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FC: Mehr Hoffnung als Glaube

Stefan Ruthenbeck hat am Samstag bewiesen, was für ein starker Charakter er ist. Aus seiner eigenen Sicht hätte er vermutlich lieber bewiesen, was für ein guter Trainer er ist. Das ist er zwar zweifellos, allerdings war er für diese Art der Erkenntnis am Samstag nicht offen. Ganz im Gegenteil: Ruthenbeck nahm die Schuld für die verdiente 2:4-Niederlage seines 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt auf seine Kappe. Zu defensiv habe er sein Team eingestellt, das daraufhin zu vorsichtig, zu abwartend, ja fast ängstlich agierte und dafür bestraft wurde. Eine ehrenhafte Einlassung eines Mannes, der auch versuchen könnte, seine eigene Haut zu retten. Dass er dafür nicht der Typ ist, wissen die Beobachter spätestens jetzt. Und damit wird auch die Frage seiner eigenen Person wieder spannender. Spieler mit dem Charakter Ruthenbecks wären ideal, wenn in der nächsten Saison tatsächlich ein Anlauf in Richtung Wiederaufstieg genommen werden müsste. Warum also dann nicht auch an einem Trainer mit eben diesen Eigenschaften festhalten?

Zweikampf aus dem Bundesliga-Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln.

FC-Akteur Frederik Sörensen im Duell mit Frankfurts Timothy Chandler.
Foto: imago

Doch noch ist die Aktualität das größere Problem des FC. Der Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen bzw. zum Relegationsplatz hat sich mit der Pleite in Frankfurt nicht verändert, da auch Mainz und Hamburg verloren haben. Doch der FC hat eine Chance ausgelassen, das Rennen noch spannender zu machen. Und sie war da. Allerdings muss man sich ob der jüngsten Ergebnisse schon etwas Sorgen machen um den Gemütszustand der Mannschaft. Schon einmal war sie fast tot, bis nach Ruthenbecks Antritt plötzlich die Ergebnisse stimmten. Hoffnung keimte auf. Nun, nach den Niederlagen gegen Dortmund und Frankfurt sowie dem Remis gegen Augsburg ist die Stimmung wieder am Boden.

Und das ist das eigentlich Schwierige: Am Boden zu liegen und aufzustehen, kann man vielleicht noch schaffen. Doch mit jedem Rückschlag, der eine Mannschaft nach einem zwischenzeitlichen Hoch wieder zurück auf den Boden der Tatsachen holt, schwinden die Kräfte. Und ein Stück des Glaubens, der noch vor zwei Wochen wieder so allgegenwärtig schien. Dass das Team Kämpferherz hat, sieht man in jedem Spiel. Das ist die geringste Sorge dieser Tage. Die Hoffnung besteht darin, dass auch der Kopf stark genug ist, so viele Rückschläge wegzustecken. Ich bin ehrlich: Es ist meine Hoffnung. Doch aktuell ist die Hoffnung größer als mein Glaube.

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