Köln.Sport

Auf wackeligen Beinen

Der nächste Spieltag wie gemalt für den 1. FC Köln, die nächste ausgelassene Chance. Der FC bleibt Tabellenschlusslicht, die rote Laterne leuchtet hell über dem Geißbockheim. Grund dafür ist auch die fehlende Sicherheit nach eigenen Erfolgserlebnissen.
Kommentar Mick

Es ist wie verhext: Die Saison des 1. FC Köln gleicht einem Albtraum, aus dem die Mannschaft nicht mehr rechtzeitig aufzuwachen scheint (Foto: imago/Nordphoto)

Gegen Borussia Dortmund waren es zwei Minuten, in Frankfurt ebenfalls. Gegen Hannover 96 immerhin sieben Minuten. Gegen Stuttgart wurde in zwei Minuten aus 1:0 ein 1:2, am gestrigen Montag in Bremen hielt man ganze fünf Minuten durch. Das Muster ist jedes mal das Gleiche: Der FC macht ordentliche bis gute Spiele, kämpft sich (bis auf das Hannover-Spiel) nach Rückständen zurück und erzielt ein Tor. Und bevor man denkt, das Spiel kippe in Richtung der rot-weißen – zappelt der Ball wieder im eigenen Netz. Und die Beine wackeln weiter.

Der 1. FC Köln scheint in dieser Saison die einzige Mannschaft der Bundesliga zu sein, bei der ein erzieltes Tor mehr Verunsicherung als Sicherheit bewirkt. Einem Rückstand hinterherzulaufen ist dabei ohnehin zur Routine geworden, in gefühlt jedem Spiel gerät der FC ins Hintertreffen und muss sich wieder rankämpfen. Das Stichwort: Individuelle Fehler von Leistungsträgern – auch in Bremen begleiteten sie den FC erneut.

Hoffnung schwindet

Die Verunsicherung hat sich längst in den Köpfen der Spieler festgesetzt, jeder Patzer ist mittlerweile doppelt teuer, weil man ihn aufgrund der immer weniger werdenden Saisonspiele nicht mehr ausgleichen zu können scheint. Zumal gestern auch die spielerische Leistungskurve gegenüber Leipzig und Stuttgart wieder klar nach unten zeigte. So erscheint die Situation mit noch acht ausstehenden Partien fast aussichtslos, die Hoffnung auf ein Wunder schwindet wohl auch in den Köpfen der Profis täglich.

Warum die Verunsicherung immer dann einsetzt, wenn es gerade so aussieht, als würde es in einem Spiel aufwärts gehen? Vielleicht, weil man dann gefühlt wieder etwas zu verlieren hat, vielleicht weil es seit Jahren ein Muster im Kölner Spiel ist, sich nach eigenen Toren erst einmal absichernd hinten rein zu stellen, was selten wirkliche Absicherung zur Folge hat. Vielleicht auch einfach, weil die individuellen Fehler zu schnell und überhastet passieren und die Beine zu wackelig sind. Lange wird der FC auf ihnen nicht mehr stehen können.

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