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„Der Kölner nötigt mir Respekt ab“

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Köln.Sportler Frank Schwantes (r.) traf Philipp Köster im Leverkusener Bistro

„11Freunde“-Chefredakteur Philipp Köster im exklusiven Interview über den FC, Lukas Podolski und kölsche Klüngelei.

Philipp Köster ist Chefredakteur und Herausgeber eines der erfolgreichsten Sportmagazine Deutschlands, „11Freunde“. Im exklusiven Interview spricht der Fußballkultur-Kenner über den 1. FC Köln, Lukas Podolski und kölsche Klüngelei.

Herr Köster, „11Freunde“ ist das deutsche Leitmedium für Fußballkultur. Welche Fußballkultur erkennen sie beim 1. FC Köln?

Schon zu meiner Studienzeit in Bonn habe ich festgestellt, dass es kaum ein Stadion gibt, in dem eine so großartige Stimmung herrscht wie in Köln. Das liegt natürlich auch daran, dass das Liedgut größer ist als in anderen Bundesliga-Stadion. Ich finde, bei all dem, was sich der FC in den letzten Jahren geleistet hat, hätte der FC-Anhänger allen Grund gehabt, zu sagen: Da bleib ich jetzt mal weg. Doch stattdessen gibt es eine unglaublich beharrliche und auch reisefreudige Fankultur. Außerdem waren die Kölner die Ersten, die mal diese Auswärtsdauerkarte eingeführt haben. Das ist gelebte Fankultur, wie es sie sonst in nur wenigen anderen Bundesligastadien gibt.

Ist Kölns Fangemeinde unter diesem Aspekt vorbildlich in der Liga?

Ja. Und der Kölner ahnt schon, dass es diese Saison wieder ganz, ganz schlimm werden kann – und er geht trotzdem hin. Sowas nötigt mir Respekt ab. Weil diese Art der Fußballkultur mit vielen Entbehrungen verbunden ist. Wenn man am Freitagabend klaglos bei Nieselregen nach Freiburg, Rostock oder sonstwohin fährt, statt zu jammern, wie schlecht es einem geht, da gehört schon was dazu.

Ein norwegischer Trainer kommt nach Köln, macht einen Brasilianer zum Kapitän und lässt Konzeptfußball spielen. Ist das nicht ein Kulturschock fürs kölsche Fanherz?

Also, ich find das ja mal gut, dass sich Sportdirektor Volker Finke bei seiner Wahl nicht aus dem üblichen Pool schonmal gescheiterter, jetzt aber wieder angriffslustiger Trainer bedient hat. Zu gucken, wer spielt in Europa eigentlich innovativen Fußball, wer hat neue Konzepte, wer tritt dem FC möglicherweise noch mal auf eine andere Art in den Hintern, als Vorgänger es getan haben, dann ist das erst mal zu begrüßen. Dass es Zeit braucht, bis sich alles eingefunden hat, ist normal. Insofern finde ich es gut, dass Trainer Stale Solbakken da ist. Er ist eine erfrischend andere Figur.

Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Köln.Sport, was Philipp Köster von der „Königsmörder“-Diskussion hält, weshalb er an einen Verbleib Lukas Podolskis glaubt und warum Ex-Profi Matthias Scherz unbedingt ein Buch schreiben sollte.

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