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Demirbay klagt über fehlenden Respekt

Eigentlich war es ein erfolgreicher Tag für Kerem Demirbay: Ein 3:1 Sieg seines Teams, an zwei Toren maßgeblich beteiligt und mit sechs Punkten aus zwei Spielen und dem Weiterkommen im Pokal ein perfekter Saisonstart. Doch richtig Freude wollte beim 26-jährigen Mittelfeldspieler nach der Partie trotzdem nicht aufkommen.
Kerem Demirbay fordert Respekt

Trotz 3:1 Erfolg war Kerem Demirbay nach dem Spiel weniger zum Jubeln zumute.
(Foto: imago images( Sven Simon)

Saison 2015/2016: Nachdem es mit dem Durchbruch beim HSV noch nicht so richtig klappen will, wechselt Kerem Demirbay auf Leihbasis zu Fortuna Düsseldorf. Nach 10 Toren in 25 Spielen ist das Gastspiel bei der Fortuna auch schon wieder beendet. Während das Team aus Düsseldorf knapp die Klasse hält, empfiehlt Demirbay sich für größere Aufgaben und wechselt erst zur TSG Hoffenheim und dann in diesem Sommer schließlich zu Bayer Leverkusen.

Mehr Wertschätzung

Als Spieler von Leverkusen kehrte er an diesem Wochenende zurück an alte Wirkungsstätte, denn am zweiten Spieltag ging es für die Werkself gegen die Fortuna. „Vor dem Spiel habe ich mich echt gefreut, nochmal hier vor den Fans spielen zu können.“ Doch diese Freude hielt nicht lange an. „Nach dem Spiel sage ich: Die Fans haben gegenüber den Spielern keinen Respekt. Ich habe ein paar Sachen verbal mitbekommen. Und dass du bei jedem Eckball ausgepfiffen wirst oder Sachen nach dir geschmissen werden, das verstehe ich nicht. Wir wollen respektiert werden, vor allem, wenn man selbst mal hier gespielt hat. Aber das ist halt einfach so“, beklagte Demirbay nach dem Spiel. Seiner Meinung nach sollten die Fans gerade ihm gegenüber dankbarer auftreten: „Wenn ich damals keinen großen Teil dazu beigetragen hätte, wäre der Verein abgestiegen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass der Deutsch-Türke sich mehr Wertschätzung für seine Person gewünscht hätte. Bereits nach seinem letzten Spiel für die TSG zeigte er sich betrübt: „Ich bin da ehrlich. Ich hätte mir auch eine Verabschiedung gewünscht, aber so ist das nun mal im Fußball.“

Vorbildfunktion

Zwar sind Demirbays Worte durchaus nachvollziehbar, doch nicht ganz frei von Ironie, denn als Spieler von Fortuna sorgte er gleich in doppelter Hinsicht für einen Eklat in Sachen Respekt: Als Bibiana Steinhaus ihn in einer Partie mit gelb-roter Karte vom Platz stellte, sagte er zu ihr: „Ich finde, Frauen haben im Männerfußball nichts verloren.“ Als er als Vereinsstrafe daraufhin ein Mädchenspiel pfeifen sollte, befand er es nicht mal für nötig, Turnschuhe zu tragen. Stattdessen erschien er im Anzug und Mantel zum Spiel, was ihm herbe Kritik einbrachte. Eins ist klar: Anfeindungen jeglicher Art haben im Fußball nichts verloren – das gilt jedoch nicht nur für die Fans, sondern für alle Beteiligten.

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