Köln.Sport

Dahmanis Schuss ins Glück

Bei einem hohen Ball klärt Hennefs Marcel Radschuweit vor Hörnig

Schwerstarbeit mussten Florian Hörnig (re.) und Fortuna Köln im Pokalhalbfinale beim FC Hennef 05 um Marcel Radschuweit (am Ball) verrichten
Foto: Imago/Eibner

Fortuna Köln muss im Halbfinale des FVM-Pokals lange zittern und setzt sich vor 1.210 Zuschauern beim Mittelrheinligisten FC Hennef 05 3:2 (2:2) nach Verlängerung durch.  Am Ende war es ein Moment individueller Klasse, der ein packendes Halbfinalspiel im Verbandspokal entschied: Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit der Verlängerung im Hennefer Sportzentrum kam Hamdi Dahmani rund 25 Meter vor dem Tor an den Ball und nagelte das Spielgerät mit einem satten, wenn auch leicht abgefälschten Schuss in den Winkel. Hennefs Keeper René Monjeamb war zwar noch dran, verhindern konnte der Schlussmann den entscheidenden Treffer, der Fortuna den Einzug ins Verbandspokalendspiel brachte, aber nicht.

Die folgenden Szenen kurzen, aber ausgelassenen Jubelns erinnerten, wie auch der Treffer an sich, stark an die Bilder, die sich im Oktober letzen Jahres im gleichen Wettbewerb am Aachener Tivoli abspielten. Damals brachte Ozan Yilmaz die Südstädter mit einem ebenfalls sehenswerten Treffer gegen Alemannia Aachen auf die Siegerstraße. Ähnlich befreiend wie Yilmaz´ Treffer, der den Startschuss für eine lange Erfolgsserie der Kölner war, wirkte am Ostersamstag auch Dahmanis Kunstschuss. Den es war der Schlusspunkt in einem typischen Pokalfight zwischen Underdog und Favorit, der so gar nicht „nach unserem Geschmack verlief“, wie Fortuna-Kapitän Daniel Flottmann nach 120 kräftezehrenden Minuten zu Recht bemerkte.

Zwar begann der Drittligist beim Fünftligisten von der Sieg zunächst mit der Selbstverständlichkeit eines Favoriten, doch die Hausherren, die nach dem Abstieg aus der Regionalliga aktuell im Mittelfeld der Mittelrheinliga platziert sind, warfen sich erfolgreich in alle Schussversuche der Gäste. „Wir haben so viele Bälle geblockt, dass ich nach und nach immer mehr davon überzeugt war, dass wir heute gewinnen können“, gab ein stolzer FCH-Trainer Marco Bäumer nach der Partie zu Protokoll. Mitte der ersten Halbzeit wurden die Hausherren mutiger und konnten die defensiv zu fahrig agierenden Südstädter mitunter über die Außenpositionen in Verlegenheit bringen.

Hennefer Führung per Seitfallzieher
Die Überraschung, in Form einer Hennefer Führung lag mittlerweile in der Luft, als FCH-Stürmer René Dabers eine Flanke von der rechten Seite per Seitfallzieher im Netz unterbrachte (32.). Fortuna-Keeper Tim Boss, der wie gewohnt im Pokal André Poggenborg vertrat, war zwar noch dran, konnte den Ball aber nicht mehr am Überschreiten der Linie hindern. Es war Fortunas erster Gegentreffer im diesjährigen Pokalwettbewerb. Der nächste Schock folgte für die Fortuna auf dem Fuße: Mittelfeld-Regisseur Kristoffer Andersen musste verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Andreas Glockner ins Spiel (32.).

Im zweiten Durchgang drückten die Fortunen von Beginn an auf den Ausgleich. Die Hennefer zogen sich nun immer tiefer zurück. Die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat versuchte es auf dem tiefen und schwer zu bespielenden Rasenplatz immer wieder mit langen Diagonalbällen auf die Sturmspitzen Marco Königs und Julius Biada. In der 53. Spielminute gelang Königs der ersehnte Ausgleich. Mit Ball am Fuß drang der Torjäger in den Strafraum ein und knallte das Spielgerät humorlos unter die Latte. Allerdings wäre der FCH im direkten Gegenzug beinahe wieder in Führung gegangen.

Fortuna trifft – Hennef antwortet
Allerdings merkte man den Gastgebern den Kräfteverschleiß zunehmend an. Fortuna hatte mehr Platz und Erfolg mit langen Bällen: Einen schönen Diagonalball von Cauly Oliveira Souza leitete Lars Bender per Direktabnahme in den Strafraum weiter, wo Glockner unbedrängt einschieben konnte (72.). Doch wieder keine Minute nach dem Kölner Tor, hätte Hennef beinahe die Antwort parat gehabt. Boss musste sich mächtig strecken, um das 2:2 zu verhindern. Weil die Südstädter in der Schlussphase nach vorne aber nicht zielstrebig genug agierten und sich  in der Defensive Unkonzentriertheiten leisteten, kam der FCH doch noch zum Ausgleich. Einen Fehler von Oliver Schröder konnte Flottmann im Laufduell mit Rico Rollepatz nicht ausbügeln und Hennefs junger eingewechselter Stürmer blieb im Abschluss cool und sicherte seinem Team die Verlängerung (86.).

In dieser schrieb dann der eingewechselte Dahmani mit seinem Distanztreffer das abschließende Kapitel dieses spannenden Pokalnachmittags. „Es war ein wirklich hartes Stück Arbeit und sicherlich keine Meisterleistung von uns. Aber wir stehen im Finale und das ist geil“, freute sich der Siegtorschütze. Auf wen die Fortuna im Endspiel am 28. Mai im Bonner Sportpark Nord, entscheidet sich am 6. April im Duell zwischen dem FC Viktoria Köln und Borussia Freialdenhoven. Fortuna Trainer Uwe Koschinat und seine Mannschaft dürfen hoffen, dass der knappe Erfolg in Hennef als wegweisender Glücksbringer dient. Denn als sich die Fortuna 2013 ebenfalls denkbar knapp mit 4:3 in Hennef durchgesetzt hatte, stand am Ende der Saison der Gewinn des FVM-Pokals und die bis heute letzte Teilnahme der Südstädter am DFB-Pokal zu Buche.

Stefan Kühlborn

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