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Köln.Sport

„Es kann Überraschungen geben“

Im zweiten Teil unseres Interviews mit Armin Veh, erklärt der Geschäftsführer Sport, mit welchen Spielertypen er den FC in Zukunft fußballerisch auf die nächste Stufe bringen will. Und deutet dabei auch an, dass selbst ein Abstieg nicht zwangsläufig den Abgang wichtiger Leistungsträger bedeuten würde.
Armin Veh

Armin Veh hat keine Zweifel, dass der 1. FC Köln für die Zukunft gut aufgestellt ist. (Foto: Thomas Berger)

Herr Veh, sehen Sie den FC trotz der momentanen Situation gut gerüstet für die Zukunft?

Ja, sonst wäre ich auch nicht gekommen. Ich hätte mich sicher nicht für einen Job entschieden, bei dem ich Chaos verwalten muss. Aber das ist hier nicht der Fall. Der Verein hat in den letzten Jahren gut gearbeitet, hier gibt es funktionierende Strukturen, und die Verträge der Spieler wurden professionell ausgehandelt.

Wie ist das Feedback von den Spielern, vor allem von denen, bei denen jeder davon ausgeht, dass sie ohnehin gehen, wie etwa Timo Horn, Jonas Hector, Leo Bittencourt oder anderen?

Dass jeder Spieler seine Möglichkeiten auslotet – und die Berater natürlich auch –, das ist ganz normal. Selbst wenn Spieler wechseln, sollte man ihnen nicht böse sein. Aber ich habe das Gefühl, dass es hier in Köln etwas anders läuft. Es kann Überraschungen geben: Vielleicht bleibt jemand in Köln, von dem man es nicht erwartet. Ob es wirklich so kommt, weiß ich nicht. Aber ich habe das Gefühl.

Auch die Trainerposition ist ja noch offen …

Ja, für diesen Weg haben wir uns bewusst entschieden. Stefan Ruthenbeck hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018, ich bin aber für alles offen. Aber die Gespräche finden statt, wenn es Zeit dafür ist. Ich werde keine Tendenz abgeben.

Aber einen Armin Veh als Coach können Sie komplett ausschließen?

Ja, das schließe ich komplett aus. Ich bin zwar seit dem Stuttgart-Spiel wieder mit auf der Bank, aber auch nur, weil Stefan Ruthenbeck und ich uns jetzt besser kennen. Als Trainer zu arbeiten, das ist das, was ich nicht mehr möchte. Das wird es nicht mehr geben.

Nach welcher Philosophie wollen Sie das Team für die nächsten Jahre aufstellen?

Ich glaube, dass wir uns fußballerisch verbessern müssen. Deshalb suchen wir Spieler, die ihre Stärken in diesem Bereich haben. Vincent Koziello ist so ein Typ. Er kann ein Spiel mit prägen. Er hat zwar erst ein paar Einsätze, aber er ist einer für die Zukunft. Vor allem, weil viele Gegner in der 2. Liga tiefer stehen. Da brauchst du fußballerische Lösungen. Das Gleiche gilt aber auch für die 1. Liga.

Veh

Foto: Thomas Berger

Sie haben in einem Interview erzählt, dass Sie sich schon in den FC verliebt haben. Was lieben Sie denn genau?

Die Offenheit. Die Herzlichkeit, die ich erlebt habe. Die Leute stehen zu ihrem Verein. Diese Herzlichkeit und diese Treue – das finde ich ganz außergewöhnlich. Ich bin ein Gefühlsmensch und habe mich sofort extrem wohlgefühlt hier im Verein und in der Stadt.

Sie haben als Geschäftsführer bis 2020 unterschrieben. Gibt es einen Masterplan, wo der Verein dann stehen soll?

Nein, das ist zu schwer zu prognostizieren. Da jetzt irgendwelche Floskeln rauszuhauen, das bin ich nicht. Mir ist wichtig, dass wir – falls wir absteigen – schnell wieder in die 1. Liga kommen und den Verein auch so aufstellen, dass wir nicht alle fünf Jahre wieder runtergehen. Das zu versprechen ist nicht möglich, aber unser Ziel. Und die Leute sollen gerne zum FC gehen, auch wegen des guten Fußballs, den sie dort zu sehen bekommen.

Haben Sie Wünsche, was Sie beim FC strukturell verändern möchten?

Wir sind sehr gut aufgestellt, keine Frage. Aber ich habe schon meinen eigenen Stil und meine Ideen. Wir werden nur Kleinigkeiten verändern, weil die Strukturen grundsätzlich passen.

Das Gespräch fand nach dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart statt. Lesen Sie hier den ersten Teil des Interviews mit Armin Veh.

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