Köln.Sport

„Ein Moment fürs Leben“

Beim DEL Wintergame 2019 treffen die Kölner Haie auf die Düsseldorfer EG. Vor dem Duell der rheinischen Rivalen spricht Köln.Sport mit Pascal Zerressen (KEC) und Jerome Flaake (DEG) – beide kennen die jeweils andere Seite nur zu gut!
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Gegner im Wintergame: Pascal Zerressen (l.) und Jerome Flaake. (Foto: imago/mika)

Kölner Haie gegen Düsseldorfer EG: das ewig junge Duell der rheinischen Rivalen um die Vorherrschaft in der -Region. In dieser DEL-Saison bekommt die Partie noch einen zusätzlichen Reiz: Im RheinEnergie-Stadion treffen sich die Kontrahenten zum DEL Wintergame 2019. Vor dem Duell sprachen wir mit zwei Akteuren, die die Gegenseite nur allzu gut kennen: Haie-Verteidiger Pascal Zerressen war drei Jahre im Düsseldorfer Nachwuchs unterwegs, DEG-Angreifer Jerome Flaake begann seine Profikar-riere mit dem Hai auf dem Trikot.

Pascal Zerressen, Sie haben bereits einige Duelle zwischen ihren Kölner Haien und der Düsseldorfer EG auf dem Buckel. Sind Sie vor so einem rheinischen Derby überhaupt noch nervös?

Pascal Zerressen: Nervös würde ich es jetzt nicht nennen. Man freut sich natürlich sehr auf das Derby, wie die Fans auch. Das ist immer etwas Besonderes – und wenn es dann bei solchen Voraussetzungen in einem Fußballstadion vor hoffentlich ausverkauftem Haus stattfindet, ist das einfach nur toll. Darauf freuen wir uns natürlich!

Jerome Flaake, Sie haben dagegen zuletzt ihr erstes rheinisches Derby im DEG-Trikot gespielt. War das für Sie als Ex-Hai ein besonderes Gefühl?

Flaake: Auf jeden Fall. Man hat gemerkt, dass es ein richtiges Derby ist und wie wichtig das Spiel jedem ist. Das war auch für mich natürlich etwas Besonderes.

Wie groß ist Ihre Verbindung zum KEC noch? Ihre Zeit bei den Haien ist schließlich schon ziemlich lange her.

Flaake: Wenn ich hier ankomme, dann spüre ich schon die Vergangenheit. Ich kenne noch einige Spieler, kenne einige aus der Organisation, auch wenn dort viel gewechselt wurde. Da kommen schon viele ­Gefühle hoch. Ich habe beim KEC meine Profikarriere begonnen, ­meine ersten DEL-Spiele im Haie-Trikot machen dürfen. Das sind sehr schöne Erinnerungen.

Und bei Ihnen, Herr Zerressen? Wie stark sind die Bande zur DEG noch?

Zerressen: Es sind noch ein paar Jungs von damals, als ich in Düsseldorf war, bei der DEG aktiv. Mit Matthias Niederberger (DEG-Torwart, Anm. d. Red.) habe ich damals schon zusammengespielt, der Kontakt ist eigentlich nie abgerissen. Es ist immer cool, gegen sie ein Derby bestreiten zu dürfen. Die Jungs aus Düsseldorf freuen sich natürlich auch richtig auf dieses Spiel.

Das DEL Wintergame 2019 steht vor der Tür. Wie groß ist Ihre Vorfreude?

Zerressen: Wie gesagt: Riesig. Ich war beim DEL Wintergame 2015 dabei, als es ebenfalls Düsseldorf gegen Köln hieß – das war eine geile Erfahrung für mich, aber auch für die anderen Spieler. Dass wir das jetzt zum zweiten Mal als rheinisches Derby spielen, diesmal aber in Köln, ist eine super Sache.

Flaake: Sehr, sehr groß. Ich bin schon richtig gespannt auf diesen Tag. Man kann es sich gar nicht vorstellen, was dort auf uns zukommt. Natürlich kenne ich die Bilder von den bisherigen DEL Wintergames, aber das am 12. Januar wird ein Moment fürs Leben – davon bin ich überzeugt.

Haben Sie schon mit Teamkollegen über das Duell gesprochen, die ­bereits ein DEL Wintergame absolviert haben? Bei der DEG gibt es schließlich ein paar, die 2015 beim 3:2-Sieg gegen die Haie in Düsseldorf an Bord waren.

Flaake: Ja klar, aber ich glaube, das muss man einfach selbst erleben, um das nachfühlen zu können. Es ist vermutlich schwer, das in Gesprächen rüberzubringen. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie es letztlich werden wird, und freue mich riesig auf das DEL Wintergame 2019.

Ist solch ein Höhepunkt denn auch schon im Sommer beim Blick auf die Saison ein Tag, den man sich im Kalender dick rot anstreicht? Oder kommt die Vorfreude erst, wenn dieses Spiel näher rückt?

Flaake: Das kommt im Laufe der Saison. Man konzentriert sich eher von Spiel zu Spiel, wir versuchen natürlich, die anderen Begegnungen alle zu gewinnen (lacht). Jetzt, wo das DEL Wintergame 2019 näher kommt, sprechen wir natürlich ab und zu darüber, aber es ist in der Kabine jetzt nicht das Riesenthema. Wenn es so weit ist, ein paar Tage vorher, dann wird es ein Riesenthema sein. Aber bis dahin konzen­trieren wir uns auf unsere Saison!

Zerressen: Das war für uns schon vor der Saison ein Thema. Neben dem Spiel gegen den NHL-Klub Edmonton Oilers im Oktober ist das DEL Wintergame 2019 das Highlight unserer Saison. Dennoch: Es geht für uns an diesem Tag um drei wichtige Punkte, aber nicht nur da: Wir schauen derzeit von Spiel zu Spiel, auch wenn ein solches Event schon im Hinterkopf ist.

Herr Zerressen, Sie haben bereits das DEL Wintergame 2015 absolviert. Was haben sie aus diesem Duell mitgenommen?

Zerressen: Die ganze Atmosphäre mit den vielen Fans, der Aufbau, das Rahmenprogramm: Das ist einfach etwas ganz anderes als in einer Eishockey-Halle. Es haben Eishockey-Begeisterte aus Deutschland und ganz Europa auf dieses Event geschaut – das macht dieses DEL Wintergame auch für uns Spieler zu etwas ganz Besonderem, unten auf dem Eis zu stehen und diese Atmosphäre zu erleben.

Ein heißes Duell wird es am 12. Januar auf jeden Fall werden. Knapp 50.000 Zuschauer werden das RheinEnergie-Stadion füllen. Was erwarten Sie für den Tag?

Flaake: Wie gesagt: Das kann man sich vermutlich gar nicht vorstellen, das muss man einfach erleben. Ich kenne die Bilder der vorherigen DEL Wintergames, aber das selbst zu sehen dürfte das Ganze noch mal toppen. Ich habe so was bisher noch nicht mitgemacht, daher werde ich es vermutlich erst glauben können, wenn ich beim Einlaufen die Fans und die ­ganze Atmosphäre genießen kann.

Zerressen: Düsseldorf hat 2015 super vorgelegt, es war eine Wahnsinnsatmosphäre. Das erwarten wir uns von Köln, vom RheinEnergie-Stadion natürlich auch. Wir hoffen, dass das Stadion voll wird und die Unterstützung der Fans uns für das Spiel den Extra-Push geben wird. Die Stimmung sollten wir auf jeden Fall genießen. Man sagt immer: Das erlebst du nur einmal im Leben. Ich habe das Glück, so etwas nun zum zweiten Mal erleben zu dürfen. Das ist umso schöner!

Gibt es Ihnen auch einen Extra-Push, dass die bisherigen Derbys in dieser Saison knapp an die DEG gingen (4:3 n. V., 3:2 n. V., Anm. d. Red.)?

Zerressen: Ich glaube nicht, dass bei uns Extramotivation vonnöten ist. Wir ­gehen in jedes Spiel bis in die Haarspitzen motiviert, das Derby ist dann noch ein bisschen brisanter für alle Beteiligten. Man merkt in der ganzen Stadt die Anspannung, die vor einem rheinischen Derby herrscht. Wir wollen dieses Duell unbedingt für uns entscheiden – nicht nur wegen der knappen Niederlagen im bisherigen Saisonverlauf. Auch das DEL Wintergame 2015 ging an die DEG, also steht da ebenfalls eine Revanche aus.

Geht Düsseldorf dank der zwei Derbysiege mit breiter Brust in die Partie?

Flaake: So ein Derby ist meistens sehr knapp, sehr umkämpft – daher ist es schwer zu sagen, ob die zwei Siege uns in irgendeiner Weise einen Vorteil für das DEL Wintergame 2019 verschaffen. Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren, auf unsere Aufgaben. Wir dürfen nicht zu viel darüber nachdenken, müssen letztlich einfach unser bestes Spiel abrufen. Dann wird das am 12. Januar schon gut für uns ausgehen.

Also sehen Sie die DEG als Favorit für das Wintergame an?

Flaake: Ja, ich sehe uns natürlich als Favorit – ich glaube schließlich an mein Team. (lacht)

Zerressen: (lacht) Das habe ich auch nicht anders erwartet. Jeder Düsseldorfer Spieler sollte den Glauben an sein Team haben. Ich habe dagegen den Glauben an die Kölner Haie, an mein Team. Wir haben eine Supertruppe zusammen – daher sehe ich selbstverständlich uns als Favorit für das Derby.

Worauf wird es denn aus ihrer Sicht am 12. Januar ankommen? Ist es die Tagesform? Oder wer besser mit der ungewohnten Umgebung zurechtkommt?

Zerressen: Jeder, der unseren Sport verfolgt, weiß, dass es oft auf die Tagesform ankommt und letztlich Kleinigkeiten entscheidend sein können. Es ist ein solch schneller Sport, das lässt sich schwer vorhersagen. Ich hoffe, dass es kalt und sonnig wird an diesem Tag und es nicht regnet oder schneit, sodass Spieler und Fans optimale Bedingungen haben. Dann wird es darauf ankommen, wer besser zurechtkommt und die bessere Leistung aufs Eis bringt.

Flaake: Es haben beide Teams die gleichen Voraussetzungen, für beide ist es ein ungewohnter Spielort. Von daher gibt es da aus meiner Sicht für kein Team einen Vorteil. Wichtig wird es sein, sich während des Spiels nicht allzu sehr davon ablenken zu lassen. Man muss fokussiert und auf seine Taktik über 60 Minuten oder sogar länger konzentriert bleiben, wie die beiden bisherigen Derbys gezeigt haben. Es entscheiden am Ende die Kleinigkeiten, die man richtig machen muss.

Mit Haie-Kapitän Moritz Müller haben Sie zu ihren Hamburger Zeiten früher vor den Spielen gegen den KEC immer verrückte Wetten abgeschlossen. Wird das auch diesmal der Fall sein?

Flaake: (lacht) Das stimmt. Da haben Sie mich jetzt auf eine Idee gebracht. Das könnte man eigentlich wieder machen, ich überlege mir da mal etwas. Mit Mo (Moritz Müller, Anm. d. Red.) stehe ich immer noch in gutem Kontakt, daher würde das natürlich als kleine Anregung für das DEL Wintergame 2019 passen.

Und bei Ihnen, Herr Zerressen? Haben Sie intern vielleicht auch Überlegungen angestellt, den Anreiz für das Duell noch ein wenig zu erhöhen?

Zerressen: Ehrlich gesagt haben wir darüber noch gar nicht gesprochen, vielleicht ergibt sich noch etwas. Bisher ist allerdings nichts in Planung.

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