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FC: Comeback mit Knalleffekt

Kölns Held im Derby gegen Leverkusen: FC-Abwehrchef Dominic Maroh Foto: imago/T-F-Foto

Kölns Held im Derby gegen Leverkusen: FC-Abwehrchef Dominic Maroh
Foto: imago/T-F-Foto

Die Rückkehr in die Viererkette feierte Dominic Maroh mit dem spielentscheidenden Doppelpack – und gab so den vorzeitigen Startschuss in die Karnevalssession. Hinter dem Derby-Helden liegen allerdings schwere Monate.

Aus Leverkusen mitgenommen hat der 1. FC Köln nicht nur die drei Punkte, auch der Spielball der Partie trat die kurze Reise zurück in die Domstadt an. Fitnesscoach Yann-Benjamin Kugel hatte sich ihn nach einer Diskussion mit einem Ordner gesichert, um das runde Etwas im Kabinentrakt an „Derbyheld“ Dominic Maroh weiterzugeben. Voller Stolz präsentierte der FC-Profi, der die „Geißböcke“ mit seinem Doppelpack zum Sieg gegen den rheinischen Rivalen geschossen und geköpft hatte, das Objekt der Begierde zusammen mit dem bereits gerahmten Siegertrikot auf Facebook.

„Solche Tage hatte ich noch nicht oft. Dass man so ein Derby entscheiden kann, das wünscht man sich mindestens einmal in der Karriere“, betonte Maroh nach seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga. Vier Tage vor dem „Elften im Elften“ gab er durch sein Kopfballtor in der 73. Minute den frühzeitigen Startschuss in die Session. Zum Lohn gab es neben dem Auswärtssieg auch ein Gastspiel als „Megafon-Mann“ vor dem prall gefüllten Kölner Gästeblock. „Man muss sich nur die Atmosphäre nach dem Spiel anschauen, dann weiß man, welche Bedeutung das Ganze hat. Und tabellarisch gibt es das Schmankerl, dass man jetzt vor Leverkusen steht“, so der 28-jährige Deutsch-Slowene. „Dass ich mir mit zwei Toren den Tag so vergolde, ist für mich super und macht auch die letzten Wochen für mich persönlich vergessen.“

 

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Ausgefallen, Platz verfallen

Denn hinter dem Innenverteidiger, der in der vergangenen Saison noch als umsichtiger Abwehrchef gesetzt war und von den FC-Fans vor allem für seine kompromisslosen Grätschen gefeiert wurde, liegt eine harte Zeit. Durch eine schwere Muskelverletzung musste Maroh bis zur ersten Länderspielpause im September tatenlos zusehen, wie ihm Dominique Heintz und Frederik Sörensen den Rang abliefen. Das junge Duo überzeugte in den ersten Saisonspielen, hatte sich so festgespielt. Für den einstigen Platzhirsch blieb nur noch der Platz auf der Bank. Bis zum Bayern-Spiel, als Maroh als Teil einer Fünferkette in die Startelf zurückkehrte. Während Konkurrent Sörensen zunehmend Souveränität einbüßte, fand der zweikampfstarke Deutsch-Slowene zunehmend zur alten Form zurück.

„Ich habe länger gebraucht nach meiner Verletzung, bis ich den Rhythmus wieder hatte. Ich bin nicht ungeduldig geworden und habe gewusst, dass irgendwann der Tag kommt“, erklärt Maroh. Dieser sollte im Derby in Leverkusen kommen – und diesen nutzte der Rückkehrer nach allen Regeln der Kunst. 64 Prozent gewonnener Zweikämpfe, kein einziges Foul, sieben Balleroberung: Starke Werte für einen Innenverteidiger, denen Maroh mit seinen zwei Treffern noch das i-Tüpfelchen aufsetzte. In der ersten Halbzeit drückte er einen abgefälschten Risse-Freistoß über die Linie, beim Siegtor wuchtete er den Ball mit dem Kopf ins Bayer-Gehäuse. Qualitäten, die weder von den „Geißböcken“ noch von Maroh selbst bekannt waren. Bislang kam der Deutsch-Slowene in keiner Bundesliga-Saison überhaupt über einen einzigen Treffer hinaus.

„Ein guter Tabellenplatz möglich“

Qualitäten, die dem FC beim Blick nach unten eine gewisse Ruhe verleihen. Nach zuletzt 366 torlosen Minuten und drei Bundesliga-Spielen ohne Sieg bringt der Derbysieg die „Geißböcke“ zurück in die Spur. 18 Punkte hat die Elf von Trainer Peter Stöger bereits auf dem Konto – und steht mit Platz sieben so gut wie lange nicht mehr da. „Wenn wir das, was wir bislang spielen, aufrecht erhalten, ist ein guter Tabellenplatz möglich“, blickt Maroh nach vorne, schränkt aber sofort ein: „Für uns gilt es genauso wie im ersten Jahr nach dem Aufstieg, die Liga zu halten. Alles andere ist Bonus.“ Das gilt für eingerahmte Trikots und entführte Spielbälle wohl in selbem Maße. Für weitere Startelf-Einsätze definitiv nicht. Der „Grätschen-Gott“, wie Maroh bei so manchem FC-Fan genannt wird, ist zurück an Bord.

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