugte mit gewohnter Ballsicherheit und guter Übersicht. Nach einer knappen Stunde nahm Koschinat den unauffälligen Johannes Rahn vom Feld und brachte Michael Kessel (57.). Angetrieben vom Aachener Fanblock entwickelte sich nun eine typische, zunehmend hitzige Pokalatmosphäre. Einzig das Spiel konnte der guten Stimmung nicht gerecht werden. Viele Fouls und Unterbrechungen behinderten den Spielfluss.

Knapp zwanzig Minuten vor dem Ende war zumindest Andersens Arbeitstag beendet. Da die Kräfte nach der langen Verletzungspause schwanden, brachte Koschinat Andreas Glockner (72.). Kurz zuvor hatte Boss Fortuna vor dem Ausgleich bewahrt, als er einen Schuss von Maciej Zieba sicher parieren konnte (69.). Aachens bis dato größte Ausgleichschance bot sich zehn Minuten vor dem Ende Viktor Maier. Weil sich Uaferro bei einer Flanke von der linken Seite mächtig verschätzte, kam Alemannias Stürmer völlig frei zum Kopfball, zielte aber zu hoch (80.).

Auf der Gegenseite machten es die Gäste besser: Nach einer Ecke von rechts stand Uaferro in der Mitte blank und köpfte den Ball Richtung Tor. Dort lauerte Pazurek und drückte den Ball über die Linie (86.). Das 2:0 war gleichbedeutend mit der Entscheidung. Aachen mühte sich, konnte das Gästegehäuse aber nicht mehr in Gefahr bringen. So hielt Tim Boss seinen Kasten erstmals in dieser Saison sauber und die Südstädter zogen in die zweite Pokalrunde ein – ohne Glanz aber mit viel Effektivität.

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