Köln.Sport

Angriff auf die Spitze

Nach einer ordentlichen Premierensaison in der Beletage des deutschen Footballs, wollen die Cologne Crocodiles dieses Jahr in die Playoffs. Helfen sollen dabei zahlreiche US-Importe.
Köpper

Bald gehts los! Am 21. April wird im Sportpark Höhenberg um 18:00 Uhr das erste Down der Saison gespielt (Foto: Sandra Ruhe)

Wenn mitten in der spanischen Provinz plötzlich 75 großgewachsene Krokodile Einzug halten, ist das für die Anwohner im ersten Moment ziemlich besorgniserregend. Doch in diesem Fall brauchten die Einheimischen keine Befürchtungen zu hegen, denn bei den „Eindringlingen“ Mitte März handelte es sich um die (abseits des Spielfeldes) ganz harmlosen Cologne Crocodiles, die ihr Trainingscamp an der Ostküste Spaniens bezogen.

Trainingslager bei einem Football-Team, das bedeutet: 62 Spieler plus 13 Trainer und Betreuer – ein organisatorischer Kraftakt für die Crocodiles, den der Verein aus der Domstadt jedoch gut gemeistert hat. Fast alle Mann waren mit an Bord. Die Saisonvorbereitung ist gerade im Football eminent wichtig, weil die Hauptrunde der German Football League (GFL) mit viereinhalb Monaten verhältnismäßig kurz ist und die Teams daher von Beginn an voll da sein müssen.

Perfekte Bedingungen

Mit der bisherigen Vorbereitung auf die zweite GFL-Saison nach dem Aufstieg 2016 in die höchste deutsche Spielklasse ist Crocodiles-Headcoach Patrick Köpper vor allem dank des Trainingslagers sehr zufrieden. „Wir hatten in der Nähe von Alicante wirklich perfekte Bedingungen. Uns standen ein Kraftraum, diverse Trainingshallen sowie ein Kunstrasenplatz zur Verfügung. So konnten wir alle Einheiten wie geplant durchziehen. Das Wetter hat ebenfalls mitgespielt“, berichtet Köpper von einem rundum gelungenen Ausflug an die spanische Costa Blanca. Gefeilt wurde dort sowohl an der Offensive als auch an der Defensive.

Das ist auch dringend nötig, schließlich gilt es für Köpper und seine Assistenztrainer, jede Menge neuer Spieler auf elementaren Positionen ins Team zu integrieren. Offensiv-Coach David Odenthal kann sich zum Beispiel gleich über einen neuen Quarterback sowie über einen neuen Running Back freuen. Mit Bradley Strauss und Damion Jones-Moore sind es zwei US-Importe, die die Offense der „Krokodile“ auf ein neues Level heben sollen. Aber auch in der Verteidigung stehen den Kölnern in der kommenden GFL-Saison viele talentierte Neuzugänge zur Verfügung. Marc „Blue“ Millan, Dominique Martin und Jordi Brugnani bringen internationales Flair nach Köln und verstärken die Grün-Gelben sowohl an der „Line of Scrimmage“ (imaginäre Linie, an der sich die Mannschaften aufstellen, Anm. d. Red.) als auch im Backfield.

Aus Coy wird Strauss

Bei all den namhaften Verstärkungen dürfte ein Angriff auf die Playoffs dieses Jahr schon realistisch sein, schließlich scheiterte das Team von Patrick Köpper bereits im letzten Jahr als Aufsteiger nur knapp am Einzug in die Endrunde. Der Headcoach dämpft die Erwartungen allerdings und hat dafür gute Gründe. „Eigentlich hatten wir mit Jimmy Coy, der sich im Trainingslager hervorragend präsentiert hat, schon unseren Quarterback gefunden. Leider musste er aufgrund eines Todesfalls in der Familie zurück in die USA und wird uns für die Saison nicht zur Verfügung stehen.“ Ein herber Schlag für die ambitionierten Kölner.

Den Ersatz-Quarterback Jan Weinreich, der im letzten Jahr noch startete, dieses Jahr erneut von Anfang an zu bringen, war keine Option. Er soll hinter einem erfahrenen Veteran in Ruhe aufgebaut werden. So entschieden sich die Crocodiles notgedrungen, kurzfristig Bradley Strauss zu verpflichten. „Der Zeitpunkt der Verpflichtung nach dem Trainingslager war natürlich ungünstig, aber wir glauben, dass Strauss gut in unser System passen wird.“

Der 23-Jährige kommt vom William Jewell College in Liberty/Missouri und hat in der amerikanischen „Second Division“ gespielt. Er gilt als mobiler Quarterback, der nicht nur werfen, sondern selbst auch Laufspielzüge vollenden kann. Mit dem neuen Quarterback und den anderen Neuzugängen sieht Coach Köpper sein Team gut gerüstet für die zweite GFL-Saison in Folge. Zwar gehört seine Mannschaft immer noch zu den jüngsten der Liga, die Erfahrungen der letzten Saison, als die Crocodiles nach 14 Jahren Erstliga-Abstinenz erstmals wieder in der GFL spielten, sollten sich aber schon positiv bemerkbar machen.

„Die Jungs können noch besser spielen“

„Das erste Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse war schon sehr ordentlich. Darauf können die Jungs aufbauen und in der kommenden Saison noch besser spielen“, erwartet Köpper den nächsten Schritt. Bleibt sein Team im Gegensatz zur letzten Spielzeit weitestgehend von Verletzungen verschont, hält er die Playoffs durchaus für machbar.

Ein Erreichen der Endrunde wäre der größte Vereinserfolg seit 15 Jahren. Geht die Entwicklung der Crocodiles so weiter wie in den letzten Jahren, ist ihnen mittelfristig sogar eine ähnliche Rolle wie in den glorreichen 1990er-Jahren zuzutrauen. In dieser Dekade erreichten die Domstadt-Footballer vier Mal den German Bowl und krönten sich im Milleniumsjahr (2000) sogar mit dem Titel. Dieser jährt sich 2020 zum zwanzigsten Male, gleichzeitig feiert der Verein dann auch sein 40-jähriges Bestehen. Na, wenn das kein Grund zum Träumen ist?

Alle Infos zum Saisonauftakt gibt es hier. Tickets sind auf crocodiles.ticket.io erhältlich.

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