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DFB: Hector außen vor

Für Jonas Hector verlief die Länderspielpause enttäuschend. Trotz Verletzung von Nico Schulz blieb der FC-Kapitän ohne Einsatzminuten für das DFB-Team.
Jonas Hector

Während er bei Köln Kapitän und Stammspieler ist, ist Jonas Hector bei der Nationalmannschaft meistens zum Zuschauen verdammt. (Foto: imago images / Schüler)

Jonas Hector ist der erste und bisher einzige deutsche Nationalspieler der Kölner seit Lukas Podolski. Am 07. November 2014 debütierte der damals 24-Jährige als 43. FC-Profi für das DFB-Team. Bereits 42 Einsätze hat der Linksverteidiger auf seinem Konto, aber auf seinen 43. wartet er mittlerweile schon eine ganze Weile.

Bauchgefühl

„Beide sind eigentlich gleichauf. Marcel spielt in Leipzig eine sehr gute Saison, Jonas kennt unsere Art zu spielen und unsere Abläufe sehr gut. Es wird eine Bauchentscheidung.“ Das sagte Jogi Löw vor dem Qualifikationsspiel gegen Nordirland zu der Frage, wer den verletzten Nico Schulz ersetzen wird. Am Ende sagte sein Bauch „Nein“ zu Jonas Hector – wie in letzter Zeit öfters. Hectors letzter Einsatz im DFB-Dress ist auf den 15.11.18 zurückdatiert. Wer seinen letzten 90 Minuten Einsatz sucht, muss sogar noch weiter zurückschauen. Seine Bilanz seitdem: fünfmal blieb er ohne Einsatz im Kader, für zwei Spiele wurde er gleich gar nicht nominiert. Dabei ist die Linksverteidiger-Position bereits seit längerer Zeit Löws Sorgenkind.

Mangel an Alternativen

Während Philipp Lahm jahrelang der Vorzeige-Außenverteidiger schlechthin war und sowohl links als auch rechts einsetzbar war, kämpft Löw seit seiner Amtszeit damit, einen geeigneten Linksverteidiger zu finden. Dass Löw schon länger nicht mit seinen Alternativen zufrieden ist, zeigen seine Aussagen über Marcel Schmelzer im Jahr 2012: „Viele Alternativen gibt es jetzt aber auch nicht, also müssen wir mit Marcel Schmelzer die nächsten zwei, drei, vier, fünf Monate weiterarbeiten. Wir werden mit ihm weiterarbeiten – und Alternativen schaffen.“

Mittlerweile hat Jogi Löw ein paar Alternativen mehr. Richtig zufrieden ist er allerdings immer noch mit keiner. Nico Schulz zeigte im Spiel gegen die Niederlande zwar ein paar gute Offensivaktionen, wackelte in der Defensive aber mehr als nur ein mal. Halstenberg erzielte ein sehenswertes Tor, aber auch über ihn entstanden immer wieder gefährliche Aktionen der Nordiren. Und Hector? Der durfte sich wieder einmal gar nicht beweisen.

Trotzdem ist für Hector das Kapitel Nationalmannschaft noch nicht erledigt. Dafür sind die Leistungen seiner direkten Konkurrenten zu wechselhaft. Dass Löw Hector auch noch als Zweitliga-Spieler nominierte, beweist zudem, dass er auf ihn eigentlich große Stücke hält. Nun hat Hector die Möglichkeit, jedes Wochenende nochmal auf Top-Niveau zu zeigen, dass er nach wie vor ein geeigneter Kandidat für die Position ist.

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