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FC: Fünf Erkenntnisse zum 7. Spieltag

Der 1. FC Köln hat sich nach einer couragierten Leistung auf Schalke mit einem 1:1 belohnt. Unsere fünf Erkenntnisse zur Partie.
Beierlorzer

Pure Emotion: Nach dem Ausgleich von Jonas Hector springt Timo Horn Coach Achim Beierlorzer in die Arme. (Foto: imago images/Uwe Kraft)

1 Die Spieler waren genervt.

Achim Beierlorzer, sein Trainerteam, die Öffentlichkeit, die Fans – alle waren sie den FC-Profis mit dem Thema „Laufbereitschaft“ vor dem Spiel auf die Nerven gegangen, wie Jonas Hector nach Abpfiff am Samstag mit einem Augenzwinkern zugab. Die uninspirierte (Lauf)leistung gegen die Hertha war dabei ein wichtiges Alarmsignal, dass es doch der ein oder andere Kilometer mehr sein darf – in allen Mannschaftsteilen. Vorweg: Mehr laufen heißt nicht automatisch Spiele gewinnen, diese von vielen „Experten“ angeführte Rechnung ist zu einfach. Ja, man kann mit nötiger Ruhe und Sicherheit auch Spiele gewinnen, wenn man sich nicht Woche für Woche die Lunge aus dem Leib läuft. Es ist nicht mehr 1950. Wenn Ruhe und Sicherheit jedoch abhanden kommen, hilft es natürlich dabei, im Themenfeld „Kratzen, Beißen, Kämpfen“ noch einen drauf zu legen. Das schaffte der FC gegen die laufstärkste Mannschaft der Bundesliga mit 115 Kilometern eindrucksvoll.

2 Feuertaufe bestanden!

Es hätte ein schwerer Tag werden können für Noah Katterbach: Gleich in der ersten Minute leistete er sich auf seiner linken Außenbahn einen Ballverlust, hätte für das im Anschluss begangene Foul gleich gelb sehen können. Tat er aber nicht – und ackerte sich richtig gut ins Spiel. 84 Ballkontakte bedeuteten Team-Bestwert, mit der ein oder anderen Finte sorgte er sogar immer mal wieder für aufkeimende Gefahr. „Noah hat seine Sache heute richtig gut gemacht“, befand auch Kapitän Jonas Hector, der auf der Sechs im Gegensatz zu weiten teilen der Vergangenheit ein gutes Spiel zeigte und die FC-Defensive ordnete. Ob sich Katterbach nun festgespielt hat, ist fraglich, zumal mit Birger Verstraete bald einer der besten Akteure des Saisonstarts zurückkehrt. Dass er jedoch mehr ist als eine x-beliebige Alternative aus dem Nachwuchs, zeigte er am Samstagabend jedoch eindrucksvoll.

3 Ein Neuzugang muss sein Temperament in den Griff bekommen.

Kingsley Ehizibue ist nicht zu Unrecht schon jetzt einer der Kölner Publikumslieblinge – so Leid es tut, ist er aber in vielen Fällen noch immer ein Sicherheitsrisiko. Nachdem er gegen München beim Platzverweis fast schon stümperhaft agierte und auch in den anderen Spielen die letzte Entscheidungsfreudigkeit vermissen ließ, hatte er großes Glück, dass Schiedsrichter Tobias Welz (dazu später mehr) seine Augen auch bei dieser Situation nicht einschaltete und Ehizibue weitermachen ließ. Nicht falsch verstehen: Lieber ein Spieler, der auch mal danebenliegt, dafür jedoch auch mal für einen Aha-Moment sorgt, als jemand, der nichts davon tut. Aufpassen muss der holländische Neuzugang trotzdem. Es scheint, als hätte er sich noch nicht so ganz an die Liga gewohnt.

4 Der Schiedsrichter…

Die „Leistung“ von Schiedsrichter Tobias Welz war am Samstag nicht weniger als eine bodenlose Frechheit, und das nicht nur aus FC-Sicht: Ehizibue hätte nach seinem zweiten taktischen Foul vom Platz gemusst – ebenso wie Sané, der mit gestrecktem Bein und 20 Metern Anlauf Ellyes Skhiri am Fuß erwischte. Warum der Videoschiri in dieser Situation nicht noch einmal genauer hingeschaut hat, verstand wohl nicht einmal Sané selbst. Und für das Foul von Oczipka an Louis Schaub in der 65. Minute sieht Jorge Meré letzte Woche nach Videobeweis rot, nachdem der Schiedsrichter zunächst auf gelb entschieden hatte – nach Oczipkas Einsteigen verzichtete Welz darauf, sich die Szene nochmal anzuschauen. Etwas Trivia für FC-Fans: Als Pablo De Blasis im Jahr 2017 gegen den FC im Strafraum mit einer Schwalbe abhob, saß Welz im Kölner Videokeller. Er entschied auf Elfmeter. Dummer Zufall, klar. Ärgerlich ist es trotzdem.

5 Ein Punkt, der mehr als Mut macht.

Vier Punkte nach sieben Spielen sind noch immer kein Grund zur Freude – der Mut ist jedoch zurück am und rund ums Geißbockheim. Gegen Paderborn wird jedoch wie selten zuvor ein Sieg erwartet – sollte dies schief gehen, geht alles wieder von vorne los. Schwarzmalerei muss jedoch auch aktuell nicht sein, deshalb: Gegen Paderborn, Mainz und Düsseldorf wird die Elf von Achim Beierlorzer punkten. Das muss sie auch, angesichts Kalibern wie Leverkusen und Leipzig, die im Saisonverlauf noch warten. Nun heißt es Kraft tanken, sich intensiv auf diese Wochen vorbereiten – und zeigen, dass auf ein starkes Spiel wie gegen Schalke zuhause nachgelegt werden kann. Ruhiger wird es nämlich erst dann.

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