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Fortuna mit Last-Minute-Sieg!

Es war hitzig, torreich und emotional – das Kölner Pokal-Derby zwischen Viktoria und Fortuna hatte alles, was sich Fans von ihm erwarteten. Am Ende jubelten die Gäste aus der Südstadt im Sportpark Höhenberg.
Derby

Lachende Gesichter bei den Fortuna-Spielern. Die Südstädter sind eine Runde weiter! (Foto: imago/foto2press)

Mit viel Spannung war das Derby zwischen dem FC Viktoria Köln und dem SC Fortuna Köln am gestrigen Dienstag Abend erwartet worden. Schließlich ging es um nichts geringeres als den Einzug in die Vorschlussrunde des FVM-Pokal und somit auch um den Erhalt der Chance, nächste Saison möglicherweise im DFB-Pokal mitmischen zu dürfen. Darüber hinaus stand beim Flutlichtspiel in Höhenberg in gewisser Weise auch die Hackordnung im Kölner Fußball auf dem Prüfstand – der Spitzenreiter der Regionalliga West wollte dem abstiegsbedrohten Drittligisten aus der Südstadt schon einmal zeigen, wer in den kommenden Jahren die Nummer Zwei in der Domstadt sein möchte.

Doch in den Anfangsminuten war von einem Aufbäumen der klassentieferen Viktoria zunächst wenig zu spüren. Die Elf von Fortuna-Coach Tomasz Kaczmarek setzte die Hausherren in der eigenen Hälfte unter Druck und hatte mehr vom Spiel. Das frühe Pressing zahlte sich schnell aus: Nach einem Ballverlust der Gastgeber schalteten die Südstädter blitzschnell um, am Ende eines fein ausgespielten Konters blieb Hamdi Dahmani vor Viktoria-Keeper Sebastian Patzler cool (12.).

Nach dem 0:1-Rückstand versuchte das Team von Patrick Glöckner vor ausverkaufter Kulisse Druck auf den Gegner aufzubauen. Die Fortuna allerdings ließ nichts anbrennen – bis zu 39. Minute. Da setzte Viktoria-Kapitän Mike Wunderlich einen Freistoß ans Lattenkreuz, ehe Stürmer Sven Kreyer eine Minute später den Ausgleich besorgte. Seinen Schuss fälschte Bone Uaferro unhaltbar ab.

Kreyer-Doppelpack

Fünf Minuten war es erneut Kreyer, der das Leder ins Netz beförderte – diesmal aber auf der falschen Seite. Eine Eberwein-Ecke köpfte er unglücklich in die eigenen Maschen. So ging es mit 1:2 aus Sicht der Hausherren in die Kabine. Diese gaben in der zweiten Halbzeit den Ton an, echte Torchancen blieben aber über weite Strecken Mangelware. So sah sich die Viktoria nach einem nicht gegebenen Elfmeter (Handspiel Bröker, 69.) bereits auf der Verliererstraße, bis sich in der Schlussphase die Ereignisse überschlugen.

Zunächst erlöste Wunderlich die heimischen Fans fünf Minuten vor Schluss mit dem 2:2-Ausgleich, der von ausgefallenem Jubel gefolgt war. Auf den Rängen stellte man sich bereits auf eine Verlängerung ein, die dieses hart umkämpfte aber insgesamt faire Derby auch wahrlich verdient gehabt hätte. Doch die in der zweiten Halbzeit müde wirkenden Fortunen hatten etwas dagegen.

Uaferro wie ein Torjäger

In der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte Innenverteidiger Uaferro nach einer Ecke per wuchtiger Volley-Abnahme für das im Fortuna-Lager viel umjubelte 3:2 und lange Gesichter bei der Viktoria. Für Trainer Kaczmarek, der früher in Höhenberg an der Seitenlinie stand, war es ein besonderer Sieg: „Beide Mannschaften haben es sich richtig gegeben und ein überragendes Spiel abgeliefert“, so der Coach. Für Fortuna Köln war es der erste Derby-Sieg gegen Viktoria seit November 2013.

Bei Kollege Glöckner war die Enttäuschung angesichts einer dominanten zweiten Hälfte groß: „Wir haben ein Spiel gesehen, in dem nur eine Mannschaft gespielt hat. Und das waren wir. Es war die beste Leistung von uns seit langem.“ Genützt hat sie den Höhenbergern diesmal nichts. Für die Fortuna geht es nun im Halbfinale des FVM-Pokals gegen Alem. Aachen, Wegberg-Beeck oder den 1. FC Düren weiter.

FC Viktoria: Patzler – Koronkiewicz, Reiche, Willers, Lang (90. Bunjaku) – Saghiri, Backszat – Wunderlich, Holzweiler, Handle (80. Golley) – Kreyer. – SC Fortuna: Rehnen – Ernst, Kyere, Uaferro, Bröker – Scheu (72. Pintol), Brandenburger, Kurt, Schiek (76. Ceylan) – Eberwein, Dahmani (82. Komolong). – Zuschauer: 4100. – Tore: 0:1 Dahmani (12.), 1:1 Kreyer (40.), 1:2 Kreyer (45./Eigentor), 2:2 Wunderlich (85.), 2:3 Uaferro (90.).

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