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Köln.Sport

Fortuna nach Müngersdorf?

So unterschiedlich die drei größten Kölner Fussball-Vereine auch sein mögen, eine Tatsache eint sie zur Zeit: Mit ihren Heimspielstätten sind der Effzeh, Fortuna sowie Viktoria Köln nicht so richtig glücklich…
Südstadion

Trotz Umbauarbeiten (wie hier 2014) wird das Südstadion laut Michael Schwetje „niemals zweitligatauglich sein“ (Foto: imago/Eduard Bopp)

Die Stadiondiskussion um den 1. FC Köln ist in der Domstadt längst zum Politikum geworden. Ausbau oder Neubau – eigentlich wollten die „Geißböcke“ bis Ende 2017 eine grundsätzliche Entscheidung getroffen haben, doch in Zeiten der sportlichen Krise bzw. im aktuellen Aufschwung sind die Verantwortlichen wohl recht froh, dass zur aktuell nur die sportlichen Geschehnisse im Fokus stehen und auf sämtlichen Nebenschauplätzen Ruhe herrscht. Entscheidung also vertagt, vorerst!

Während im Kölner Westen also die Stadiondiskussion weitestgehend verstummt ist, befeuerte sie Fortuna-Investor Michael Schwetje in der Südstadt vor kurzem. Im Falle eines Aufstieges „würde es nach Müngersdorf gehen. Wir wissen prinzipiell, wie es dort funktioniert und was es kostet. Klar gäbe es noch viele Details zu besprechen, wenn zwei Vereine dort spielen. Aber die Lizenzierungsunterlagen als solche, die sind klar“ so Schwetje in einem Interview mit dem „Kölner Stadtanzeiger“ (19.01.).

Fortuna nach Müngersdorf, Viktoria in die Südstadt?

Worte, die Fortuna-Anhänger nicht gerne hören dürften, denn der Südstadt-Club in Müngersdorf, das wäre schon gewöhnungsbedürftig. „Es gibt halt keine Alternative, denn das Südstadion wird niemals zweitligatauglich sein. Man braucht 15.000 Plätze, die Tribünen müssen komplett überdacht sein, um nur ein paar Beispiele zu nennen“, macht Schwetje jedoch deutlich, dass es aktuell keinerlei Optionen zum Umzug geben würde.

Ähnliches gilt für den rechtsrheinischen Regionalligisten Viktoria Köln, der seine Heimspiele im Falle eines Aufstieges in die 3. Liga wahrscheinlich nicht im Sportpark Höhenberg austragen könnte. Viktoria-Heimspiele zukünftig also im Südstadion? „Diese Frage muss die Viktoria beantworten. Mir gehört das Stadion nicht, es gehört der Stadt. Und die Stadt wird es der Viktoria nicht verweigern“, so Schwetje gegenüber dem KStA.

Gemeinsame Sache? Wohl eher nicht!

Gedankenspiele über eine neue Arena, bestenfalls sogar mit Einkaufsmöglichkeiten oder einem integrierten Hotel, gibt es bei Viktoria-Mäzen Franz-Josef Wernze schon lange: „Wir würden an jedem Ort spielen, wo die Identität der Viktoria als ‚Verein der Schäl Sick‘ wiederzuerkennen ist“ so Wernze im Köln.Sport-Interview (Ausgabe 03/17). Da allerdings auch Fortuna Köln nicht die Rheinseite wechseln möchte, scheint aktuell ein gemeinsam genutztes Stadion keine Option.

„Uns fehlt ein zweit- und drittligataugliches Stadion in Köln. Da trennt Viktoria und uns nicht das Interesse, da trennt uns ein Stück weit der Rhein und die Standort-Frage. Denn natürlich ist Müngersdorf prinzipiell viel zu groß und zu teuer für einen Verein mit dem Zuschauerandrang der Fortuna. Einen neuen Stand der Dinge gibt es aber nicht“, so Schwetje.

Bleibt also bei allen drei Vereinen alles beim alten? Auszuschließen ist das nicht. Sollte allerdings entweder Fortuna Köln oder – was aktuell wahrscheinlicher scheint – Viktoria Köln tatsächlich der Aufstieg gelingen, dürften die Diskussionen eine ganz andere Dynamik annehmen.

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