Köln.Sport

Bleibt alles anders?

Olaf Janßen war zuletzt für den FC St. Pauli tätig.
Foto: imago

Olaf Janßen heißt der neue Coach des Fußball-Regionalligisten FC Viktoria Köln. Nach dem Abschied von Marco Antwerpen nach Münster hat sich der Aufstiegs-Anwärter aus Höhenberg Zeit gelassen mit der Entscheidung und schließlich einen Mann nach Köln geholt, der die Domstadt immer als seine Heimat bezeichnet hat. Und dem, nach eigener Aussage, besonders wichtig, „dass mir die Verantwortlichen der Viktoria aufgezeigt haben, noch lange nicht am Ende ihrer sportlichen Ziele zu sein.“ Das ist gut, immerhin werkelt die Viktoria schon seit dem Aufstieg aus der NRW-Liga 2012 an einem neuerlichen Liga-Upgrade herum, bisher ohne Erfolg. Und dabei ist Janßen nach Heiko Scholz, Wolfgang Jerat, Ralf Aussem, Claus-Dieter Wollitz, Tomasz Kaczmarek und Antwerpen bereits der siebte Trainer, der sich an dem Projekt versucht. Der Auftrag war allen klar.

Doch Janßen kommt in eine Position, die im Grunde keiner seiner Vorgänger hatte. Er übernimmt eine funktionierende und erfolgreiche Mannschaft. Andere Coaches waren zu Umbrüchen gezwungen, kamen in Krisen oder hatten andere Schauplätze zu bekriegen. Die Lage für Janßen ist also recht komfortabel. Und einen Fehler sollte er deshalb nach seinem Amtsantritt lieber nicht machen: die Arbeit seines Vorgängers verkennen. Marco Antwerpen war – trotz eines unschönen Abgangs – der erfolgreichste Viktoria-Coach seit der Neugründung 2010. In der letzten Saison führte er das Team in die Relegation, wo man sich Carl Zeiss Jena geschlagen geben musste. Nun sind die Höhenberger wieder Tabellenführer, trotz eins verhaltenen Starts mit nur 14 Punkten aus den ersten 10 Spielen.

Janßen tut also gut daran, die Mannschaft in Sachen Spielsystem, Spielidee und Besetzung nicht allzu sehr durcheinander zu wirbeln. Klar, jeder Coach kommt mit seinen eigenen Vorstellungen zu einem neuen Team. Doch die komfortable Situation kann sich in der eigenen Argumentation auch schnell zum Nachteil entwickeln – wenn man plötzlich alles ändert und dann nichts mehr läuft. Diese Gefahr ist zu groß, wenn Janßen mit der Viktoria wirklich noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen sein will.

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