Köln.Sport

Fünf Erkenntnisse zum 5. Spieltag

Der 1. FC Köln hat am 5. Spieltag mit 0:4 beim FC Bayern München verloren. Die Köln.Sport-Erkenntnisse zur Partie gegen den Rekordmeister.
Bayern

Für Schiri Ittrich wars Rot: Das Foul von Kingsley Ehizibue an Philippe Coutinho. (Foto: imago images/Sven Simon)

1 Dieses Rot war ein Witz!

Nein, Kingsley Ehizibue erlebte bei seiner Premiere in der Allianz-Arena mit Sicherheit nicht den besten Tag. Zu häufig reagierte er auf sich ihm bietenden Platz auf der Außenbahn zögerlich, die klare Linie in seinem Spiel verlor er wohl auch vor Nervosität fast komplett. Dass ihn der völlig unterirdische Schiedsrichter Patrick Ittrich dann jedoch bei der Szene vor dem Elfmeter zum 3:0 dann allerdings vom Platz stellte, hatte selbst „Easy“ nicht verdient. Dass es ein elfmeterreifes Foul von Ehizibue gewesen war, ist vollkommen unstrittig – eine klare Notbremse sieht jedoch anders aus, zumal Timo Horn bereits herausgeeilt war. Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl seitens Ittrichs wäre hier angebracht gewesen, stattdessen packte er lieber die gute alte Doppelbestrafung aus und nahm den Geißböcken die ohnehin nicht mehr vorhandene Resthoffnung. Warum er sich zudem den Elfmeter noch einmal anschaut, beim Foul jedoch darauf verzichtet, ist eine dieser Fragen an den Videobeweis, der an diesem Wochenende in vielen Partien wieder auf ganzer Linie versagte. Es ist zum Verrücktwerden.

2 Die Luftzweikämpfe werden langsam zum Problem.

Schon im Derby wurde ersichtlich: Gegen präsente Akteure im Kopfballspiel haben die Verteidiger des 1. FC Köln besonders in der Luft erhebliche Zweikampfprobleme. Und was gegen Thuram, Plea und Co. schon nicht klappte, wurde gegen die Bayern erneut deutlich: Lange Bälle, ob von Timo Horn aus dem Strafraum heraus oder vom Gegner in den Strafraum hinein, sorgen immer wieder für lichterlohe Gefahr. Dass die Abstöße Horns regelmäßig beim Gegner landen, daran hat man sich (leider) schon fast gewöhnt. Beim 2:0 der Bayern direkt nach der Pause hatte es Lewandowski ebenfalls zu einfach, als Czichos ihn trotz eigentlicher Bewachung in der Luft kein bisschen stören konnte. In den Zweikämpfen ist der FC aktuell immer einen Schritt hinten dran.

3 Der Mittelstürmer fehlte.

Es ist die Frage nach dem Ansatz in München: Mit allen Mann mauern oder mutig nach vorne verteidigen? Von Minute 15 bis 45 entschied sich der FC für die zweitere Variante, machte ein gutes Spiel und kam vor allem durch Jhon Córdoba immer wieder zu Annäherungsversuchen ans Münchner Tor. In der ein oder anderen Situation, beispielsweise beim Freistoß von Florian Kainz, den Neuer nur abprallen lassen könnte, hätte jedoch ein Mitteltürmer wie Modeste oder Terodde gut getan, um auf genau diese Situationen zu lauern. Stattdessen musste Córdoba sich jedes Mal allein auf weiter Flur behaupten, was ihm überraschenderweise schwer fiel. Dass die Partie mit einem der genannten Mittelstürmer neben Córdoba anders ausgegangen wäre, darf jedoch trotzdem erheblich bezweifelt werden.

4 Armin Veh poltert gegen den Schiedsrichter.

Wie in Erkenntis 1 erwähnt zeigte Patrick Ittrich eine grausame Schiedsrichterleistung. Eigentlich extrem kleinlich in der Zweikampfbewertung, ahndete er ein rüdes Foul von Süle gegen Córdoba nicht einmal mit Gelb, auch Jerome Boateng hätte sich über einen Platzverweis mit gelb-rot nicht zwingend beschweren dürfen. Dass der FC zudem einen klaren Elfmeter an Simon Terodde nicht bekommt, rundet das Bild ab. Dann jedoch wie Armin Veh öffentlich zu poltern, der Schiri hätte auch ein Bayern-Trikot anziehen können, scheint dann doch etwas kindisch. Durch diesen Kommentar sieht es nun aus, als schiebe der Geschäftsführer Sport die Niederlage auf den Schiedsrichter, was angesichts des Spielverlaufs lächerlich ist. Inhaltlich hat Veh mit seiner Aussage recht – von einem Geschäftsführer Sport darf man in so einer Situation jedoch etwas mehr Coolness erwarten.

5 Gegen Hertha wirds wichtig.

Drei Punkte aus fünf Spielen – die meisten FC-Fans hätten es angesichts der Bilanz in Freiburg vor dem 2:1-Auswärtssieg vor der Spielzeit sicher unterschrieben. Nun ist dies jedoch plötzlich viel zu wenig – nichts neues in Köln. Die Partie gegen Hertha besitzt enorme Wichtigkeit, sie dürfte im Laufe der Woche in vielen Medien bereits als „Schicksalsspiel“ angekündigt werden. Es ist die wohl erste Partie in dieser Bundesliga-Saison, in der die Kölner nicht als Außenseiter ins Spiel gehen, ein Spiel gegen einen direkten Konkurrenten. Die Bedeutung liegt auf der Hand. Gleich wieder in Panik zu verfallen, sollte es am Sonntagabend daneben gehen, hilft allerdings auch noch niemandem weiter. Nur so für den Hinterkopf.

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