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FC: Fünf Erkenntnisse zum 8. Spieltag

Tabellenführung ausgebaut: Der 1. FC Köln hat am Freitag mit 3:1 bei Arminia Bielefeld gewonnen. Unsere Erkenntnisse zur Partie.
Erkenntnisse

Er hats schon wieder getan: Simon Terodde erzielte auf der „Alm“ seine Saisontore elf und zwölf. (Foto: imago/Sven Simon)

1 Wer zu früh geht, verpasst was.

Gilt für beide Halbzeiten. Schon auf St. Pauli und in Sandhausen knipste der FC (natürlich in Person von Terodde) kurz vor der Halbzeit, ebenfalls am Millerntor und gegen Ingolstadt kurz vor Spielende. So auch am Freitag, als die beiden Mittelstürmer Terodde (45.) und Jhon Córdoba (90.) ebenfalls zu psychologisch wichtigen Zeitpunkten Tore erzielten. Ein Beweis zum einen für Qualität von der Einwechselbank, vor allem aber auch dafür, dass die Offensive des FC nicht aufhört anzurennen, bis der Schiedsrichter abgepfiffen hat. So dürfte der ein oder andere Fan in dieser Spielzeit seinen zu frühen Gang zum Bierstand, zur Toilette oder der Bratwurstbude schon bereut haben.

2 Der Dänemark-Umweg zahlt sich aus.

Torvorlagen drei, vier und fünf sammelte Dominick Drexler in der Schüco-Arena, die von Heim- wie Gästefans gleichermaßen immer noch nur Bielefelder Alm genannt wird. Kölns Nummer 24 ist seit Saisonbeginn einer der treibenden Akteure im FC-Mittelfeld, ein Hauptgrund dafür, dass die Offense bislang läuft wie ein gut geölter Motor. Und langsam zeichnet sich ein Muster ab, denn als erster Kölner Spieler seit Ewigkeiten kommt er auch mal auf die Idee, zur Grundlinie zu dribbeln und den Ball in den Rückraum zu legen, wo stets 12-Tore-T-Rod lauert. So auch beim 2:0 am Freitag, das 1:0 bereitete Drexler mit einer Maßflanke vor, das 3:0 in der Schlussminute ohne Hektik mit einem klugen Pass in den Lauf. Der teuerste Transfer des Sommers zahlt sich langsam aus – und so scheint sich auch die durch seinen Wechsel nach Dänemark angestiegene Ablösesumme gelohnt zu haben.

3 Die Innenverteidigung scheint erstmal gefunden.

Schlechte Nachrichten für Jorge Meré: Nach zuletzt zwei defensiv durchaus besseren Auftritten des 1. FC Köln scheint sich die Innenverteidigung um Rafael Czichos und Lasse Sobiech erst einmal festgespielt zu haben. Dem Duo, vor allem Sobiech, kommt die Zweitligaerfahrung zu Gute, Anfang setzt eher auf Luft- und Zweikampf- als auf spielerische Hoheit. Für die Spieleröffnung ist dann der Ex-Kapitän von Holstein Kiel zuständig, das klappte mit einem schönen, unterschnittenen Ball auf Drexler vor dem 1:0 seit Längerem mal wieder richtig gut. Und auch wenn es „keine Spieler aus der zweiten Reihe“ gibt – auch Markus Anfang setzt auf vielen Positionen auf Konstanz und Stabilität. Und damit erstmal mit Sobiech und Czichos.

4 Zwei Länderspielpausen hintereinander?

Zehn Tage liegen zwischen dem Spiel in Bielefeld und der Flutlichtpartie gegen den MSV Duisburg, zwölf Tage zwischen ebendiesem und der nächsten Partie am 20. Oktober in Kiel. Massig Zeit also für Feinjustierung, Defensivanpassungen und von der Tabelle nach unten hinabschauen. Und obwohl das Wort „Länderspielpause“ bei Fußballfans im ganzen Land für Bauchgrummeln sorgt, lässt es sich mit einem erfolgreichen Saisonstart deutlich besser aushalten als in den brenzligen Regionen der Tabelle. „Unser Spielsystem ist ein Prozess, der nie ganz abgeschlossen sein wird“, wiederholt Anfang seit Monaten mantra-artig. Nun bekommt er viel Zeit, seinen Spielern diesen noch mehr zu einzutrichtern.

5 Das erste, kleine Polster ist da.

Bitte noch keine „Aufstieg 2019“-Shirts drucken – aber der FC schaffte es durch seine ergebnistechnisch überragende englische Woche mit neun Punkten und hat sich erst einmal an der Tabellenspitze festgesetzt. Durch die fehlende Konstanz der Aufstiegskonkurrenten, der neuerlichen Harmlosigkeit des Hamburger SV und einer ausgeglichenen Liga könnte der Abstand auf Platz zwei am Spieltagsende vier Punkte betragen, gewinnt Union Berlin heute Abend in Ingolstadt, sind es drei. Was das zu diesem Zeitpunkt der Saison aussagt? Hm, überhaupt nichts. Dennoch ist es schön anzusehen. Oder anders gesagt: Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!

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