Köln.Sport

Aufstieg, Ausbau und Altbekanntes?

2017 war faszinierend, 2018 turbulent – welche Stories wird das Jahr 2019 für den 1.FC Köln schreiben? Ein erster (nicht ganz ernst gemeinter) Ausblick auf die nächsten zwölf Monate!
FC

Helden 2019: Der Aufstieg des FC wird nicht das einzige spannende Ereignis des neuen Jahres! (Foto: imago/T-F-Foto)

Jahreswechsel. Für viele Menschen genau der richtige Anlass, über das eigene Leben, die eigene Leistung und die Zukunft nachzudenken. Was war gut? Was war schlecht? Was bedeutet das, was passiert ist, für meine Zukunft? Und vor allem: Was hält das neue Jahr für mich bereit? Ein Blick ins Dunkle gewissermaßen, denn mit -Sicherheit kann das zu Beginn des neuen Jahres niemand vorhersagen. Das gilt im Sport genauso wie im „richtigen“ Leben. Nicht alles ist steuerbar, ganz im Gegenteil: Ein Großteil des Lebens ist vom Glück abhängig! Auch der 1. FC Köln steht 2019 vor großen Entscheidungen, die oft eine gesunde Mischung aus Können und Glück erfordern: Gelingt der Aufstieg? Wie wird sich das Team dann verändern? Wie geht es mit dem Ausbau des Geißbockheims weiter? Fragen über Fragen – und wer auf die Antworten nicht bis Anfang 2020 warten will, holt sie sich einfach hier: in der großen (und nicht allzu ernst gemeinten) Jahresvorschau des 1. FC Köln für 2019.

JANUAR

Das neue Jahr beginnt mit einer unverhofften Geldschwemme für „Finanzminister“ Alexander Wehrle: Weil die Fake-CD mit Weihnachts-Songs, die der Effzeh aus Spaß zum Jahresende veröffentlicht hatte, in den Musik-Charts plötzlich steil geht (u. a. Platz 1 in den USA), stehen kurzfristig 2,6 Mio. Euro mehr zur Verfügung. Weil auch die Hässler-Millionen wieder auftauchen, will Coach Markus Anfang auf dem Transfermarkt noch mal aktiv werden. Die Wahl fällt zunächst auf Frankreich-Superstar Kylian -Mbappé (PSG), den man im Tausch mit -Simon Terodde (nach Paris) bekommen könnte. Kurz vor der Vertragsunterzeichnung sagt Mbappé allerdings aus fadenscheinigen Gründen ab: Da er bisher nur in der Ligue 1 gespielt habe, sei er nicht sicher, ob er sich im Kader des FC auf Dauer durchsetzen könne. Ein Rückschlag in der Personal-Planung, doch Anfang reagiert -sofort und greift stattdessen bei Stefan Caspari vom Veedelsklub SC Borussia Lindenthal-Hohenlind zu. Zehn Tore in der Landesliga-Hinrunde sprechen für sich. Und: Von einer längeren Eingewöhnungszeit ist beim 28-Jährigen eher nicht auszugehen. Von derart guten Nachrichten inspiriert, entscheidet der FC das erste Spiel des neuen Jahres gegen Union Berlin mit 2:0 für sich (Tore: Caspari, Schaub).

FEBRUAR

Sportlich präsentiert sich der FC wie das deutsche Februar-Wetter: durchwachsen. Einem 0:0 bei Erzgebirge Aue, das später aufgrund der Härte des Spiels als das „maue Gehaue in Aue“ in die Geschichte eingeht, folgt ein hart erkämpfter 1:0-Heimerfolg gegen den FC St. Pauli. Beim einzigen Treffer in der 79. Minute beweist Anthony Modeste erstmals nach seiner Rückkehr den Torriecher eines Stürmers. -Einen zu kurzen Rückpass von Ex-FC-Profi Christopher Buchtmann, der schwer nach Absicht aussah, erläuft der Franzose, umdribbelt Torwart Robin Himmelmann und schiebt ins leere Tor ein. Nach dem Spiel wird Buchtmann gefragt, warum er denn so breit grinsen würde. „Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe“, antwortet dieser. Der FC gewinnt dank der insgesamt vier Tore von Rafael Czichos auch mit 3:2 in Paderborn, verliert aber das Heimspiel gegen Sandhausen. „Klassisch ausgecoacht“, sagt SVS-Trainer Uwe Koschinat nach dem Abpfiff. Sein cleverer Schachzug: Er hatte sein Team komplett in Trikots von Fortuna Köln auflaufen lassen, um beim FC den Eindruck eines Freundschaftsspiels zu erwecken. Die geniale Idee wird mit einem 6:1 belohnt.

MÄRZ

Als Ex-Kapitän Matthias Lehmann zum 13. Mal in Folge unentschuldigt beim Training fehlt, geht Markus Anfang der Sache auf den Grund. Als er die Wahrheit erfährt, ist es ein Schock: „Matze“ nimmt an der neuen Staffel von „Let’s dance“ bei RTL teil. Gut, dass der FC im März kein Freitagsspiel bestreitet! Neun Spieler aus dem Kader hatten bereits angekündigt, im Fall der Fälle eher „Let’s dance“ zu schauen als Fußball zu spielen. So aber wird es ein entspannter Monat, mit dem der FC dem Aufstieg einen wichtigen Schritt näher kommt. Nicht nur, dass die Spiele gegen Ingolstadt (11:11 an Karneval), Bielefeld (3:0), Duisburg (6:3) und Kiel (1:0) insgesamt zehn Punkte bringen, für Anfang ergeben sich auch ganz neue Möglichkeiten. Weil Lehmann durch das Training bei RTL fitter denn je ist, hat er urplötzlich (ohne Training) auch seinen Stammplatz wieder. Der „kicker“ titelt in Bezug auf Lehmanns gefühltes Alter (47) und seine Laufleistung pro Halbzeit (elf Kilometer): „4711 – mit allen kölnischen Wassern gewaschen“.

APRIL

Trotz der Erfolgsserie dümpelt der FC weiter im Niemandsland der Tabelle – also auf Platz zwei – herum. Da trifft es sich gut, dass bald der Knaller gegen Tabellenführer Hamburg auf dem Programm steht. Doch vor der Kür ruft die Pflicht in Heidenheim. Dort steht es nach 90 Minuten 3:3, als Timo Horn den José Luis Chilavert in sich entdeckt. Und noch wichtiger: ihn auch rauslässt! Mit einem Traum-Freistoß in den Winkel rettet Horn den Auswärtssieg, kündigt aber gleichzeitig an, ab 2019/20 als klassischer „10er“ beim SV Deutz 05 anzuheuern. Das ständige Rumstehen im Tor sei ihm auf Dauer zu langweilig geworden – deswegen wolle er lieber hinter den Spitzen rumstehen. Das Heimspiel gegen den HSV gewinnt der Effzeh durch einen Dreierpack von Jhon -Cordoba (1., 2., 11.) mit 3:1. Das Gegentor von HSV-Supertalent Jann-Fiete Arp (64.) schmerzt leicht, als Wiedergutmachung hat sich der 19-Jährige aber -bereit erklärt, ab der neuen Saison das FC-Trikot zu tragen. In Dresden (2:2) und gegen Darmstadt (0:1) strauchelt der Effzeh zwar, dennoch ist die Ausgangslage vor den letzten drei Spielen perfekt.

MAI

Im letzten Montagsspiel aller Zeiten (Danke, Merkel!) kann der 1. FC Köln den Aufstieg in die Bundesliga perfekt machen – und zeigt sich eiskalt. Selbst der frühe Rückstand durch Ex-Fortuna-Knipser Daniel Keita-Ruel (4.) schockt die Anfang-Elf nicht, ganz im Gegenteil: Caspari (6.) und Marcel Risse per Volley-Abnahme (53.) drehen die Partie gegen Greuther Fürth. Und auch Jhon -Cordoba macht noch seinen Treffer (77.) und übernimmt damit die Führung in der Torjägerliste (23 Tore). 13 -Minuten später ist das Spiel vorbei und das -große Ziel erreicht: Aufstieg! Und nach „1. Bundesliga, wir sind wieder da“ 2014 muss es auch 2019 einen Aufstiegs-Song geben, allerdings diesmal in zwei Versionen. Auf den Fanta4-Kracher „Wir sind zusammen groß“ schmettern die Spieler in der Kabine „Wir geh’n zusammen hoch, wir geh’n in Liga eins“. Die Geschäftsführer Alexander Wehrle und -Armin Veh haben andere Pläne. Sie singen: „Wir hol’n zusammen Kroos, wir hol‘n zusammen Heintz“ – die Transfer-Offensive kann beginnen! Von einem neuartigen Zaubertrank (sogenanntes „Kölsch“) angetrieben, gewinnt der Effzeh auch die abschließenden Begegnungen gegen Regensburg (2:0) und Magdeburg (5:4).

JUNI

Mit einem neuen Verkaufsschlager kann der FC-Fanshop aufwarten: dem Torwart-Trikot mit der Nr. 1 – „Schumacher“. Genau wie 1996 als TW-Trainer des BVB hatte sich Vizepräsident Toni Schumacher auch beim letzten Heimspiel gegen Regensburg in der 88. Minute einwechseln lassen. „Die Aufstiegsprämie fließt direkt in den Transfer-Etat“, so der „Tünn“ gegenüber Pressevertretern. Da verwundert es kaum, dass beim FC ab sofort die großen Namen auf der Einkaufsliste stehen. Kylian Mbappé ist Vergangenheit (Veh: „Wer dem FC absagt, hat den Fußball nie geliebt.“), dafür rückt z. B. Jadon Sancho in den Fokus. Weil beim BVB sein wichtigster Fürsprecher und Dolmetscher Roman Weidenfeller („Jadon, you have a grandios saison gespielt“) wegfällt, sucht der junge Brite nach einer neuen Herausforderung – und findet sie in Köln. Als neuer Marco Reich, ääääh … Reus, soll er fortan die rechte Außenbahn -beackern und Tore vorbereiten. Am besten für den neuen Lilian -Laslandes, Karim Benzema. Ihm hatten Freunde erzählt, dass es nach Real Madrid eigentlich nur noch einen Verein auf der Welt geben kann.

JULI

Die Euphorie in Köln kennt keine Grenzen: Auf der Geschäftsstelle sind -insgesamt 1,2 Mio. Anfragen für Dauerkarten eingegangen – ein paar -weniger als kalkuliert. Allerdings rückt durch die Begeisterung in der Domstadt ein Sta-dion-Ausbau bzw. -Neubau wieder in den Fokus. Die geheimen Pläne der neuen „#Instagram-Arena“ (Namens-rechte bis 2025 verkauft) geraten an die Öffent-lichkeit: 120.000 -Plätze, eine eigene Einkaufsmeile (inkl. Selfie-Station) und insgesamt sechs Sterne–Restaurants sollen neue Standards in der Fußball-Landschaft setzen. Als Standort wird ein Kartoffel-Acker in Hürth-Stotzheim festgelegt. -Sollte sich dort allerdings weiterhin der „Scharlach-rote -Platt-käfer“ (Cucujus cinnaberinus effzeh-siensis) ansiedeln, gibt es einen Notfallplan: Dann soll die A3 rechtsrheinisch umgeleitet werden und zwischen Köln-Mülheim und Köln-Dellbrück die neue Arena entstehen. Wehrle: „Stau ist da ohnehin immer, welchen Schaden können 120.000 -zusätzliche Menschen da schon anrichten?“ Glücksfall für die -Kölner Sportstätten GmbH: Das RheinEnergie-STADION könnte dann als neues Zuhause für die Drittligisten Fortuna und Viktoria Köln etabliert werden.

AUGUST

Eklat beim Abschlusstraining vor dem Testspiel gegen Manchester City (2:0, Tore: Sancho, Özcan): Als Serhou -Guirassy die erste Aufwärm-Übung nicht schafft und ein Zuschauer „Aller Anfang ist schwer“ ruft, wird dieser vom Kölner Cheftrainer in den Schwitzkasten genommen. Nur mit Mühe können die Streithähne getrennt werden. Später stellt sich heraus: Anfang hatte den Spruch des Zuschauers als Kritik an seiner Körperfülle verstanden und kurzzeitig die Nerven verloren. Nach Rücksprache mit Matthias Lehmann beschließt er, bald auch einen Tanzkurs zu besuchen. Mehr zu lachen hat Anfang schließlich beim Saison-Auftakt gegen den FC Schalke 04. Der Effzeh ist gegen den Relegations-Gewinner (0:0, 1:1 vs. St. Pauli) klarer Favorit und wird seiner Rolle gerecht: Ein Doppelpack von Benzema (6., 31.) und ein Fernschuss von Marco Höger gegen die alten Kollegen (68.) entscheiden das Spiel, FC-Schlussmann Iker Casillas muss nur beim Abstauber-Tor von Mark Uth (82.) hinter sich greifen. Der Ex-FC-Akteur erhält dafür lebenslanges Köln-Kalk-Verbot. Die nächsten Spiele gegen Augsburg (2:2) und Hoffenheim (0:1) verlaufen durchwachsen.

SEPTEMBER

Nach dem Heimspiel gegen Leipzig muss der FC drei Wochen auf Jonas Hector verzichten. Der Nationalspieler hatte RB-Kapitän Willi Orban versehentlich – oder absichtlich – über die Absperrung geworfen. Als Schiedsrichter Marco Fritz „Wir sind hier nicht auf der Kirmes!“ ruft, antwortet Hector schlagfertig: „Aber ein bisschen Dosenwerfen wird doch wohl erlaubt sein.“ Doch auch in Unterzahl sind die „Geißböcke“ auf Augenhöhe und schaffen durch Louis Schaub (88.) immerhin noch den späten Ausgleich. Gegen den VfL Wolfsburg gelingt sogar ein 3:1-Erfolg –
allerdings „nur“ gegen eine Auswahl von VfL-Legenden. Die Profis waren vorher wegen fehlender Europapokal-6-Plaketten aus dem Verkehr gezogen worden. Die Abwehr um Marcel -Schäfer, Miroslav Karhan, Alexander Madlung und Stefan Schnoor kann den Kölner Offensivwirbel nicht stoppen, vorne vergeben Diego Klimowicz, Stefan Effenberg, Tomislaw Maric und Jonathan Akpoborie beste Chancen. Einzig Roy Präger (56.) trifft per Elfmeter. Der Effzeh startet daraufhin eine Siegesserie, auch gegen Bremen (1:0, Tor: Sörensen) und Frankfurt (2:1, Tore: Guirassy, Cordoba) gibt es Dreier.

OKTOBER

Abseits des Bundesliga-Alltags gelingt Alexander Wehrle beim Thema „Geißbockheim-Ausbau“ ein echter Durchbruch. Bis zur Tankstelle am Ortseingang von Hürth-Efferen darf der FC bauen, außerdem in entgegengesetzter Richtung bis runter zur Dürener Straße. Einzige Bedingung der Stadt: Alle Trainingseinheiten müssen zeitlich so dem Berufsverkehr angepasst werden, dass sie Stau-Opfer auf dem Militärring live miterleben können. Die fünf Euro Eintritt gehen aufs Konto der Stadt, die mit dem Geld die Kultur fördert. Eine echte Win-win-Situation! Leider gestaltet sich die Sache mit dem „Win“ auf dem Platz etwas schwieriger, denn der FC rutscht nach den Pleiten gegen Dortmund (0:3), Hertha BSC (1:2) und Eintracht Frankfurt (4:7) in seine erste Krise der neuen Saison. Die Erleichterung nach dem Sieg in Freiburg (4:1) ist mit Händen zu greifen. Vor allem, weil das neue Spielsystem 4-2-4 (mit -Cordoba, Benzema, Guirassy und -Modeste in der Spitze) exzellent greift – alle Stürmer machen ihr Tor.

NOVEMBER

Rund um den Karnevals-Auftakt jagt beim FC ein Derby das andere: Zunächst sorgen Sancho (22.) und Hector (62.) beim 2:0 gegen Düsseldorf dafür, dass die Fortuna auch nach Spieltag zwölf weiterhin ohne einen einzigen Punkt dasteht und frühzeitig ihre Mannschaft abmeldet. Dann geht es einen Tag vor dem Sessions-Auftakt gegen Mainz um den Titel „einzig wahrer Karnevalsverein“ – und der FC findet die perfekte Mischung. Nach einem Slapstick-Eigentor, das den Konsum von „Gatorade-Wodka“ vermuten lässt, schaffen die Hausherren noch einen 2:1-Sieg. Und in diesem Tempo geht es weiter: Eine Woche später hat der FC das obligatorische Heimspiel in Leverkusen, das allerdings auf den Rängen mehr Spannung bietet als auf dem -Rasen – 0:0. Und schließlich geht es am letzten November-Wochenende zum Gastspiel nach Mönchengladbach, bei dem Tobias Strobl aus alter Verbundenheit zum 1:0 für die Kölner vollendet. Ein fast perfekter Monat, zumal mit Lukas Podolski und Andrés Iniesta auch schon zwei Neuzugänge von Vissel Kobe feststehen.

DEZEMBER

Jahresausklang in der Domstadt. Sportlich schiebt sich der FC mit den Siegen gegen Stuttgart (2:0) und Hamburg (2:1) endgültig in die Spitzengruppe vor, das letzte Heimspiel gegen den FC Bayern München wird zum Topspiel. Der FC ist leichter Favorit, zumal nach sechs Minuten Bayern-Neuzugang Timo Werner mit der Roten Karte vom Platz fliegt. Später kommt raus, dass Karim Benzema ihn nach einem Zweikampf wohl einen „Pardon“ genannt haben soll, woraufhin Werner den Franzosen fies von den Beinen holt. Durch das 1:1 (Tor: Czichos) bleibt der FC oben dran und verschafft sich als Tabellendritter eine hervorragende Ausgangsposition für das neue Jahr. Ab Januar werden die Heim-spiele dann in der neuen „#Instagram-Arena“ ausgetragen! 2020 kann kommen, denn 2019 war überragend!

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