Köln.Sport

FC: Mehr als nur eine Vertretung

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Kevin Mc Kenna freut sich über eine gute Leistung und drei Punkte Fotos: IMAGO

Kevin McKenna spielt erstmals über 90 Minuten und überzeugt
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Beim 2:0-Sieg des 1. FC Köln gegen Bielefeld feiert Kevin McKenna sein Startelf-Comeback und erweist sich als wichtige Stütze. Köln.Sport mit einem Arbeitsprotokoll des Kanadiers.  Am 12. Mai 2013 hatte Kevin McKenna sein bis dato letztes Zweitliga-Spiel von Beginn an bestritten. Mit 1:2 hatte der 1. FC Köln an diesem Tag zuhause gegen Hertha BSC verloren. Anschließend bremste ein Knorpelschaden den 34-Jährigen, der seit 2007 beim FC spielt, lange aus. Beim 0:0 in Kaiserslautern kam Mc Kenna erstmals in dieser Saison zum Einsatz, als ihn Trainer Peter Stöger eine Minute vor dem Ende einwechselte.

Nach knapp elf Monaten ohne Startelfeinsatz steht „Good Old“ McKenna im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld beim Anpfiff auf dem Platz. Die unter der Woche erlittene Verletzung von Stamm-Innenverteidiger Kevin Wimmer hatte Stöger dazu gezwungen, die beste Abwehr im deutschen Profi-Fußball gleich auf zwei Positionen umzubauen. Für den gesperrten Miso Brecko rückte Marcel Risse auf die rechte Abwehrseite. Im Zentrum bekam McKenna trotz fehlender Praxis den Vorzug vor Roman Golobart. Für Köln.Sport Grund genug den Fokus auf den kanadischen Routinier zu legen:

Warmmachen: Als einer der ersten Spieler betritt Kevin McKenna den Rasen im RheinEnergieStadion, spult das gewohnte Aufwärmprogramm der ersten Elf routiniert ab. Im Sprintduell mit dem quirligen Japaner Kazuki Nagasawa hat er allerdings das Nachsehen. Während die anderen FC-Profis nochmal aufs Tor schießen, spielt sich das neuformierte Innenverteidiger-Duo McKenna und Dominic Maroh noch einige Pässe zu. Die FC-Profis holen sich in der Kurve wohlwollenden Applaus des eigenen Anhangs ab, ehe sie, angeführt von McKenna, nochmal in der Kabine verschwinden.

Die Choreographie der FC-Fans vor dem Spiel Foto: IMAGO

Die Choreographie der FC-Fans vor dem Spiel
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Einlaufen: „50 Jahre Deutscher Meister“ liest Kevin McKenna, als er beim Einlaufen der Mannschaften in Richtung Südtribüne blickt. Die FC-Fans haben eine tolle Choreographie anlässlich dieses Jubiläums auf die Beine gestellt. Während die Fans „Deutscher Meister FC“ skandieren, halten die 22 Spieler ein Transparant mit der Aufschrift „queer gewinnt – schwule Pässe gibt es nicht“ hoch und setzen ein Zeichen gegen Homophobie im Fußball.

Anpfiff: Noch bevor Schiedsrichter Christian Leicher die Begegnung anpfeift, ordnet und dirigiert Kevin McKenna seine Mitspieler auf dem Feld. Der älteste Kölner auf dem Platz ist sichtlich motiviert. Nach 45 Sekunden ist der Innenverteidiger dann erstmals am Ball. Problemlos spielt er einen Pass über sechs Meter zu Matthias Lehmann, der als Brecko-Vertreter die Kapitänsbinde trägt.

2. Minute: Seinen ersten Zweikampf führt McKenna nach einer Minute und 48 Sekunden auf Höhe der Mittellinie. Sein Gegner ist Kacper Przybylko. Beide kennen sich aus gemeinsamen Trainingseinheiten. Erst im Winter wechselte „Pritsche“ auf Leihbasis vom Geißbockheim nach Ostwestfalen. Dreißig Sekunden später ist McKenna erstmals im eigenen Strafraum gefordert und klärt souverän vor Arminen-Kapitän Patrick Schönfeld.

3. Minute: Natürlich gewinnt McKenna auch sein erstes Kopfballduell. Wieder gegen Przybylko, wieder ohne jeglichen Zweifel.

7. Minute: Dank eines Vorsprungs von drei Metern kann McKenna den Ansatz eines Laufduells gegen Przybylko gewinnen. Zwar ist der Kanadier deutlich sichtbar nicht mehr der schnellste Spieler auf dem Platz, in Sachen Stellungsspiel macht ihm dafür aber so schnell keiner etwas vor. McKenna präsentiert sich in der Anfangsphase nicht wie ein Reservist, sondern nimmt auf dem Platz eine Führungsrolle ein, spricht viel mit den Kollegen, ist präsent im Zweikampf und schiebt die Abwehrreihe immer wieder nach vorne.

10. Minute: Die erste Torchance der Arminen erlebt McKenna als Nebendarsteller. Bei einer Flanke von der rechten Seite steht der Kanadier am kurzen Pfosten, während Przyblyko am zweiten Pfosten Maroh überspringt, aber über das Tor köpft.

12. Minute: McKennas erster echter Sprint des Spiels führt ihn vor die Nordkurve, wo Daniel Halfar seinen Treffer zum 1:0 bejubelt. Mit ausgestreckten Armen rennt der 34-Jährige auf den Torschützen zu und verschwindet schließlich in der Jubeltraube.

16. Spielminute: Die erste Diskussion mit dem Schiedsrichter. McKenna führt einen Freistoß zu früh aus, nachdem Bielefelds Christian Müller Halfar beim Luftkampf mit dem Ellbogen im Gesicht getroffen hatte und dafür die erste Gelbe Karte der Partie sieht.

18. Spielminute: Gleich zweimal bringt Slawomir Peszko McKenna mit zu kurz geratenen Pässen in Bedrängnis. Der löst beide Situationen jedoch souverän und verdient sich den Szenenapplaus des Publikums.

25. Minute: Klare Lufthoheit für McKenna: Einen langen Ball in den Strafraum klärt der Innenverteidiger kompromisslos per Kopf.

26. Minute: McKenna auf den Knien! Fassungslos sinkt der 34-Jährige zu Boden, angesichts einer vergebenen Dreifach-Chance seiner Kollegen. Erst schießt Nagasawa Bielfelds Keeper Ortega an, dann scheitert Halfar erst mit dem Fuß und dann per Kopf.

27. Minute: Diesmal schlägt der kaum geprüfte Innenverteidiger die Hände über dem Kopf zusammen. Jonas Hector läuft alleine auf Ortega zu, trifft aber auch nicht.

28. Minute: Zum ersten Mal betritt McKenna den Strafraum der Gäste. Bei der ersten Kölner Ecke kommt der 1,90m-Hühne auch gleich zum Kopfball, zielt aber zu hoch.

34. Minute: Langer Diagonalball der Arminia: Schönfeld hat sich in seinem Rücken davongeschlichen, doch McKenna beweist perfektes Timing und klärt einmal mehr per Kopf. Die Fans auf der Südtribüne feiern die „kanadische Eiche“ mit Sprechhören. Kevin McKenna lächelt und winkt in die Kurve.

40. Minute: Ein weiter Einwurf von Marcel Appiah ist Ausgangspunkt für McKennas ersten und einzigen Fehler in Halbzeit eins: Der Ball segelt in den Strafraum, wo McKenna per Kopf in die Mitte klärt. Der daraus resultierende Torschuss aus knapp zwanzig Metern fliegt aber am Tor von FC-Keeper Timo Horn vorbei.

Halbzeit: Mit einer knappen Führung geht es in die Pause. Beim Gang in die Kabine sucht McKenna das Gespräch mit Schiedsrichter Leicher. Der Routinier hat Gesprächsbedarf und schildert dem Referee gestenreich einige Szenen. Bevor er den Platz verlässt, klatscht er noch mit Torwarttrainer Alex Bade ab.

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