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FC: Fünf Erkenntnisse zum Pokal-Aus

Der 1. FC Köln ist trotz starker Leistung gegen den FC Schalke 04 nach Elfmeterschießen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Unsere fünf Erkenntnisse zur Partie.
Schalke

Nationalspieler unter sich: Schalkes Mark Uth und Jonas Hector sollten am Abend zu entscheidenden Protagonisten werden. (Foto: imago/RHR-Foto)

1 Pokal und Liga – nicht vergleichbar.

„Warum spielen wir nicht auch in der Liga so?“, war trotz Niederlage nach Abpfiff einer der meistgehörten Sätze in Müngersdorf. So einfach lässt sich die Leistung vom Pokalknaller jedoch nicht in den grauen Ligaalltag transportieren, wo Gegner eher seltener Lust haben, mitzuspielen und sich vor allem hinten einigeln. Mut machen sollte dem FC jedoch, dass man über 90 und eigentlich auch 120 Minuten fast keine Großchancen zuließ und immer wieder gefährlich in des Gegners Hälfte vorstieß. Verteidigt der Gegenüber mit teilweise einer Siebener-Kette wie im harten Tagesgeschäft, ist das ungleich schwerer.

2 Hat Mark Uth im Januar schon was vor?

Wir freuen uns schon alle sehr auf die Handball-WM, viele Spiele werden auch in der Lanxess-Arena ausgetragen werden. Nach dem jetzt bekanntgewordenen Ausfall von Johannes Kühn sollte sich Bundestrainer Christian Prokop überlegen, ob er nicht vielleicht Schalke-Stürmer Mark Uth für das Turnier nominiert. Der zeigte in der 115. Minute nämlich sein Qualitäten, warf sich überragend dem Schuss in den Weg und blockte ihn sauber mit der Hand ab. Verwirrend, dass Schiedsrichter Harm Osmers das Foul zwar sah (wie sollte er auch nicht, Uth stand zwei Meter vor ihm), trotzdem aber nicht auf Gelb entschied. Ob der FC in den letzten fünf Minuten das 2:1 geschossen oder ein anderer Spieler den entscheidenden Elfmeter verwandelt hätte, ist dabei zweitrangig. Und so ein deutliches Handspiel nicht mit gelb zu ahnden, schon fast eine Leistung.

3 Jhon Córdoba lauert.

Vorab: Natürlich ist klar, dass in erster Linie Simon Terodde in Köln für das Toreschießen verantwortlich ist. Jhon Córdoba, schon immer mit unbeugsamem Arbeitswillen gesegnet, wurde das bislang nicht zugetraut. Umso schöner, dass er nun mit seinem dritten Pflichtspieltor innerhalb der vergangenen acht Spiele auch anfängt, das Tor zu treffen. Eine ideale Situation für alle Beteiligten: Der FC weiß, dass er auch ohne seinen Toptorjäger Tore schießen kann, Córdobas Selbstvertrauen wird immer größer (er wurde bei seiner Auswechslung gar mit Sprechchören gefeiert) und Terodde hat den Druck, weiter abliefern zu müssen. Ein Torgarant ist der Kolumbianer freilich noch nicht – aber auf dem Weg dahin, im Strafraum eine wirklich gefährliche Waffe zu werden.

4 Wo war der Capitano?

Wer es sich nicht zutraut, sollte beim Elfmeterschießen auch nicht antreten, klar. Doch als Mannschaftskapitän, Nationalspieler und Schütze des entscheidenden Elfmeters im EM-Viertelfinale 2016 gegen Italien kann, nein, muss man erwarten, dass sich Jonas Hector den ersten Ball schnappt und seinem Team so Sicherheit gibt. Elfmeterschießen ist immer auch eine Glückssache, und niemand sollte Marco Höger oder Dominick Drexler einen großen Vorwurf machen. Und Jonas Hector trat ja dann auch noch an, aber erst in der „Verlängerung“ des Elfmeterschießens. Sollte es im nächsten Jahr nochmal zu so einer Situation kommen, darf er gerne vorangehen.

5 Bundesliga-Feeling am Mittwochabend.

Es macht schon deutlich mehr Spaß im Stadion, wenn auch im Gästeblock gesungen, geschrien und mit Fahnen gewedelt wird. Das hatte Bundesliga-Atmosphäre und zeigte, warum der FC mit aller Macht zurück ins Fußballoberhaus möchte. Am kommenden Montag wird die Kölner in Hamburg eine ähnliche Szenerie erwarten, trotz unbequemer Anstoßzeit werden sich auch wieder tausende FC-Fans in den hohen Norden begeben. Beim HSV braucht der FC mal wieder ein Erfolgserlebnis. Die Schwierigkeit ist es, sich nach einer so nervenaufreibenden Partie wieder auf den Alltag zu fokussieren. Vielleicht gut, dass das Topspiel aber nicht wirklich alltäglich ist, sondern an Bundesliga erinnert. Hoffentlich mit anderem Ausgang als am Mittwoch.

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