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Aydogmus versaut Viktoria-Auftakt

Ercan Aydogmus netzt zum 3:3 des Wuppertaler SV gegen Viktoria Köln

Sorgte mit zwei Treffern für das Remis zum Saisonauftakt: Wuppertals Ercan Aydogmus (m.)
Foto: imago/Otto Krschak

Das hatte sich Viktoria Köln anders vorgestellt: Trotz zweimaliger Führung reicht es bei Aufsteiger Wuppertal zum Saisonstart nur zu einem Remis, an dem ein Ex-Höhenberger großen Anteil hat.

Rheinfussball

Viktoria Köln hat den Auftakt in die Regionalliga-Saison 2016/2017 verpatzt: Trotz zweimaliger Führung kamen die Höhenberger beim Aufsteiger Wuppertaler SV im Eröffnungsspiel der neuen Saison nicht über ein 3:3 (1:0) hinaus. Zweimal Mike Wunderlich und Fatih Candan trafen für die Kölner, doch ein Last-Minute-Tor von Ex-Viktorianer Ercan Aydogmus klaute in der Nachspielzeit noch zwei bereits sicher geglaubte Punkte. „Es ist extrem ärgerlich, so spät noch den Ausgleich zu kassieren.Wir müssen uns vorwerfen, aus der Dominanz der ersten Hälfte nicht mehr Torchancen und schlussendlich auch Tore herauszuspielen. Wuppertals Körpersprache nach unserem 3:2 wirkte, als wären sie geschlagen. Es kann nicht sein, dass wir uns dann mit der letzten Aktion der Partie doch noch einen Gegentreffer fangen“, erklärte Viktoria-Kapitän Mike Wunderlich nach dem ärgerlichen Remis.

Nur zwei der insgesamt zehn Neuzugänge der Viktoria schafften es in die Anfangself, Felix Backszat begann im Zentrum, Timm Golley startete auf der rechten Außenbahn. Mit der Doppelspitze Fatih Candan und Sven Kreyer wollte Kölns neuer Trainer Marco Antwerpen zum Saisonauftakt auf Torjagd gehen. Auf der Gegenseite standen gleich drei Wuppertaler mit viktorianischer Vergangenheit in der Startformation. Gaetano Manno und Silvio Pagano bildeten – wie schon zu Kölner Zeiten – die Flügelzange. In der Spitze vertraute WSV-Trainer Stefan Vollmershausen dem inzwischen fast 37-jährigen Torphantom Ercan Aydogmus.

Wuppertal dreht die Partie nach Viktoria-Blitzstart

Nach der offiziellen Saisoneröffnung durch WFLV-Präsident Hermann Korfmacher erwischten die Domstädter einen Traumstart in die Partie. Bereits in der 4. Spielminute sorgte Mike Wunderlich per Freistoß nach Foul an Sven Kreyer für die Gästeführung. Der ruhende Ball aus 18 Metern halblinker Position ins kurze Eck war zwar durchaus haltbar, prallte von den Fäusten von WSV-Keeper Sebastian Wickl aber ins Netz – ein Torwartfehler. In der Folge behielten die Höhenberger die Partie unter Kontrolle und kombinierten sich mehrfach durch das Mittelfeld, ohne dabei aber zu einer nennenswerten Torchance zu kommen.

Eckbälle sorgten auf beiden Seiten für Gelegenheiten. Erst köpfte Wuppertals Peter Schmetz eine Ecke von Niklas Heidemann einige Meter am Kasten von Nico Pellatz, der den Vorzug vor Neuzugang Philipp Kühn erhielt, vorbei (27.). Dann rauschte Daniel Reiche knapp an der Hereingabe von Mike Wunderlich vorbei (39.). Kurz vor der Pause verpasste der WSV bei einer Doppelchance der Ex-Kölner Aydogmus und Manno den Ausgleich (45.). Einen Blitzstart wie im ersten Durchgang die Kölner erwischte nach dem Seitenwechsel der Gastgeber. Daniel Grebel wurde auf der rechten Seite steil geschickt, legte flach herein auf Aydogmus, der zunächst noch mit einem zu zentralen Abschluss an Pellatz scheiterte. Den Abpraller schnappte sich elf Meter vor dem Tor aber Kevin Hagemann und schob flach rechts ein (49.).

Es war der Startschuss für vogelwilde 20 Minuten: Kaum war der Torjubel verklungen, sorgte Ercan Aydogmus für die absolute Ekstase im Stadion am Zoo. Nach einem langen Ball tauchte der Routinier vor dem Viktoria-Tor auf, schüttelte im Zweikampf der Riesen Markus Brzenska ab und versenkte die Kugel aus 15 Metern im linken Eck (54.). Die prompte Antwort lieferte auf der anderen Seite Fatih Candan, der nach Assist vom erst zwei Minuten zuvor eingewechselten Kevin Holzweiler zwei Defensivspieler auswackelte und frech ins lange Eck einschob (58.). Holzweiler, der den unglücklich agierenden Golley ersetzte, hatte in der 64. Minute die erneute Führung auf dem Fuß. Erst ließ der 21-Jährige zwei Wuppertaler stehen, um dann einen feinen Schlenzer an den Innenpfosten zu setzen. Für das 3:2 sorgte kurz darauf Mike Wunderlich per Strafstoß. Eine Flanke von Patrick Koronkiewicz von der rechten Seite prallte an die Hand von Torschütze Kevin Hagemann, Schiedsrichter Sven Waschitzki blieb keine andere Wahl als auf den Punkt zu zeigen, von wo aus Viktorias Kapitän verwandelte (68.).

Antwerpen: „Wir waren nicht abgezockt genug“

Doch der Aufsteiger steckte nicht auf. In der Schlussphase drehte der WSV noch einmal auf und kam zweimal durch Aydogmus und einmal durch Kai Schwertfeger zu Großchancen. In der Nachspielzeit war es dann tatsächlich Aydogmus, der für Entgeisterung auf Viktoria-Seite sorgte. Einmal mehr tauchte das Torphantom vor dem Kölner Kasten auf und schockte die Gäste mit einem typischen Aydogmus-Treffer: Halb mit dem Rücken zum Tor schoss der raffinierte Routinier den Ball aus fast aussichtsloser Position ins Tor und ließ das Stadion am Zoo durchdrehen (90.+2). „Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt und sind nach dem Rückstand gut zurückgekommen. Gerade in der letzten Minute muss man dann aber vernünftig gestaffelt stehen und uns in den Zweikämpfen besser verhalten. Wr waren nicht abgezockt genug“, urteilte Viktorias Coach Marco Antwerpen im Anschluss.

Quelle: Daniel Sobolewski für rheinfussball.de

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