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1. FC Köln zum Saisonstart

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Der Aufstiegsjubel ist verklungen, die Meisterschaft in der zweiten Liga abgehakt. Nun fassen die Rot-Weißen ihre neuen Gegner der 1. Bundesliga ins Auge: Ein erstes Duell gegen den VfL Wolfsburg mündete bereits in einer Niederlage, doch die Geißböcke schlugen sich tapfer. Was ist für diese Saison noch zu erwarten?

Es war insgesamt schon die neunte Zweitligaspielzeit, die die Kölner 2018/19 auf sich nehmen mussten, und sie ging höchst erfolgreich zu Ende. Der 1. FC ist zurück in der 1. Bundesliga, mitsamt seinem neuen Trainer Achim Beierlorzer und einem motivierten Kader, der bereits viel durchgestanden hat. Die letzte Saison war gekennzeichnet von zahlreichen Höhen und Tiefen, nur drei Spieltage vor Ende musste Trainer Markus Anfang seinen Hut nehmen – zu diesem Zeitpunkt war der Aufstieg schon beinahe sicher.

Der neue Coach wechselte vom SSV Jahn Regensburg herüber, er sagt selbst, dass er einen „sehr aktiven Fußball spielen“ möchte. „Wir wollen uns in der Bundesliga etablieren und mit den hinteren Plätzen nichts zu tun haben.“ Das sind natürlich hehre Ziele, für die auch die beiden Co-Trainer Manfred Schmid und André Pawlak einstehen. Als Torwarttrainer fungiert weiterhin Andreas Menger, und das schon seit Anfang 2018.

Kurz analysiert: die Niederlage gegen den VfL Wolfsburg

Der Kader verzeichnet nur wenig Neuzugänge; die Teamstruktur, die letztes Jahr zum Erfolg führte, bleibt weitgehend erhalten. Führungsspieler sind in genügender Zahl mit an Bord, nun muss die Spielidee des neuen Trainers nur noch auf das Team übergehen und seine Kraft entfalten. Beim Duell gegen den VfL am vergangenen Wochenende verzeichneten die Kölner jedoch eine zu hohe Fehlerquote, um sich am Ende durchsetzen zu können. Bereits im Vorfeld ist einiges über das Spiel geschrieben und spekuliert worden. Buchmacher sahen den VFL Wolfsburg als klaren Favoriten, man rechnete aber mit einem torreichen Spiel, bei dem beide Teams treffen sollten. Ausgegangen ist das Ganze dann mit einer 1:2-Niederlage, nur drei Tore fielen, aber immerhin beteiligten sich daran wirklich beide Seiten.

„Heute wäre mehr drin gewesen“, äußerte sich dann auch Keeper Timo Horn. In der ersten Halbzeit lief es immerhin noch ziemlich gut, allerdings blieben einige Angriffsmöglichkeiten ungenutzt. Beierlorzer vermisste vor allem „ein Quäntchen Glück“, meinte aber auch, dass nicht alle Spieler ihr Bestes gegeben haben. In der zweiten Halbzeit ging es dann stetig bergab, die Fehlerquote der Kölner stieg an, vor allem vor den beiden Gegentoren gab es ärgerliche Patzer. Die Wolfsburger gaben sich aggressiv und angriffslustig, sie bauten einen hohen Druck auf, dem der 1. FC nicht standhielt. Die Kölner wirkten hingegen teilweise nervös, vor allem die vielen Bundesliga-Neulinge zeigten sich wenig nervenstark. Das Fazit lautet: Die Geißböcke können es sicher besser und werden ihre Stärken mit zunehmendem Selbstvertrauen entfalten.

Das Potenzial der Mannschaft unter der Lupe

Welches Potenzial bringt der 1. FC in seiner jetzigen Zusammensetzung mit? Die Antwort auf diese Frage entscheidet nicht nur über den weiteren Verbleib in der 1. Bundesliga, sondern auch darüber, welche Platzierung zum Ende dieser Saison möglich ist. Torwart Timo Horn wird in Köln als echte Identifikationsfigur angesehen, er trat im letzten Sommer freiwillig den Gang in die niedrigere Liga an, obwohl sein Vertrag ihm in diesem Fall einen leichten Ausstieg sicherte. Der junge Mann ist eben ein echtes Kölner Blut und wird mit seinem Talent und seiner Treue sicher noch sehr hilfreich sein.

Die aktuelle Abwehr ist zwar nicht herausragend stark, dafür aber gut aufeinander eingespielt. Die Innenverteidiger Jorge Meré, Rafael Czichos und Lasse Sobiech haben in der Aufstiegszeit ihr Bestes gegeben und bleiben dem Verein auch weiterhin erhalten. Sörensen geht. An Außenverteidigern mangelt es nicht, eher im Gegenteil! Als erfahrenster Mann gilt hier Jonas Hector, der 42 Mal im Nationalkader antreten durfte. Noah Katterbach ist ein Neuzugang aus der U19 und muss sich erst noch bei den „Großen“ beweisen. Zwei erfahrene Verteidiger spielen rechts: Matthias Bader und Benno Schmitz. Angelernt wird hier noch Kingsley Ehizibue, ein ehemaliger niederländischer Nachwuchsnationalspieler mit relativ viel Power. 2 Millionen hat der junge Mann gekostet, nun darf er zeigen, was er kann.

Im Mittelfeld gehören Marco Höger, Louis Schaub und Dominick Drexler zu den bekannten Leistungsträgern. Johannes Geis und Matthias Lehmann sind bekanntlich gegangen, diese Lücke soll nun Birger Verstraete füllen, er stammt vom KAA Gent und kostete 3,5 Millionen. Im Backup-Bereich gibt es einige weitere Mittelfeldspieler, die bislang kaum zum Einsatz kamen. Auch außen existiert eine Doppelbesetzung: Christian Clemens und Marcel Risse sind dort die altbekannten und verdienten Gesichter, während Kingsley Schindler, der zuletzt erfolgreich bei Holstein Kiel spielte, erst noch seine neue Position füllen muss.

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Über den Kölner Sturm muss man nicht viele Worte verlieren. Die Torkönige Simon Terodde, Anthony Modeste und Jhon Córdoba stehen weiterhin bereit, für die Rot-Weißen zu punkten. In der letzten Saison gingen 29 Treffer auf Teroddes Konto, 20 durfte Cordoba für sich verbuchen und Modeste traf das gegnerische Tor allein in der Rückrunde 6 Mal. Nun gilt es, diese entschlossenen Kämpfer geschickt einzusetzen.

Die Prognose sieht solide für den 1. FC Köln aus: Reichlich Platzhirsche und ein paar erfolgsversprechende neue Zöglinge scheinen eine wirklich gute Mischung zu sein. Das Selbstbewusstsein der Mannschaft muss noch weiterwachsen, die Nervenstärke zunehmen. Dann ist eine gute Platzierung, aber mi guter Wahrscheinlichkeit zumindest der Klassenerhalt, möglich.

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